Neugestaltete Museumsordnungen erlassen

1. Dezember 2009, 15:17
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Bandbreite reicht vom barrierefreien Zugang bis zur Präzisierung der Tätigkeit der Direktorenkonferenz

Wien - Kulturministerin Claudia Schmied hat die neugestalteten Museumsordnungen der Bundesmuseen und der Nationalbibliothek erlassen. Dabei sind, so eine Aussendung des Ministeriums, die 21 eingegangenen Stellungnahmen zu den Begutachtungsentwürfen eingeflossen. Außerdem habe die Ministerin eine Diskussion mit der Direktorenkonferenz zu diesem Thema geführt.

Zu den wichtigsten Weiterentwicklungen im Rahmen der Begutachtung zählt das Ministerium die Aufnahme des barrierefreien Zugangs für Menschen mit Behinderungen in die zentralen Zielbestimmungen, die Präzisierung der Tätigkeit der Direktorenkonferenz (eine Teilnahme der Bundesministerin oder ihrer Vertretung ist in Zukunft einmal jährlich erforderlich) und der Kuratorien. Im Rahmen der besonderen Teile der Bundesmuseen seien "keine essenziellen Veränderungen durchgeführt" worden. "Lediglich eingebrachte Verbesserungsvorschläge im Bezug auf Terminologie und Konkretisierungen wurden übernommen."

"Ergänzende Kompetenzen"

Bei den Kernkompetenzen der einzelnen Häuser sind der in den vergangenen Jahren von Direktor Klaus Albrecht Schröder explizit als universelles Kunstmuseum positionierten Albertina daher weiterhin "Grafik und Papierarbeiten" zugeordnet. Bei Kunstmuseen seien jedoch zusätzlich "Ergänzende Kompetenzen" für deren erweiterten, historisch gewachsenen Wirkungsbereich festgelegt worden, so das Ministerium. Außerdem sei ein neuer Abstimmungsprozess für Kunstmuseen bei Ankäufen in historisch gewachsenen Querschnittsbereichen festgelegt worden. Durch diese Schritte "soll Kooperation statt Konflikt in den Vordergrund gerückt werden und eine bestmögliche Zusammenarbeit der Museen untereinander ermöglicht werden", heißt es.

Mit den Museumsordnungen, den für jeweils drei Jahre vereinbarten Rahmenzielvereinbarungen und den auf jeweils ein Jahr abgeschlossene Vorhabensberichten sieht Schmied eine "zukunftsweisende Public Governance" im Bereich der Bundesmuseen etabliert.

Gratiseintritt für Jugendliche

Ab 1. Jänner 2010 gilt der Gratis-Eintritt für Jugendliche bis zur Vollendung des 19. Lebensjahrs in allen Bundesmuseen: Damit wird ein im Regierungsabkommen festgehaltenes Vorhaben umgesetzt. Den auf insgesamt rund drei Millionen Euro pro Jahr geschätzten Einnahmenentgang erhalten die Museen im Zuge der mit Jahresbeginn vorgenommenen Erhöhung ihrer Basisabgeltungen ersetzt. Die Eintrittspreise für Erwachsene werden mit Jahresbeginn im Kunsthistorischen Museum und im Naturhistorischen Museum erhöht, im MAK, im MUMOK, im Technischen Museum, in der Albertina und im Belvedere jedoch nicht.

Tatsächlich plant das Kunsthistorische Museum (KHM) eine Erhöhung der Vollpreis-Tickets von 10 auf 12 Euro (künftig kombiniert mit den Sammlungen in der Neuen Burg, d.h. der Hofjagd- und Rüstkammer, der Sammlung alter Musikinstrumente und Ephesosmuseum), das Naturhistorische von 8 auf 10 Euro. Das Technische Museum (TMW) belässt den Erwachsenen-Tarif bei 8,50 Euro, erhöht aber den Tarif für die Schüler/Studenten ab 19 Jahre von 5 auf 7 Euro. "Dafür haben wir die Jahreskarte für diese Gruppe von 30 auf 28 Euro reduziert", heißt es aus dem Haus. Die Jahreskarte für Erwachsene kostet im TMW im kommenden Jahr 36 Euro - um 7 Euro mehr als die neu aufgelegte Jahreskarte für das KHM und seine angeschlossenen Häuser (29 Euro).

Die begrüßenswerte Initiative des Ministeriums für einen Gratis-Eintritt für Kinder und Jugendliche habe zur "Erarbeitung einer komplett neuen Preisstruktur" geführt, der "den Museumsbesuch insgesamt so günstig wie noch nie macht", sagte der kaufmännische Geschäftsführer des KHM, Paul Frey. Für Familien werde es künftig das günstigste sein, den Gratiseintritt für die Jugendlichen bis 19 mit einer Jahreskarte für Erwachsene zu kombinieren. Frey rechnet damit, dass der Gratiseintritt bei den Unter-19-Jährigen "in den ersten Monaten zu Zuwachsraten von 100 bis 200 Prozent" führen werde, und sich danach "im Durchschnitt bei plus 50 Prozent" einpendeln werde.(APA)

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