Google will "Anfänge der Zivilisation" digitalisieren

1. Dezember 2009, 18:50
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Suchmaschinenkonzern bringt Schätze des irakischen Nationalmuseums ins Netz - 5.000 von rund 15.000 geplünderten Gegenständen wieder aufgetaucht

Bagdad - Der Suchmaschinenkonzern Google will ab Anfang kommenden Jahres die Raritäten des irakischen Nationalmuseums ins Internet bringen. Bei einem Besuch des Museums sagte Vorstandschef Eric Schmidt, dass bereits 14.000 Fotos von Objekten des Museums aufgenommen worden seien. Er könne sich kein sinnvolleres Projekt vorstellen, als diese Fotos jetzt Milliarden von Menschen zugänglich zu machen. "Hier entstanden die Anfänge der Zivilisation", sagte Schmidt.

Nach dem Sturz von Saddam Hussein im April 2003 gehörte das Nationalmuseum zu jenen Kultureinrichtungen in Bagdad, die am stärksten unter Plünderungen und Zerstörungen zu leiden hatten. Danach wurden die US-Truppen scharf kritisiert, dass sie diese Einrichtungen nicht besser geschützt haben. Nach fast sechsjähriger Schließung wurde das Nationalmuseum im Februar wiedereröffnet.

Ein Drittel wiederbeschafft

Nach Angaben von Direktorin Amira Edan konnten bisher etwa 5.000 der schätzungsweise 15.000 Gegenstände, die bei der Plünderung verloren gingen, wiederbeschafft werden. Edan sagte, das Google-Projekt werde sowohl ein nützliches Werkzeug für das Studium der alten Kultur in Mesopotamien sein als auch eine Gelegenheit für interessante Ausflüge in die Vergangenheit. (red/APA/AP)

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    Ein Relief des assyrischen Herrschers Sargon II. im irakischen Nationalmuseum. Google will die Schätze des Museums ab nächstes Jahr ins Internet bringen.

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