Forscher fordert mehr tierische Agenten für russisches Militär

1. Dezember 2009, 18:03
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Leiter des Marinebiologischen Instituts in Murmansk beklagt Rückstand gegenüber den USA

Moskau - Was die Fähigkeiten tierischer Militärangehöriger betrifft liegt Russland nach Ansicht eines führenden Wissenschafters gegenüber den USA weit abgeschlagen. Russische Meeressäuger müssten bei geheimen Militäreinsätzen künftig ebenso effizient arbeiten "wie die Seelöwen in den USA", forderte der Leiter des Marinebiologischen Instituts im nordrussischen Murmansk, Gennadi Matischow, in der Zeitung "Iswestija".

"Die Amerikaner werfen ihre Tiere aus Hubschraubern in feindliche Gewässer, und die Seelöwen platzieren anschließend Minen, machen Videoaufnahmen von der feindlichen Küste oder messen Strahlungen mit einem Spezialgerät", beschrieb er die überragenden Fähigkeiten der tierischen Konkurrenz. Für Russland bleibe da noch viel zu tun.

Speere gegen tierische Feinde

Laut "Iswestija" will das Pentagon ab dem kommenden Jahr Atom-U-Boote vor der Marinebasis Kitsap an der US-Westküste durch Militär-Meeressäuger schützen lassen. Matischow beklagte gegenüber dem Blatt, dass Delfine noch zu Sowjetzeiten dazu ausgebildet wurden, den Schwarzmeer-Marinestützpunkt Sewastopol zu schützen und notfalls feindliche Eindringlinge mit speziellen Speeren zu töten. Delfine seien seinerzeit auch darauf abgerichtet worden, Torpedos und Minen aufzuspüren. Doch nach dem Ende der Sowjetunion sei das Trainingslager in Sewastopol aus finanziellen Gründen geschlossen worden.

Seehunde, die Feinde "unschädlich machen"

Matischow trainiert derzeit selbst zehn Seehunde, Minen aufzuspüren, Gegenstände vom Meeresboden aufzuklauben und Tauchern zu assistieren, indem sie ihnen Werkzeuge bringen. Inzwischen seien sie in der Lage, einen russischen Taucher "von seinem Feind zu unterscheiden" und einen Feind "unschädlich zu machen". Der Wissenschaftler ist nach eigener Aussage in Russland einer der wenigen Forscher auf diesem Gebiet. Die Russische Akademie der Wissenschaften unterstützt seine Arbeit als Beitrag zum Studium des Verhaltens von Meeressäugern, Mittel erhält er außerdem auch von der russischen Marine. (red/APA)

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