derStandard.at-Interview

"Ich bin für ein Verbot der Burka"

Maria Sterkl, 1. Dezember 2009, 19:05
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    foto: grüne

    "Staat sollte Flächen für Moscheebauten widmen": Efgani Dönmez

Eine Moschee sollte ins Ortsbild passen, er sei gegen Minarette als politisches Symbol, meint der grüne Bundesrat Efgani Dönmez

Für Aufregung sorgte im April 2008 der - damals frischgebackene - Grüne Bundesrat Efgani Dönmez im derStandard.at-Interview mit der Aussage, er sei gegen Minarette "als politisches Symbol". Anlässlich der Schweizer Volksabstimmung wollen wir nun von ihm wissen, was er von deren Ergebnis hält. Die Fragen stellte Maria Sterkl.

***

derStandard.at: Was sagen Sie zum Schweizer Abstimmungsergebnis?

Dönmez: Da geht es nicht um Minarette. Es wird stellvertretend für etwas anderes diskutiert. Es gibt ziemlich viele Vorbehalte gegen den Islam. Die Leute erhalten durch die Berichterstattung ein falsches Bild. Ich kritisiere bestimmte islamische Gruppierungen ja auch. Aber deshalb eine Religion pauschal zu verunglimpfen finde ich absolut nicht in Ordnung.

derStandard.at: Sie sind aber nicht bedingungslos für Minarette. Wie stehen Sie konkret dazu?

Dönmez: Das Minarett ist im Zuge der osmanischen Bauweise etabliert worden, es gibt im Koran keine Vorschrift darüber. Es soll ins Ortsbild passen und da geht es nicht um Potenzfragen - ob der Kirchturm höher ist oder das Minarett. Natürlich gibt es Ängste in der Bevölkerung, und da sollten wir als Politiker aufklärend wirken - und nicht, wie die FPÖ, Öl ins Feuer gießen.

derStandard.at: Sie sagen, die Moschee soll ins Ortsbild passen. Wer entscheidet das? Würden Sie im Bezirk darüber abstimmen lassen, ob eine neue Moschee ein Minarett haben darf oder nicht?

Dönmez: So etwas kann leicht missbraucht werden. Wenn ich mir das Klima zurzeit anschaue und einen Bau davon abhängig mache, wie eine Abstimmung ausgeht, dann ist es gescheiter, man bläst das gleich ab. Weil die Leute sowieso dagegen sein werden.

derStandard.at: Wenn die Leute ohnehin dagegen sind - wäre es dann vielleicht gescheiter, man baut gleich ohne Minarett?

Dönmez: Aber das ist ja etwas, worüber man diskutieren kann. Die Leute sollen einen würdigen Ort haben - ob mit oder ohne Minarett, sollen dann die Beteiligten entscheiden.

derStandard.at: Angenommen, die Beteiligten sind dagegen.

Dönmez: Dann kommt eben kein Minarett hin.

derStandard.at: Das ist quasi Schweiz im Kleinen: Die Mehrheit entscheidet, ob Minarette erlaubt sind.

Dönmez: Ich will, dass die Menschen einen Ort zum Ausüben ihrer Religion haben. Ob es ein Minarett gibt, seh ich ohnehin nicht, wenn ich im Gebäude bin.

derStandard.at: Setzen manche Muslime die falschen Prioritäten, versteifen sie sich zu sehr aufs Minarett?

Dönmez: Also diese Diskussion haben ja nicht die Muslime losgetreten. Die Diskussion wurde bewusst von den rechten Parteien inszeniert.

derStandard.at: Würden Sie eine Volksabstimmung in Österreich unterstützen?

Dönmez: Mit diesen Fragestellungen? Das wäre verfassungwidrig. Wenn wir ein Menschenrecht auf Religionsfreiheit haben, dann impliziert das für mich, dass die Menschen auch einen Platz dafür haben. Denn wenn das nicht so ist, dann schaffen wir gleich alles ab. Groß einen auf Demokratie machen und gleichzeitig einer bestimmten Religionsgemeinschaft Rechte zu verweigern, ist nicht in Ordnung. Ich stelle die Frage anders: Wie schaut es denn gegenwärtig aus? Wir haben in irgendwelchen Hinterhöfen Vereine, wo wir nicht wissen, wer was predigt. Wenn wir aber Moscheen hätten, wo wir wissen, dass die Leute in Österreich ihr Studium absolviert haben und ihren Dienst an der Gemeinde verrichten, dann ist das genau das Gegenteil.

derStandard.at: Sollte sich der Staat stärker einmischen, wenn eine neue Moschee gebaut wird?

