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Die Universitäten Klagenfurt, Salzburg und Wien folgen offensichtlich dem Beispiel der WU Wien, Zulassungsbeschränkungen nach dem "Notfallparagrafen" für einzelne Studienrichtungen zu fordern. Davon betroffen sind die Studiengänge "Medien- und Kommunikationswissenschaften" in Klagenfurt, "Kommunikationswissenschaft" in Salzburg und "Publizistik- und Kommunikationswissenschaft" in Wien.
Wien und Salzburg bestätigen, Klagenfurt noch unklar
"Der Universitätssenat hat letzte Woche beschlossen, für Publizistik einen Antrag auf Zugangsbeschränkungen beim zuständigen Bundesministerium einzureichen, dieser ist gerade in Ausarbeitung", heißt es aus dem Rekorat der Uni Wien auf die Nachfrage von derStandard.at nach geplanten Zugangsbeschränkungen. Für andere Studienrichtungen, die im Vorfeld ins Gespäch gekommen sind, wie Biologie und Ernährungswissenschaften, werde kein Antrag eingereicht.
In Salzburg wird ein entsprechender Antrag für Kommunikationswissenschaften ebenfalls bestätigt. "Unserer ist schon absendebereit", so Vizerektor Rudolf Mosler zu derStandard.at. Er verweist jedoch auf das gemeinsame Vorgehen der drei Universitäten. In Klagenfurt wurde der Antrag vom Rektorat beschlossen, muss aber vom Senat noch abgesegnet werden. Stimmt der Senat dem Antrag zu, wird in Koordination mit Salzburg und Wien der Antrag an das Wissenschaftsministerium weitergeleitet.
Der Notfallparagraf
Paragraf 124b, Absatz sechs, im Universitätsgesetz besagt, dass alle österreichischen Studienrichtungen, die in Deutschland von einer Numerus Clausus-Regelung betroffen sind, ein qualitatives Aufnahmeverfahren einführen können. Voraussetzung dafür ist, dass "durch die erhöhte Nachfrage ausländischer Staatsangehöriger die Studienbedingungen an diesen Studien unvertretbar sind". Dafür müssen alle Unis, die das betreffende Fach anbieten, gemeinsam einen Antrag an das Wissenschaftsministerium stellen. Dann muss noch die Bundesregierung dem Antrag zustimmen. (Michael Kremmel, derStandard.at, 1.12.2009)
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Man sollte sämtliche Geistes- Kultur- und Sozialwissenschaften abschaffen. Ein kompetentes Direktorium an Experten sollte für Studierende Studienrichtungen aussuchen, und zwar nach der Bedarfslage der Wirtschaft, an der sich die Bedürfnisse der Menschen nun einmal zu orientieren haben. Wir brauchen keine Selbstverwirklicher, Kritiker und Raunzer mehr. Gerade in Zeiten wie diesen sollte das herrschende System nicht in Frage gestellt werden, sondern durch kompetente Techniker und Wirtschaftswissenschafter unterstützt werden. Im technischen Fortschritt allein besteht das Glück des einzelnen. Wir können uns im globalen Wettbewerb sicher nicht noch mehr Schöngeister leisten- I-Phone und Red Bull sind nun einmal wichtiger als Goethe und Platon.
Ich will jetzt endlich einmal einen handfesten Beweis dafür sehen, dass Publizisten bzw. sonstige Geistes- oder Gesellschaftswissenschaftler nach ihrem Abschluss bei diversen Taxiunternehmen landen. Behauptungen kann ja jeder aufstellen, also, wo sind die Belege dafür, dass diese Leute Taxifahrer werden?
Ich find das nicht so falsch was Sie da (ironisch natuerlich) schreiben. Nur halt nicht abschaffen sondern auf ein fuer die Gesellschaft sinnvolles Mass beschraenken (bzw kostenpflichtig machen).
Und ja, ich finde das mobiltelefon wichtiger als Platon; aber die Sache ist ja noch viel schlimmer: waehrend die Techniker wirklich Mobiltelefone entwickeln, produzieren die Geisteswissenschenschaftler ja nicht Goethes Werke, sondern reflexionen/analysen etc darueber.
