Minarett-Verbot

Demonstrationen in der Westschweiz

1. Dezember 2009, 20:16

Protest gegen den Volksentscheid vom Sonntag - "Wir sind alle Muslime!"

Lausanne/Genf - Mehrere Tausend Personen sind am Dienstagabend in den Westschweizer Städten Lausanne, Genf, Freiburg und Biel gegen den Volksentscheid über ein Minarett-Verbot auf die Straße gegangen. In Lausanne versammelten sich zwischen 4.500 und 5.000 Personen. Sie formierten sich zu einem Demonstrationszug, der sich von der Kathedrale zur Lausanner Moschee bewegte. Die Teilnehmenden skandierten Sprüche wie "Keine Diskriminierung" oder "Wir sind alles Muslime".

Der Demonstrationszug war bunt gemischt. Auch hätten viele Jugendliche teilgenommen, bemerkte eine SDA-Journalistin. Die Demonstration war vom "Mouvement de lutte contre le racisme" (MLCR) organisiert worden. Unterstützt wurde dieses von Linksparteien sowie von Mitgliedern der jüdischen, reformierten, katholischen und muslimischen Gemeinden.

In Genf kamen auf dem Platz vor der Kathedrale St. Pierre mehr als 2.000 Personen zusammen. Eingerahmt wurden die Kundgebungsteilnehmer von zwei aus Holz und Papier gebastelten Minaretten. Unter den Versammelten befanden sich auch viele Politiker, darunter Regierungspräsident David Hiler und der Genfer Stadtpräsident (Bürgermeister) Rémy Pagani. Die Organisatoren verzichteten auf einen Marsch zur Genfer Moschee. Stattdessen riefen sie die Teilnehmenden zu einer Schweigeminute auf.

Weniger gut besucht waren ähnliche Veranstaltungen in Freiburg (Fribourg) und Biel (Bienne). In Freiburg folgten 250 Personen dem Aufruf zu einer Demonstration, in Biel waren es rund 150. (APA/sda)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 40
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Hans Muster2
00
3.12.2009, 18:22
Bedauerlich und fraglich

... dass ausgerechnet der Stadtpräsident von Genf bei dieser Demo mitzieht. Gerade er sollte unsere demokratischen Werte beachten, und den Volkswillen akzeptieren. Auch wenn er persönlich anderer Meinung ist. Noch besser würden sich die 5000 Personen hinterfragen, warum es zu diesem Entscheid kam. Wäre alles eitel Sonnenschein - wäre es gar nie zu so einer Volksabstimmung und Ergebnis gekommen.

dasandere
00
4.12.2009, 10:31
In der Schweiz

ist immer alles eitel Sonnenschein.

Wir ham ja keinen HC nicht.

Turn
21
2.12.2009, 19:46
In Vielfalt geeint

Auch wenn die Schweiz kein Mitglied der Europäischen Union ist, so kann sie sich doch nicht der Bedeutung des Mottos entziehen, nämlich „dass sich die Europäer über die EU geeint für Frieden und Wohlstand einsetzen, und dass die vielen verschiedenen Kulturen, Traditionen und Sprachen in Europa eine Bereicherung für den Kontinent darstellen.“ Man sollte also meinen, dass sich gegen eine essentiell notwendige Multikulturalität zu sperren, ein Knieschuss eines jeden modernen europäischen Staates sein müsse. Geburtenrückgang und steigender Altersdurchschnitt sind doch, sollte man eben meinen, wenn schon nicht die Freude an einer anderen Kultur und der damit verbundenen Horizonts und Wissenserweiterung eine Öffnung gegenübe

FII
12
2.12.2009, 17:13

...na versuchen sie mal in Saudiarabien eine Kirche zu bauen!! das nenn ich Wasser predigen und Wein trinken!

Thomas Wetschnig
00
2.12.2009, 20:16
Wenn andere eine Bank ausrauben ................

.............. heisst das noch lange nicht, dass Sie das auch duerfen.

Ueberschuss
00
2.12.2009, 18:19
Das argument wird nicht besser auch wenn mans 100 mal wiederholt

"Unterstützt wurde dieses von Linksparteien sowie von Mitgliedern der jüdischen, reformierten, katholischen und muslimischen Gemeinden."

1) Was haben mitglieder von schweizer linksparteien, juden, reformierten oder katholischen kirchen denn bitte mit saudi arabien zu tun?

2) Ist der grundgedanke ihres arguments schon zum k*tzen. Im prinzip sagen sie:
"Irgendwo auf der welt gibts ein land wo die menschenrechte mit füßen getreten werden, also warum sollten wir es anders machen?"

Wenn man den gedanken weiter führt könnt man genauso sagen: "In der Dem Rep Kongo (ca. 80% Christen/50% Röm Kath) gehn die leute einfach in ein dorf, schlachten die männer ab, vergewaltigen die frauen & entführen die kinder. Also warum sollte wir das nicht dürfen?"

Adam Markus
10
2.12.2009, 17:59

sich mit ner brutalen Diktatur zu vergleichen ist natürlich immer gut.

Darüber hinaus gehts den Christen im Nahen Osten durch diese Abstimmung sicher besser, gell?

