Sammeln in der Absicht zu fördern

1. Dezember 2009, 17:08
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Ausstellung zur Kunst der 1950er-Jahre in Wien im Musa

SWien - Die Wiener Kulturpolitik der 1950er-Jahre war getragen vom Versuch, einen möglichst breiten gesellschaftlichen Konsens zu schaffen. Das galt auch für die Ankaufspolitik der Stadt, die sich - initiiert vom damaligen Kulturstadtrat Viktor Matejka - immer als soziales Instrument verstand.

Wolfgang Hilger, von 1985 bis 2003 Kunstreferent der Stadt Wien, fasst die Idee zusammen: "Das Interesse war breiter gestreut, es galt einen veritablen Querschnitt der Wiener Kunst zusammenzutragen und auch die soziale Lage der Künstler zu berücksichtigen. Der Kauf eines Werkes wurde als die natürliche Reaktion auf die Produktion der Künstler verstanden, - diese wurden in ihrem Schaffen gleichermaßen gewürdigt wie gefördert, und die Stadt konnte einen bedeutenden ideellen wie auch materiellen Schatz erwerben."

Diesen Schatz - mit den Arbeiten im öffentlichen Raum, mehr als 4000 Werke von etwa 650 Künstlern - hat Hilger nun gemeinsam mit seinem Nachfolger Berthold Ecker dokumentiert.

Die 50er-Jahre. Kunst und Kunstverständnis in Wien liegen gesammelt als Buch (Springer Wien / NewYork) und in Auszügen als Ausstellung im Museum auf Abruf vor. Ein Lehrstück zum Kampf zwischen Tradition und Moderne im Nachkriegswien. (Markus Mittringer/DER STANDARD, Printausgabe, 2. 12. 2009)

Bis 6. Februar 2010

  • Der Gegenständlichkeit verpflichtet: Arik Brauer, "Drachensteiger" , 1959-1960.
    foto: musa

    Der Gegenständlichkeit verpflichtet: Arik Brauer, "Drachensteiger" , 1959-1960.

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