"The Cloud": Architektur 2.0 für Olympia 2012

1. Dezember 2009, 15:46
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Energieautarke Blasenstruktur als begehbares LED-Display

Architekten und Ingenieure des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und ihre Partner haben ein architektonisches Wahrzeichen für die Olympischen Spiele 2012 vorgeschlagen, mit dem ein großes 3D-Display am Himmel über London entstehen würde. Dazu setzt das Team auf eine Struktur aus aufblasbaren Elementen mit integrierten LEDs, die ausschließlich mit Ökoenergie betrieben werden sollen.

"Unsere Grundidee ist es, auf die Architektur einen Teil jener verteilten Prozesse umzulegen, die derzeit die digitale Welt revolutionieren", sagt Carlo Ratti, Leiter des SENSEable Cities Laboratory am MIT. Unter anderem soll zu dem Projekt wirklich jeder zumindest finanziell beitragen können. Das "The Cloud" genannte turmartige Bauwerk soll in seinen Dimensionen letztendlich den gesammelten Mitteln entsprechen.

Energieautarkes Riesendisplay

Sichtbare Wahrzeichen haben eine lange Tradition bei Großereignissen. Diese will das Team fortsetzen und neu definieren. The Cloud würde aus etlichen Blasen bestehen, in die jeweils LEDs integriert sind. Damit soll ein gigantisches Display entstehen, auf dem Informationsfeeds nicht nur zu den Sportereignissen, sondern beispielsweise auch zu Verkehrsflüssen oder Internetnutzung in Zusammenhang mit den Spielen dargestellt werden können. Für Besucher der neuartigen Turmstruktur werde das Gefühl entstehen, durch ein 3D-Display zu schweben, so das Projektteam.

Die Besucher vor Ort würden dem Konzept nach auch zur Energieversorgung der Blasenstruktur beitragen. Denn Erklommen müsste der Turm per Pedes oder mit dem Fahrrad werden. Hinab ginge es dagegen mit Aufzügen, die dank regenerativen Bremssystemen Strom gewinnen. Dies soll mit ökologischen Energiequellen wie Sonne und Wind kombiniert werden, um einen CO2-neutralen Betrieb zu ermöglichen, indem The Cloud die gesamte verbrauchte Energie selbst produziert.

Setzen auf die Web-Community

Die architektonische Umsetzung der digitalen Cloud soll letztendlich von einer großen Community getragen werden. Genaue Ausmaße für The Cloud gibt es vorab nicht, da sie laut Team - fast wie ein Open-Source-Projekt - mit entsprechenden Beiträgen um zusätzliche Blasen wachsen kann und soll. Um nicht zuletzt finanzielle Unterstützung zu lukrieren, setzt man auf Kampagnen im sozialen Web, etwa auf Facebook und Twitter. Auch Google wird vom MIT als Unterstützer angeführt und soll das Projekt auf YouTube und in Suchergebnissen bewerben.

Architektonisches Vermächtnis

Ursprünglich wurde The Cloud laut MIT für den Olympischen Park 2012 geplant und es ist nicht ganz auszuschließen, dass sie dort auch umgesetzt werden könnte. Laut zuständigem Pressebüro des Londoner Bürgermeisters ist man mit dem Projekt vertraut, kommentiere aber noch nicht, welche Projekte für den Olympischen Park wirklich zur Auswahl stehen.

"Der Londoner Bürgermeister Boris Johnson und Olympiaministerin Tessa Jowell wollen atemberaubende, ambitionierte Weltklasse-Kunstprojekte im Olypischen Park sehen", heißt es jedenfalls. Sie sollen ein Vermächtnis schaffen, damit der Olympische Park auch nach den Spielen weiterhin eine attraktive Destination für Besucher bleibt. (pte)

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