Fritz Wunderlich
00
3.12.2009, 08:43

aha, es gibt also eine erpressungslage, (wie man schon bei dänemark gesehen hat, als die christlichen minderheiten attackiert wurden) oder wie soll man dein posting verstehen?
der starke zuzug von kopten nach europa kommt ja auch nicht von ungefähr, oder das verschwinden der christlichen mnderheiten in der osttürkei
dass die meisten säkulären und christen den irak verliessen, kann man nicht nur dem us-krieg zuschreiben, sondern hauptsächlich den dortigen schiitischen und sunnititschen extremisten, die einen blutigen bürgerkrieg führen

Dreesch, ka ne se dasee kawum!
00
5.12.2009, 03:36
und, den bürgerkrieg hätten wir

ohne us-invasion auch?

Dante Alighieri
70
2.12.2009, 16:49

Traurig dass die deutschsprachige Bevölkerung wieder einmal soviel rassistischer als die französischsprachige ist.

byron sully
42
2.12.2009, 14:51
erfreulich,

so wie auch generell die ergebnisse in der westschweiz einen kleinen lichtblick darstellen (in genf z.b. 60% gegen das verbot).

celiz
00
2.12.2009, 13:58

Kann es sein dass der Röstigraben auch auf dieses Thema anzuwenden ist?
In den frankophonen Kantonen wurde mehrheitlich gegen das Verbot gestimmt, Proteste und kritische Stimmen kommen mehrheitlich aus der Suisse Roumande.

dasandere
00
4.12.2009, 10:32
Romande

Lugh Nasad
00
2.12.2009, 13:07

was mich wundert, wieso soo wenige dort auf die straße gehen....

was ist mit den restlichen 43% die nein gestimmt haben bzw. nicht hingegangen sind...?

hätte mir mehr öffentliche dargestellung des nein erwartet, außer von der regierung....

hamstertier
11
2.12.2009, 14:29
an nasad

also wenn man nicht zur wahl geht, aber nachher gegen das ergebnist demonstriert, ist das mehr als lächerlich.

Julian m. aus c.
11
2.12.2009, 13:27

warum?

Die die nicht zur Wahl gegangen sind, denen ist es egal. Grosse Demonstrationen gibt es nur wenn über die Köpfe des Volkes entschieden wird. Das war ja nicht der Fall.
Es ist nicht Kultur in der Schweiz, nach einem Entscheid alles zu hintefragen. Man akzeptiert es. Das macht die Stabilität der Schweiz letztlich aus.

Diese Regierung wird sich nicht mehr negativ über das Resultat äussern ...sonst braucht es andere Politiker.

otto berger1
01
2.12.2009, 12:16
Volksabstimmung

Wir sollten auf die Extremisten Rücksicht nehmen. Bei uns würden sicherlich mehr, als die 57% der Schweizer, dagegen stimmen. Daher ja keine Volksabstimmung!

Lugh Nasad
00
3.12.2009, 08:06

danke, dass ist einleuchtend, aber trotzdem schade.

Lugh Nasad
21
2.12.2009, 13:09

erstens natürlich wegen der extremisten, denn durch so etwas lädt man diese erst recht ein anschläge zu verüben - denn für diese kommt das ja einer kriegserklärung gleich..

aber auch wegen religionsfreiheit! Niemand und zwar niemand hat das Recht jemand anderem zu sagen, was nun zu deren Religion gehört und was nicht, vor allem, wenn es sich um Bauwerke einer Religion handelt.

Das wäre ja, als würden wir abstimmen alle größeren Kirchtürme abzureißen, denn der stephansdom passt nicht mehr ins stadtbild (weil rundherum einige "moderne" bauten stehen und das alte muss halt weg) als einer der argumente....

Markus -
00
2.12.2009, 18:51

Es geht gar nicht darum, dass Moslems pauschal als Extremisten gesehen werden - das werden sie selbst von den Beführwortern des Bauverbotes nicht. Es geht auch nicht um Angst vor einer Gruppe, es geht um Mut. Mut Themen anzusprechen, die schon nicht mehr für vorhanden gehalten wurden: nationale Identität, Überfremdung, Selbstbestimmung statt Egalitarismus. Mich wunderts ehrlich gesagt eh, dass man diese Themen so lange unterdrücken konnte.

Lugh Nasad
00
3.12.2009, 08:09

ach ja? Die Befürworter reden nicht von Extremisten?

Da gibt es doch so Sprüche von denen, wie etwa:

"XY hat gesagt: Minarette sind Raketen"

Also worauf spielt das an, wenn nicht auf Extremisten?

Überfremdung bei einer Einwohnerzahl von 7'739'100 SchweizerInnen und dem Gegenüber 100.000 bis 400.000 Moslems? Die Zahlenverhältnisse erinnern mich an die Panikmache der Schweinegrippe, genauso sinnlos und lächerlich...

hamstertier
00
2.12.2009, 14:32
an nasad

es wird ja nix abgerissen, sondern nur nichts neues gebaut. und, ich bezweifle, dass es heutzutag noch eine genehmigung für einen dom al la stephansdom geben würde.

Lugh Nasad
00
3.12.2009, 08:10

Ja, mir ist klar, dass es um den Baustopp geht, aber Kirchen werden auch heute noch gebaut und erlaubt, habe erst eine Kirche die sehr neu ist gesehen...

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