Ich glaube, von denen gibt es gar nicht mehr so viele. Eine unserer Professorinnen hat uns erzählt, daß Lehrverträge nur mehr auf 4 Jahre befristet abgeschlossen werden. Das hat allerdings wieder den Nachteil, daß manche mitten in ihrer Forschungstätigkeit aussteigen müssen oder nur noch kurze Forschungsarbeiten anfangen... Das schränkt die Forschung auch wieder ein.
In meiner Studienrichtung gibt es einige Profs die schon ziemlich lange da sind, aber das finde ich bei denen auch gut, weil ich mitbekomme, wie sehr sie sich um Verbesserung der Lehre bemühen und was sie alles noch wüßten, was man aber in dem Rahmen der derzeit geboten wird, gar nicht gelehrt bekommen kann.
Die Verträge an den Unis sind längst nicht mehr so gut, wie sie mal waren. Assistenten kriegen befristete Verträge - wenn es überhaupt Assistentenposten gibt -, nach Ablauf der im Vertrag festgelegten Frist wird evaluiert, ob es für den Fachbereich überhaupt noch einen Assistenten braucht. Die Folgen sind dann wie von Ihnen beschrieben. Und selbst wenn sich jemand länger hält und sich habilitiert, garantiert das noch lange keinen Posten als Dozent.
Ich find's auch schade... mein "Doktorvater" an der Uni Salzburg hat mal beklagt, dass die Professoren seit der Uni-Autonomie oft kaum noch Zeit für Forschung haben, weil sie jetzt auch eine Menge administrativer Aufgaben erledigen müssen. Und Lehrveranstaltungen werden jetzt auch danach bewertet, wie viele Teilnehmer die Prüfung tatsächlich ablegen - wenn es zu wenige sind, kann es sein, dass die LV im nächsten Semester nicht mehr angeboten wird. Auch hier wird also fröhlich evaluiert.
Das darf doch alles nicht wahr sein. Dann verstehe ich jetzt auch, warum manche Professoren immer zermürbter gewirkt haben (nach 2002 bereits) und sich irgendwann selber nicht mehr um ihr Fach bemühen mochten. Das waren sehr gute Leute. Die hatten eine eigene Praxis und berichteten aus ihrer Erfahrung. Da wurde nicht nur ein Lehrbuch als Referat vorgetragen. Andere hatten immer ihre Forschung nebenbei laufen und ließen uns auch immer mal wieder daran teilhaben... Da konnte man sich als Student richtig mitbegeistern. Das war ansteckend.
Ja, es ist echt tragisch... aber anscheinend ziehen viele Studenten auch nicht mehr wirklich mit. Vor ein paar Jahren war's bei oben zitiertem Professor noch so, dass man zum Referatstermin auch die Seminararbeit fertig haben musste - über die Sinnhaftigkeit kann man natürlich diskutieren. Ich hab ihn irgendwann mal gefragt, ob er das eigentlich immer noch so hält. Die Antwort war ein schallendes Lachen, gefolgt von "Ich kann froh sein, wenn ich einen Teil der Arbeiten am Ende des Semesters kriege." Dann gab's Leute, die gemeint haben, alles, was sie nicht im Aleph finden, also alle Bücher, die nicht digital erfasst wurden, lesen sie nicht, weil ihnen die Bedienung des Zettelkatalogs zu mühsam ist. Und da sollst nicht frustig werden.
Ich hab vollstes Verständnis wenn er frustig wird. Man wird ja auch als interessierter Student frustig. Auch wenn man mit solchen Kollegen Referate vorbereiten oder womöglich eine Arbeit machen muß.... Aber alles noch nicht so schlimm, wie zu versuchen, sie zum Protest zu bewegen. Wegen was denn auch? Paßt ja eh alles.... Was lehrt Ihr vom Aussterben bedrohter Professor denn Feines?
