Einbruchsprävention

Wenn die Weinrebe zur Gefahr wird

1. Dezember 2009, 18:41
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    foto: der standard/robert newald

    Die Kriminalistin und der Bürger: Im kargen Umfeld eines Baucontainers demonstriert die Polizei, warum neue Türen das Eigentum schützen und Zeitschalter für Lampen nutzlos sein können

Der Andrang auf die Polizeiberatung im Container ist überraschend groß - vor allem Ältere wollen Hinweise, wie sie sich gegen Einbrecher schützen können

Wien - "Nein, Hund haben wir keinen mehr, aber eine Katze", schildert der ältere Herr seine Haustiersituation. "Tja, die Katze beschützt sie leider nicht" beurteilt die Kriminalbeamtin den Wert des Feliden als Mittel gegen Einbrecher. Da seien bessere Schlösser vernünftiger, erklärt sie. Das Besondere an diesem Beratungsgespräch: Es findet in einem Container in Wien-Liesing statt - denn die Polizei geht im Kampf gegen die Einbrecher mittlerweile auf Tour.

"Fahrbare Andreasgasse" wird das Ding polizeiintern bezeichnet, der Name bezieht sich auf das "Kriminalpolizeiliche Beratungszentrum", das an dieser Adresse im 7. Wiener Gemeindebezirk beheimatet ist. Das ist zwar in Zeiten ständig neuer Einbruchsrekorde ohnehin gut besucht. Doch von der Peripherie ist es dann gerade älteren Menschen zu weit. Jenen also, die sich besonders fürchten.

"Ich wohne drei Gassen weiter, rund um uns haben sie schon eingebrochen. Beim einen Nachbarn das Fensterglas aufgeschnitten, beim zweiten wurde der Hund vergiftet, beim dritten hat die Alarmanlage nichts genutzt, da die Polizei erst gekommen ist, als die Einbrecher weg waren", schildert Frau Elisabeth R. der jungen Kriminalbeamtin, die hinter dem Tisch voller Prospekte und Demonstrationsobjekte sitzt. Die Polizistin klärt sie über die Vorteile besser gesicherter Fenster auf.

Steinchen ans Fenster

Der nächste Besucher, ein älterer Herr, hat gehört, dass automatische Lichtschalter, die die Glühbirnen bei Abwesenheit in unregelmäßigen Abständen an- und ausgehen lassen, die Täter nicht mehr irritieren. Ob das stimme? "Na ja, es gibt schon Einbrecher, die Stunden vor Objekten sitzen, um zu prüfen, ob jemand zu Hause ist. Einfacher machen sie es sich aber meistens, indem sie beispielsweise Steinchen an die Fenster werfen. Reagiert niemand, steigen sie ein."

Nicht nur zu ebener Erde und im ersten Stock sei man gefährdet, schildert die Beamtin weiter. "Wir hatten jüngst einen Fall, da ist jemand über die Weinrebe in ein oberes Stockwerk geklettert. Nicht nur die Dachrinne ist also ein Problem, sondern auch die Bepflanzung." Wieder gibt sie Info-Broschüren mit - die nicht ganz ohne Tücken sind. Denn der in einem der Folder vorkommende Satz: "Ein guter Sicherheitszylinder sollte vom Beschlag möglichst zur Gänze ????" ist keine Quizfrage, sondern lässt auf einige vor dem Druck gestohlene Wörter schließen.

Nun ist zwei Wochen Pause, erklärt Projektinitiator Walter Hladik von der Wiener Polizei. Liegen alle Genehmigungen des Magistrats vor, werde der Container durch die Bezirke wandern. Kosten seien damit nicht verbunden, beteuert er. "Der Container und auch der Transport-Lkw gehören uns."

Nur eine Sorge hat man bei der Exekutive: dass Jugendliche auf die Idee kommen könnten, ihre Farbspraydosen auf der temporären Polizeistation einzusetzen. Das Mittel der Polizei dagegen: "Wir lassen Sonderstreifen fahren", verrät die Beamtin im Container. (Michael Möseneder/DER STANDARD, Printausgabe, 2. Dezember 2009)

Kommentar posten
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Franz Reisl
00
2.12.2009, 16:24
Wenn ich hier so lese wie sehr die Bevölkerung die Polizei schätzt.,.

Dann würde ich mich als Polizist auf die Bewachung von Polizistenwohnungen beschränken.

suboptimal
 
12
8.12.2009, 12:15
*anmerk*

In Polizistenwohnungen wird in Liesing auch eingebrochen, dort ist noch seltener wer daheim als bei den anderen. PS.: Die wissen schon, warum sie mit dem Wunderwuzzi-Container grad in Liesing anfangen. Container auf Tour statt Streifen ...
*lächalich*

jumpingjack flash
00
15.2.2011, 13:05

ja, war doch auch irgendein ranghoher polizist betroffen - und während die dort im container beraten werden dieren wohnungen ausgeräumt - ich darf gar nicht dran denken!

derPolizist
02
2.12.2009, 20:16

Na das wollen wir doch nicht hoffen, dass der durchschnittliche Standardposter die öst. Bevölkerung repräsentiert...

Peter Hammer 06
00
30.6.2011, 08:23
Klar, jeder der die Polizei ....

