Känguru hilft beim Kampf gegen Hautkrebs

1. Dezember 2009, 14:40
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Die Beuteltiere verfügen über das Enzym Photolyase, das durch UV-Strahlung verursachte Schäden an der DNA repariert

Innsbruck - Wissenschafter greifen für die Bekämpfung von Hautkrebs gleichsam auf die Hilfe von Kängurus zurück. Innsbrucker Ionenphysiker rund um Paul Scheier untersuchten in Zusammenarbeit mit Australischen Kollegen vom ARC Centre of Excellence for Free Radical Chemistry and Biotechnology der Universität Melbourne ein spezielles Enzym der Tiere, das Schädigungen durch UV-Licht sehr effektiv beheben kann. Ein besseres Verständnis dieses Prozesses könnte dazu beitragen, Krebserkrankungen vorzubeugen.

Am Ende dieser Untersuchungen könnte etwa eine Creme stehen, die Menschen nach dem Sonnenbad auftragen, um die Schäden rückgängig zu machen. Die Forscher berichten darüber in der Fachzeitschrift Chemical Communications.

Nicht nur das Känguru verfügt über dieses Photolyase genannte Enzym. Es wurde auch bei anderen Organismen, Pflanzen und Tieren entdeckt. Auch der Mensch besaß es eine Zeit lang, bei ihm wurde es aber im Laufe der Evolution durch ein anderes Reparaturverfahren ersetzt.

Schäden an der DNA entstehen durch UV-Strahlung, wenn sich zwei benachbarte Thymine - Grundbausteine der DNA - fest miteinander verbinden und ein Molekül bilden. Dadurch wird die Vervielfältigung der Erbinformation verhindert und es entstehen Mutationen, die wiederum Krebserkrankungen auslösen können. Das Enzym Photolyase kann unter Lichteinwirkung diese Moleküle wieder spalten und die DNA reparieren, berichteten die Forscher. Mit Hilfe von Massenspektrometern wurden diese Abläufe im Labor genau unter die Lupe genommen.

Chemische Nebenprodukte entdeckt

Unter idealtypischen Bedingungen konnten die Wissenschafter dabei die chemischen Reaktionen bei der Aufspaltung der Thymine beobachten. "Wir waren sehr überrascht, dass der DNA-Reparaturmechanismus auch einige chemische Nebenprodukte erzeugt, die wir bisher nicht gesehen haben", erläutern Uta Wille und Paul Scheier, die Leiter der beiden Forschungsgruppen. "Wir wollen diese Produkte nun weiter studieren, um zu verstehen, ob dieses Reparaturenzym etwas zu einer sicheren und effektiven Präventionsstrategie gegen Hautkrebs beitragen kann."

Bis es tatsächlich eine Hautcreme gibt, mit der sich Schäden am Erbgut nach intensivem Sonnenbad wieder beheben lassen, wird es aber vermutlich noch eine Weile dauern. Dafür sei es jetzt noch viel zu früh. "Zunächst müssen diese Mechanismen noch besser verstanden werden", betonten die Wissenschafter. (red/APA)


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