Der Wachstum der US-Militärpräsenz

2. Dezember 2009, 06:33
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Kurz nach Sturz der Taliban erst rund 2.000 US-Soldaten am Hindukusch - USA erwarten Aufstockung durch Verbündete

Washington - Begonnen hatte der US-Militäreinsatz in Afghanistan vor acht Jahren mit wenigen tausend Soldaten. Nach und nach wuchs die Zahl der Einsatzkräfte an, US-Präsident Barack Obama will sie nun auf etwa 100.000 erhöhen.

- Oktober 2001:

Weniger als einen Monat nach den Terroranschlägen vom 11. September marschieren die USA in Afghanistan ein und stürzen mit einheimischen Verbündeten die Taliban-Regierung, die dem Terrornetzwerk Al-Kaida Unterschlupf gewährte.

- Dezember 2001:

Der damalige US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld beziffert die Zahl der US-Soldaten in Afghanistan auf 1.500 bis 2.000.

- Oktober 2002:

Ein Jahr nach der Invasion liegt die Zahl der US-Soldaten bei etwa 10.000. Rumsfeld stellt eine neue Strategie vor: Die Truppen sollen sich hauptsächlich um humanitäre, nicht um militärische Projekte kümmern.

- März 2003:

Die USA marschieren im Irak ein. Die Zahl der US-Soldaten in der Golfregion steigt auf eine Viertelmillion. Afghanistan wird zum Nebenschauplatz, die Truppenzahl bleibt auf niedrigem Niveau.

- August 2003:

Die USA geben einen Teil der Verantwortung für den Einsatz an die NATO ab, die ab sofort unter anderem für die Sicherheit in Kabul zuständig ist.

- März 2004:

Die USA intensivieren die Suche nach dem Al-Kaida-Chef in Afghanistan und erhöhen die Zahl ihrer Soldaten auf etwa 13.500.

- April 2006:

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Gewalt ist die Zahl der US-Truppen schrittweise auf 23.300 gestiegen. Die Entsendung von Soldaten aus NATO-Partnerländern zum Kampfeinsatz in Südafghanistan erlaubt den USA aber vorübergehend den Abzug von 3.000 Soldaten.

- Februar 2007:

In Erwartung einer Frühjahrsoffensive der Taliban kündigen die USA eine Truppenverstärkung auf 27.000 Soldaten an.

- Juli 2008:

Nach neuerlicher Verstärkung zählt die US-Armee 36.000 Soldaten in Afghanistan. Die US-Regierung macht weitere Entsendungen davon abhängig, dass die Truppenzahl im Irak verringert wird.

- November 2008:

Der Demokrat Barack Obama gewinnt die Präsidentschaftwahl. Im Wahlkampf hatte er ein Ende des Einsatzes im Irak, zugleich aber auch eine Ausweitung des Einsatzes in Afghanistan versprochen, den er als zentralen Bestandteil des Kampfs gegen den Terror sieht.

- Februar 2009:

Kurz nach Amtsantritt kündigt Obama die Entsendung von 17.000 weiteren US-Soldaten nach Afghanistan an.

- September 2009:

Die Zahl der US-Soldaten in Afghanistan erreicht 65.000.

Dezember 2009:

Fast 70.000 US-Soldaten sind in Afghanistan stationiert. Obama kündigt die Entsendung von 30.000 weiteren an, ihre Zahl soll auf etwa 100.000 steigen.

USA erwarten von Verbündeten 7.000 Soldaten

Die USA erwarten von ihren Verbündeten die Aufstockung ihrer Truppen in Afghanistan um 5.000 bis 7.000 Soldaten. Der stellvertretende Staatssekretär im Verteidigungsministerium, David Sedney, sagte Zusagen in dieser Größenordnung seien von Verbündeten bereits gemacht worden oder würden in den nächsten Wochen erwartet. Einige Aufstockungen würden in diesem Monat bekanntgegeben, andere erst bei der internationalen Afghanistan-Konferenz am 28. Jänner.
 (APA)

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