Bundesrat riss sich um den neuen EU-Vertrag

1. Dezember 2009, 17:56
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    foto: ap/armando franca

    Baustelle abgeschlossen: Im berühmten Jeronimos-Kloster in Lissabon wurde der EU-Vertrag am 12. Dezember 2007 feierlich unterzeichnet, nach dem Irland-Nein wieder umgebaut, nun trat er in Kraft.

Mit dem Inkrafttreten des EU-Vertrages von Lissabon wurde am Dienstag auch die neue Führungsspitze der Union bestätigt

Der Bundesrat in Wien nutzte als erstes Parlamentsgremium in Europa die neuen Spielregeln.

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Die Europäische Union stehe "vor einer neuen Ära", ließ der schwedische Premierminister und derzeitige EU-Ratsvorsitzende am Dienstag in Stockholm kurz vor seiner Abreise zu den offiziellen Feierlichkeiten in der portugiesischen Hauptstadt verlautbaren. Die Bürger bekämen nun "eine Union, die voll und ganz die Forderungen aus unseren 27 Mitgliedstaaten an Offenheit, Demokratie und Effektivität erfüllen kann" .

Die EU sei ein wichtiger Akteur auf dem Weltmarkt, könne den Herausforderungen durch die Globalisierung besser begegnen, so Reinfeldt. Nach Lissabon begab sich die Führungsspitze der Union, weil der Vertrag dort im Dezember 2007 feierlich unterzeichnet worden war. Neben dem Ratsvorsitzenden, dem Präsidenten der EU-Kommission, Manuel Barroso, Parlamentspräsident Jerzy Buzek gibt es nun zwei weitere Spitzen, die für eine bessere Außenvertretung der Union sorgen sollen: Herman Van Rompuy als ständiger Präsident des Europäischen Rates der Staats- und Regierungschefs; und die neue "EU-Außenministerin" Catherine Ashton, die gleichzeitig Vizepräsidentin der EU-Kommission ist.

Beide wurden am Dienstag per Rundlaufbeschluss von den Regierungen der Mitgliedsländer formell bestätigt. Van Rompuy begann seinen Job umgehend: mit Reisen nach Slowenien und Italien, wo er von den jeweiligen Premierministern empfangen wurde.

Buzek, der EU-Parlamentspräsident, strich insbesondere hervor, dass sich "die Zuständigkeit des Parlaments beinahe verdoppelt" habe, unter anderem der vollen Budgetmitentscheidung für Agrar- und Strukturhilfe an die Regionen.

Diesen Aspekt einer Ausweitung der Rechte der Parlamente wie auch der Regionen in Form des gestärkten Subsidiaritätsprinzips betonte in Wien der Präsident des Bundesrates, Georg Keuschnigg (ÖVP) aus Tirol. Das Prinzip besagt, dass die Union nichts regeln solle, was auf unteren, regionalen Ebenen zu lösen ist.

Der Bundesrat gab sogar eine Premiere, indem er als erste Volksvertretung eine Sitzung des EU-Ausschusses nach den Spielregeln von Lissabon abhielt. Laut Keuschnigg verändere der Vertrag einiges auch auf nationaler Ebene. So könnten sich nationale Parlamente zusammentun und Einspruch gegen Gesetzesvorschläge auf EU-Ebene erheben. Dafür sei eine einfache Mehrheit der nationalen Parlamente nötig, erklärte Keuschnigg. Der Bundesrat hatte für Dienstag auch den designierten EU-Regionalkommissar, Wissenschaftsminister Johannes Hahn zur Anhörung vorgeladen.

Auch Nationalratspräsidentin Barbara Prammer begrüßte den Vertrag als "große Herausforderung" . Er bedeute für den Nationalrat Mehraufwand, weil europäische Rechtsakte rascher bewertet werden müssten. Außenminister Michael Spindelegger nannte den EU-Vertrag eine "solide und zukunftsfeste Grundlage" , was FPÖ-Chef Heinz Christian Strache anders sieht: Der EU-Vertrag sei ein schlechter Tag für Österreich und Europa". (Thomas Mayer aus Brüssel, DER STANDARD, Printausgabe, 2.12.2009)

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12 Postings
Walter Bimini
00
4.12.2009, 22:13
das glaube ich gleich, daß denen fad im hirn ist.

crowfoot
00
2.12.2009, 16:07
muddy waters

fragen sie mal den faymann wen er sich als präsident des europäischen rates wünschen würde.

Shylock
00
10.12.2009, 13:45
also der Claus Pandí wäre sicher eine gute Wahl

...für den Faymann

locke15
02
2.12.2009, 14:41
Schlafverein Bundesrat sofort abschaffen,reine Geldverschwendung !

Quasis Herr Karl
01
2.12.2009, 14:20
Bundesrat riss sich um den neuen EU-Vertrag

Und wer l i e s t den Vertrag vor?

Walter Bimini
00
5.12.2009, 12:25
lesen allein reicht leider nicht.

übertragungen aus dem nationalrat sind schon fürchterlich. wie schlimm muß es erst bei den b-klasse der politischen sein.

vheissu
02
2.12.2009, 12:38

Der Bundes... was?
;-)

Ava Tar
36
2.12.2009, 03:24
"Die Bürger bekämen nun eine Union, die voll und ganz die Forderungen aus unseren 27 Mitgliedstaaten an Offenheit, Demokratie und Effektivität erfüllen kann"

LOL

Es gibt also kein Demokratiedefizit mehr. Die Forderungen an Demokratie werden bereits erfüllt. Dachte ich es mir doch.

Die werden nichts mehr ändern. Eine Oligarchie, in der die Bürger grad noch die Vetokammer wählen dürfen, und selbst deren Vertreter dürfen von Konzernen und Intereesensgruppen nach Herzenslust für Vorträge und Gutachten gekauft werden.

Unsere Enkerl werden uns dann wieder fragen, wie es soweit kommen konnte.

pepitant
00
3.12.2009, 22:20
Pure Hoffnung.

Ich befürchte, die werden so indoktriniert sein, dass sie Demokratiedefizite nicht mal bemerken werden.

Walter Bimini
00
4.12.2009, 22:12
diesmal werden wir glück im unglück haben. die weltwirtschaftskrise wird die eudssr entsorgen.

ruthwinkler
00
1.12.2009, 23:22
Huch, den designierten Kommissar zum Hearing einladen...

... da kann ja der Nationalrat vom Bundesrat was lernen!

neozoe
00
2.12.2009, 12:56

naja, der Regionalkommissar ist vl. von besonderer Bedeutung für die Länderkammer.......

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