Dönmez: Ja. Moscheen sollten unter bestimmten Voraussetzungen gebaut werden: Es dürfen keine Parallelgesellschaften entstehen, die Moschee sollte multiethnisch betrieben werden, also nicht nur von Türken, sondern auch von Bosniern und Arabern, und es sollte ein Ort der Begegnung sein.

derStandard.at: Für Moscheen sollte es also eine Ausschreibung geben?

Dönmez: Wie das dann im Detail ausschauen sollte, wird man sehen. Aber ich möchte nicht, dass da hinter verschlossenen Türen irgendetwas ausgemunkelt wird, wo man nicht weiß, wer was vertritt. Gerade bei so einem sensiblen Thema sollte Transparenz an oberster Stelle stehen.

derStandard.at: Sollte die öffentliche Hand Flächen für Moscheebauten zur Verfügung stellen?

Ja. Es sollte ein Angebot seitens der Politik geben, dass Menschen ihren Glauben unter würdigen Bedingungen ausüben können. Ich garantiere Ihnen: Am Geld wird ein Moscheebau nie scheitern. Nach dem Bosnien-Krieg war dort das erste, was wieder aufgebaut wurde, die Moscheen - weil da die Saudis massiv Geld inverstiert haben. Und ich möchte schon wissen, woher das Geld kommt und welche Abhängigkeiten dadurch entstehen. Die Stadt soll Raum zur Verfügung stellen und sagen: Stellt's euch eine Moschee hin - aber unter bestimmten Voraussetzungen, da wollen wir mitreden.

derStandard.at: In der Schweiz könnte es bald eine nächste Abstimmung geben - über ein Burkaverbot. Ihre Meinung dazu?

Dönmez: Die Burka hat nichts mit dem Islam zu tun, das ist Unterdrückung der Frau. Aber seien wir ehrlich: Wir reden hier über maximal eine Handvoll Burkaträgerinnen in Österreich.

derStandard.at: Sollte es dieser Handvoll verboten werden, die Burka zu tragen?

Dönmez: Ich bin für ein Verbot der Burka. Da kriegen Sie von mir Klarheit. (derStandard.at, 1.12.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1284
Fritz Wunderlich
00
10.12.2009, 14:20

falter 50/09 - kleine meldung:
irritierender besuch in der größten moschee österreichs

readymate
60
8.12.2009, 00:27
Ein Konjunkturritter


von der traurigsten Gestalt, dieser Dönmez...!

.

skip it
00
15.12.2009, 08:13
explain, asshole...

positivist1
 
04
8.12.2009, 15:23
Wieso, macht doch Sinn, was er sagt.

Superhoyuelos
00
7.12.2009, 12:24
nun wenn ich sehe wie die meisten

der burkaträgerinnen aussehen bin ich gegen ein burkaverbot

positivist1
 
00
8.12.2009, 15:24
Nach dieser Logik müßte es aber auch einen Burkazwang geben!

skip it
00
15.12.2009, 08:13
fuer maenner...

positivist1
 
00
15.12.2009, 13:43
Why not?

helijoe
57
6.12.2009, 12:16
absolut für das minarettverbot

Ich frage mich wie es möglich ist in unserem Land so auf die Religionsfreiheit zu pochen und in allen Muslemischen Ländern wird ein Terror gemacht wenn nur ein Kreuz steht. versuchen sie mal dort eine Kirche zu bauen!!!! Sie werden sehen wie unmöglich das ist! Also was wollen die Muslime noch? Sie bekommen ja schon genug von uns Steuerzahlern und keiner fragt uns ob uns das Recht ist!! In der Türkei würden wir die alles nicht bekommen. Also wieso verlangen sie von uns all die Dinge die wir bei ihnen nicht bekommen? Für wie dumm halten uns die Muslime überhaupt???Ich sehe viel Elend in unserem Land, Österreichische Obdachlose zum Beispiel!Haben sie schon einen Muslemischen Obdachlosen gesehen? Sogar die Asylanten haben mehr Rechte bei uns!!