Mittelalterliche deutsche Literatur - auch nicht grad das, was man massentauglich nennen würde. Er hat aber eh nimmer lang bis zur Pension, ich glaub, der freut sich jetzt schon drauf, wenn er den ganzen Zirkus hinter sich lassen kann. Schade, weil der halt einer der wenigen Professoren ist, bei denen man was leisten musste; geschenkt hat der einem nix, und das war auch gut so :)
Und ja, man wird selber auch frustig; ich hab während meines Doktorats interessehalber ein Proseminar Altnordisch besucht, das eigentlich für den 1. Studienabschnitt vorgesehen war. Nach ca. der Hälfte des Semesters hab ich aufgegeben, weil mich die ständige Telefonierei, SMS-Schreiberei und das generelle schlechte Benehmen der Kollegen so genervt hat.
Hui, da scheine ich mich ja auch unter schon etwas "älteren" Kollegen zu befinden. Telefonieren seh ich selten jemanden oder wenn dann wirklich sehr leise und sehr kurz. Sind Ihre Kollegen denn nicht wenigstens vor die Tür gegangen?
Ich würde mittelalterliche deutsche Literatur interessant finden. So ein Semester für die Allgemeinbildung einfach mal mitbelegen. Ich lerne ja auch jetzt eine Fremdsprache in einer anderen Fakultät, weil es dort zum Studium gehört aber zu meinem nicht. Wird man auch bald nicht mehr können. Dank Modulen.
Nö, die haben einfach während des Seminars SMS geschrieben, sich unterhalten, alles mögliche gemacht... und das ging auch nur, weil die Professorin viel zu gutmütig war und diese Bälger nicht zurechtgewiesen hat. Ich fand's höchst ärgerlich und auch unfair den Leuten gegenüber, die was lernen wollten.
Mittelalterliche deutsche Literatur ist ein sehr spannendes Gebiet, grad im zweiten Studienabschnitt kann man sich auch sehr stark spezialisieren und Themen bearbeiten, die einem Spaß machen :) Für viele Germanistik-Studenten ist die Mediävistik allerdings nur ein lästiges Anhängsel, das halt im Studienplan vorgesehen ist. Ich persönlich fand's schade, dass Gotisch und Althochdeutsch nicht mehr auf dem Plan standen *g*
Das würde auch schade finden. Sprache ist doch einfach was schönes. Haben Sie dann anderwertig Gotisch und Althochdeutsch gelernt?
Jaja, die Anhängsel. In der Psychologie ist es die Statistik. Und andere machen es aus irgendwelchen Gründen als Kurs obwohl sie nicht müssen... Ich glaube, es macht einen großen Unterschied, ob man was muß oder darf. Und auch ob es einen interessiert oder nicht. Weil manches muß man lernen, aber es interessiert einen nicht so. Wobei mir schon auffält, daß ich vieles im Nachhinein extrem spannend finde und gern mehr wissen würde.
Nö, leider, es wurde an der Uni nur einmal angeboten, für den zweiten Studienabschnitt - da war ich allerdings erst im ersten Semester :) Ich hab halt versucht, mir zumindest die Grundlagen des Althochdeutschen selber anzueignen, was aber gar nicht so einfach war, und wirklich können tu ich's nicht, leider.
Ach ja, die Pflichtfächer... ich hab z.B. Linguistik grauenhaft gefunden und nur gemacht, weil's der Studienplan vorgesehen hat. Trotzdem hat's auch da Themen gegeben, die ich sehr spannend gefunden habe. Und ja, es macht schon einen Unterschied, ob man etwas lernen muss oder will oder darf. Und es kommt immer drauf an, was man selber aus dem Studium macht.
Soviel dann also zum "Wenn ihr weiteres studieren wollts dann eignets es euch halt selber an."... Dinge die man studieren muß, sind weder billig noch so einfach, daß man sie sich selber aus Büchern holen kann. Da braucht man qualifizierte Professoren, die einem das nötige vermitteln.
Naja, Statistik finde ich im Nachhinein gar nicht so schlecht. Es ist ein sehr brauchbares Werkzeug. Ein begrenztes. Aber ein Werkzeug. So sammelt man sich dann im Laufe des Studentenlebens seinen Werkzeugkoffer zusammen.
Könnte man mit Althochdeutsch denn jetzt noch was machen? Oder ist das eher was was man aus Interesse und zum persönlichen Spaß macht? Oder als Ergänzung zu was anderem?
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