Strecke Wien-Linz auf dem Prüfstand

1. Dezember 2009, 17:12
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Wien - Die seit September zur Lufthansa gehörende AUA will nach einem Bericht der Gratiszeitung "Heute" die Strecke Wien-Linz nur aufrechterhalten, wenn das Land Oberösterreich dazu etwas beisteuert. "Um die Strecke in der derzeitigen Form aufrecht zu erhalten, brauchen wir Unterstützung", hieß es am Dienstag. Die AUA suche daher das Gespräch mit der oberösterreichischen Regierung. Ein gangbarer Weg wäre es, die Strecke als "Public Service Obligation" (PSO) zu vergeben, weil unter diesem Titel das Land Verluste abdecken könnte, ohne in den Verdacht der illegalen Beihilfe zu kommen.

Laut dem Bericht wurde im Geschäftsjahr 2007/2008 auf der Strecke Wien-Linz ein Verlust von 1,75 Mio. Euro eingeflogen, heuer sollen es bereits 3 Mio. Euro sein. Die AUA fliegt derzeit 24 mal pro Woche.

Über PSO-Modelle werden in Ländern wie Norwegen, Griechenland oder auch in Großbritannien, Frankreich und Italien schon jetzt zahlreiche Flug-Strecken bedient. Die entsprechenden Verbindungen müssten europaweit ausgeschrieben werden. Die anfallenden Verluste dürfen von der öffentlichen Hand abgedeckt werden, dafür verpflichtet sich der Verkehrsträger, bestimmte Verkehrsleistungen zu bringen. Die entsprechenden Vergabeprozesse dauern etwa ein Jahr.

 

Das Büro von Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl (VP) wollte sich am Dienstag vor einer Antwort auf eine entsprechende APA-Anfrage noch über den Sachverhalt informieren. Der Landesparteiobmann-Stellvertreter der FPÖ Oberösterreich, Landesrat Manfred Haimbuchner hat sich bereits "klar gegen die Verwendung von oberösterreichischem Steuergeld für die AUA" ausgesprochen. Das Management habe die wirtschaftliche Misere der Fluglinie selbst zu verantworten "und der Bund hat bereits genügend Steuergelder aufwenden müssen".

Pühringer winkt ab

Das Büro von Landeshauptmann Josef Pühringer (PV) bestätigte einen Bericht der Tageszeitung "Heute", wonach die AUA beim Land Oberösterreich um finanzielle Unterstützung zur Absicherung der Strecke Wien-Linz angefragt habe und hat abgewunken. "Das kommt nicht infrage", so die Reaktion Pühringers am Dienstag.

"Wenn die AUA die Strecke wirklich einstellen sollte, ist das auch ihr Schaden", zeigte sich der Landeshauptmann überzeugt. Man wolle aber dennoch eine Stellungnahme vom Linzer Flughafen einholen, um sicher zu gehen, dass die von der AUA publizierten Passagierzahlen, die laut der Fluglinie ein Verlustgeschäft bedeuten würden, von diesem bestätigt werden können, so Pühringer. Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl (VP) ließ mitteilen, dass man mit dem Landeshauptmann auf Linie sei. (APA)

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