Clemens Gruber1
 
00
10.2.2010, 14:26
Helijoe erklärt die Welt

@helijoe:
mit so einem populistischen vollidioten wie dir ist es absolut zwecklos zu diskutieren. der einzige sinn besteht darin, minderbemittelte leser davon abzuhalten dein gebrabbel wie einen schwamm aufzusaugen.
deine aussagen widersprechen allen statistiken, aber das kannst du natürlich "mit deinen augen" viel besser beurteilen.
abgesehen davon scheinst du mit deiner blau-braunen brille v.a. das zu sehen, was du sehen willst. sehr viele obdachlose haben in der tat einen migrationshintergrund.

dein argument, "wir können dort ja xy auch nicht machen" ist sowieso auf dem niveau eines 5-jährigen.
völlig zwecklos mit dir zu reden.

und jetzt wirst du wunder-patriot mir gleich vorwerfen ein muslim zu sein, da dir sonst nichts mehr einfällt

Lieber Aal
53
7.12.2009, 03:01

alles klar..

wenn andere länder minderheiten unterdrücken sollen wir ihnen es gleich machen anstatt vorbild zu sein und es richtig zu machen..

gehts noch unlogischer?!

skip it
00
15.12.2009, 08:14
das ist nicht unlogisch...

...das faellt unter wassser predigen und wein saufen und das wiederum ist ein allgemein anerkanntes mieses verhalten.

helijoe
27
7.12.2009, 11:13

Ja es gibt halt leider Österreicher die nicht begreifen dass es Muslime gibt die schon in zweiter oder dritter Generation bei uns leben, die überhaupt nicht Integrationswillig sind, nicht die Deutsche Sprache beherrschen, die eigentlich überhaupt nichts von uns akzeptieren! Ausser das Geld der Steuerzahler! Wenn sich vielleicht einmal wer die Mühe macht und nachforscht! Die Christen sind der größte feind der Muslime!! Also was wollen sie denn wirklich von uns???Ich höre immer" früher haben wir euch nicht erobert aber bald ist es soweit" oder " In 10 Jahren haben wir euch zu Toder Gebährt" usw. usw. ! Also was soll das? Wenn man in einem fremden Land leben will muss man sich auch benehmen können, nicht nur fordern und die Hände aufhalten!!!!

readymate
21
8.12.2009, 00:24
"Ich höre immer..." -


Stimmen...?

Freunderl, du solltest mal 'nen Arzt aufsuchen...!

.

helijoe
12
8.12.2009, 20:23

Das mit dem Augenarzt überlasse ich gerne dir. Würde dir einen Augenarzt empfehlen( Da du ja anscheinend wirklich blind durch die Gegend läufst). Und von wegen den Stimmen da gibt es auch einen Arzt, ich verstehe leider kein Türkisch!

GreyPaladin
41
7.12.2009, 17:37

Und ich bin froh das es immer noch genug österreicher gibt die nicht alles in 2 Lager aufspalten wollen.
Bei deinen Aussagen muss man sich angesichts der verbohrtheit ja einfach nur an den Kopf greifen.

helijoe
12
8.12.2009, 12:03

Ja ja da spricht ein wahrer Freund der Muslime oder bist du vielleicht ein konvertierter Muslime? Ich würde dir empfehlen selber auszuwandern und deine Freunde die Muslime mitzunehmen!Und versorge sie mit deinem Geld!

GreyPaladin
11
8.12.2009, 15:38

Du tust mir leid wirklich.
Aber war klar das du jetzt versuchst einen Gesprächspartner das Wort im mund zu verdrehen.

Ansonsten, danke ich zahl genug steuern jeden monat, wahrscheinlich mehr als du.

helijoe
24
8.12.2009, 00:16
Verbohrt

Ich finde nicht das es verbohrtheit ist!! Ich stehe zu meinem schönen Österreich und ich bin nicht blind so wie viele andere Österreicher die erst dann zu jammern anfangen wenn es schon zu spät ist!!
Ich an eurer Stelle würde mal die Augen aufmachen und nicht immer nur die ach so armen Muslime zu bedauern! Ich finde Kriegsflüchtlinge muß man helfen aber Türkische Muslime sind Wirtschaftsflüchtlinge und keine Kriegsflüchtlinge! Ich gebe mein Steuergeld nicht freiwillig an die Muslime ab!! Ich würde es viel viel lieber UNSEREN ARMEN UND IN NOT GERATENEN ÖSTERREICHERN GEBEN!!!!!!!!!!!