...bei manchen ihrer Handlungen berechtigt kritisiert, ist natürlich sofort ein Anhänger von A.C.A.B.
Machen Sie es sich nicht etwas zu leicht?

derPolizist
00

jene, welche die Polizei bei "manchen" Handlungen "berechtigt" kritisieren (und womöglich noch sachlich), mit denen habe ich auch kein Problem...

Lego12
00
2.12.2009, 15:51
Neubauten als Festung auslegen

mit wassergraben und pechnasen, 2-5 Hausmeister mit Teaser-gun bewaffnen die wache schieben....
und jeden unbefugten gleich am nexten baum aufknüpfen.

gibts keine sinnvolleren lösungen, dem problem zu begegnen, als seine wohnung zu verbarikadiern und zur festung umzubauen?
Strache wählen bei der nexten WIen wahl is auch keine option (er verspricht ja meeehr polizei in wien).

heri byrd
00
2.12.2009, 15:26
wir machen die kunst, die keiner von euch sieht ...

bin gespannt, wie lang die polizei es schafft, ihren container zu bewachen.

heri byrd
01
2.12.2009, 13:07

sollten sich in ihrem bekanntenkreis grundwehrdiener finden, so wär mein tipp diese nach ihrem dienst auf ihrem grund patroullieren zu lassen. hilft bestimmt und steigert das sicherheitsempfinden enorm.

Conan der Knusperkönig
02
2.12.2009, 11:31
Tolle Aktion! Meinen Glückwunsch an die zuständigen Polizisten für ihr Engagement.

Ihr Knusperkönig

Eine Kreatur
12
2.12.2009, 11:48
gratulieren sie eigentlich allen berufstätigen dafür ..

dass sie ihren job machen?

friedrich wilhelm voigt
00
2.12.2009, 15:00

angebrachter als eine gratulation wäre ein ausdruck des bedauerns :)

Conan der Knusperkönig
03
2.12.2009, 14:22
Kommt darauf an...

Wenn Polizisten aus Eigeninitiative und mit neuen Mitteln den Kontakt zu ihren Mitbürgern suchen, dann finde ich das toll.

Gute Ideen sind lobenswert, auch wenn man sie bei der Arbeit hat.

Ihr Knusperkönig

Martina77
55
2.12.2009, 11:12
Grenzen

Endlich die Grenzen wieder dicht machen!

Klar Blick
02
30.11.2010, 19:40
Wussten Sie eigentlich,

dass es von 1955 bis 1990 jährlich dreimal so viele Morde und Mordversuche in Wien gegeben hat als heute ? Nein ?

Lego12
00
2.12.2009, 15:53
schengen abkommen

müssen wir ja leider einhalten, aber ich fürcht das wäre ein möglicher ansatz, zumindest um der angeblichen ostbanden herr zu werden

parapente
00
2.12.2009, 08:08
Mehr Präsenz der Polizei

durch Fussstreifen - wie es einmal war - wie wäre es damit??

FSK
00
2.12.2009, 15:03

hohe Kosten für minimales Ergebnis

derPolizist
01
2.12.2009, 20:21

stimmt nicht.

die Polizisten, die sonst im Funkwagen fahren, könnten auch zu Fuß unterwegs sein. allerdings müssten, um die ganzen Einsätze abzudecken, auch die Funkwägen besetzt sein.

Fußstreifen nehmen mehr wahr, können von der Bevölkerung leichter angesprochen werden. Aber es gibt dzt. einfach zuwenig Polizisten dafür und wenn nur für die Geschäftsstraßen.

FSK
00
2.12.2009, 21:39

ich habe einen Einsatz gesehen.
man wußte dass ein Einbrecher irgendwo in den nächsten Strassen sein mußte, man hatte einen Hubschrauber, zig Polizisten, trotzdem hat man ihn nicht gefunden.
wie sollen da 2 Polizisten durch Zufall erfolgreicher sein?

sinnvoll wäre eine Art öffentliche Verbrechensdatenbank. Öfters sieht man etwas was zwar etwas verdächtig ist, aber nicht verdächtig genug um zur Polizei zu gehen. Wenn man dann in einer Datenbank nachsehen könnte, und herausfindet dass in der Gegend zu dem Zeitpunkt wirklich eingebrochen wurde etc, könnte man sich melden.

derPolizist
01
3.12.2009, 21:01

wenn einmal etwas passiert ist, hilft oft der größte Aufwand nix, dass ist einfach so....

Andererseits, wenn die schiere Präsenz der Polizei in einem Grätzel hoch genug ist, d.h. dass es dem Einbrecher zu gefährlich ist, weil er immer damit rechnen muss, dass ein paar Polizisten ums Eck kommen, dann kann dies präventiv viel bewirken. Und das hat nix mit Polizeistaat zu tun.

nick morgenland
 
00
29.11.2010, 17:14

in der konsequenz erhöhen sich die einbrüche im nachbargrätzel?

derPolizist
00
1.12.2010, 20:06

nicht wenn dieses konzept wienweit umgesetzt würde..

Rene Stangeler
03
2.12.2009, 10:32
In Wien kann man froh sein

alle Bezirksfunkwägen besetzen zu können (nachts ohnehin nicht immer möglich), wie sollen da Fussstreifen unterwegs sein?

Dankschreiben bitte an Ex-Innenminister Strasser und Nachfolger.

ü-strichal
23
2.12.2009, 09:14

die sitzen mittlerweile lieber im warmen und sehen sich am monitor die überwachungskameras an oder belauschen handygespräche ... schliesslich gilt es fast 8 mio terroristen zu überwachen ...

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