positivist1
 
21
8.12.2009, 16:04
Ich stehe auch zu meinen schönen Österreich

aber,
1.die meisten Türken sind keine Wirtschaftflüchtlinge, sie sind von Österreichern in Land geholt worden, um Arbeiten zu machen, für die sich nicht genug Österreicher fanden. Und jetzt sind sie da.
2. Diese Türken (und auch andere Nationen) zahlen hier in Österreich genau so Steuern wie alle anderen
Menschen, die hier leben und arbeiten und darum auch hier konsumieren.
3. Schimpfen bis es zu spät ist, bringt uns ganz bestimmt keinen Schritt näher zur Lösung der Probleme, die sich durch das Zusammenleben von Menschen mit verschiedener Kultur und Religion in unserem (siehe oben) schönen Österreich.

helijoe
00
13.12.2009, 11:12
Nicht alle arbeiten

Was ist mit den Türken die nicht arbeiten und uns auf der tasche liegen??????????? Nicht alle arbeiten, nur ein kleiner Teil!!! Der Arbeitende Teil der Türken muss ja nicht gleich seine ganze Familie bringen, 20 Geschwister,20 Onkel und Tanten,50 Neffen usw.!!!
Was ist mit dem Teil der Türken die unsere Kinder in Schulen terorrisieren, unseren Kinder die Jause und das Geld klauen usw.????????????????ALSO BITTE, MACH DOCH DIE AUGEN AUF UND SIEH DICH UM!!!!!

positivist1
 
00
13.12.2009, 16:36
He, he, he ... eben weil ich die Augen aufmache und mich gut umschau sehe ich vielleicht mehr als mancher andere.


Ich sehe nämlich beide Seiten. Sicher arbeiten nicht alle Türken, zum Teil, weil sie schon zu alt sind aber noch keinen Pensionsanspruch haben ... zum Teil aus anderen Gründen.

Wieviele Familienmitglieder die einzelnen Leute hier haben, das ist wohl unterschiedlich.
Aber 20 Geschwister, 20 Onkeln und 50 Neffen sind arg übertrieben, die würden auch gar keine Aufenthaltserlaubnis kriegen und außerdem müssen die Menschen wohnen und essen und ...
Das liese sich nie und nimmer machen, wenn sie kein Einkommen haben.
Im Normalfall klauen Muslime weniger als Christen, das hat mit der Religion und nicht mit der Nation zu tun.
Und in manchen Schulen gibt es furchtbare Bedingungen.
Mit Schimpfen wird aber nichts besser.
Lösungsvorschläge !!

jo eh
03
8.12.2009, 19:23

zu 1:

stimmt so nicht.
die erste generation trk. gastarbeiter wurde von der industrie ins land geholt, das war in den späten 60ern. die menschen kamen trotzdem freiwillig -mit der aussicht auf arbeit und besseres leben. am "kälberstrick" wurde niemand nach österreich gezerrt.
zur zeit der wirtschaftskrise in den frühen 70ern erlahmte die arbeitsmigration. ab dann erfolgte der großteil der zuwanderung aus der TR über familienzusammenführung und heiratsmigration.

positivist1
 
00
13.12.2009, 16:11
Das ist aber kein Widerspruch zu dem was ich geschrieben hab.

"Wir" haben diese Menschen ins Land geholt, sie haben bei uns gearbeitet, hart gearbeitet, ein Arbeitsleben lang.
Ein Familienleben steht jedem Menschen zu, darüber ist nicht zu diskutieren.
Jetzt reden wir schon von der dritten Generation.

Das sind Fakten.

Wirtschaftsflüchtlinge können diese Menschen nicht sein, weil sie überhaupt keine Flüchtlinge sind.
OK?

GreyPaladin
20
8.12.2009, 11:12

Du stehst zu gar nix ausser dir selber also bemüh bitte nicht ein ganzes Land von 8 Millionen in deine Argumentation.
Und wenn du was tun willst für Österreich, wander aus auf Leute wie dich können wir in der Zukunft verzichten.

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