Verhandlungen

Beamtengehälter werden Chefsache

01. Dezember 2009 15:32

Kanzler Faymann lädt gemeinsam mit Finanzminister Pröll zum Gespräch am 8. oder 9. Dezember

Wien - Die festgefahrenen Beamtengehaltsverhandlungen werden nun doch zum Thema für die Regierungsspitze. Bundeskanzler Werner Faymann will dem Wunsch der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) entsprechen und lädt für den 8. oder 9. Dezember zu einem Treffen gemeinsam mit Finanzminister Josef Pröll. Dies sei keineswegs als Parallelverhandlung zu den laufenden Gesprächen mit Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek zu verstehen, sagte er im Pressefoyer nach dem Ministerrat.

"Wenn ein gemeinsames Gespräch gewünscht ist, stehe ich zur Verfügung", so Faymann. Er werde persönlich dazu einladen, und auch Pröll werde - dann schon von seinem Urlaub zurück - dabei sein. "Das heißt nicht, dass wir nicht zu 100 Prozent hinter den vorliegenden Zahlen und der Verhandlerin stehen", betonte der Bundeskanzler. Es bestehe kein Zweifel darüber, dass die Ministerin die richtigen Argumente auf ihrer Seite habe.

Den Vorratsbeschluss der GÖD für mögliche gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen wollten Faymann nicht kommentieren. Er selbst sei einer, "der als Vorratsbeschluss den Steuerzahler vor Augen hat". In welchem Ausmaß die Regierung ihr Angebot noch nachbessern könnte - derzeit liegen 77 Millionen Euro am Tisch, was eine Erhöhung der Gehälter um 0,7 Prozent bedeuten würde -, sagte Faymann nicht. Es sei Sinn von Verhandlungen, dass man versuche, die eigene Position durchzusetzen.

Verschiedene Verteilungsmodelle

Im kleinen Kreis gehen die Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Regierung noch diese Woche weiter. Es sollen verschiedene Verteilungsmodelle durchgerechnet werden, denn vor allem Heinisch-Hosek möchte das vorliegende Geld vor allem Beamten mit geringerem Einkommen zukommen lassen. Journalisten will man anders als bei den bisherigen sechs Verhandlungsrunden nicht in die Nähe der Verhandler lassen.

Finanzgewerkschaft will mehr Geld und Personal

In den Beamtengehaltsverhandlungen melden sich nun auch einzelne Berufsgruppen innerhalb der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) zu Wort. Am Dienstag kritisierte die Finanzgewerkschaft, dass wegen fehlender Planstellen Steuerrückstände von rund 2,9 Milliarden Euro nicht eingehoben worden seien. Eine angemessene Gehaltserhöhung würde lediglich einen Bruchteil davon kosten.

Die Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft, Eva Scholik argumentierte, nicht einmal die Inflationsabgeltung außer Streit zu stellen, sei ein deutliches Zeichen für mangelnde Wertschätzung der Arbeit der Lehrer.

Gemeindebedienstete bereit für Kampfmaßnahmen

Nach der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) haben sich auch die Gemeindebediensteten für Kampfmaßnahmen in Zusammenhang mit den Beamtengehaltsverhandlungen bereitgemacht. Vom Bundesvorstand der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten - Kunst, Medien, Sport, freie Berufe (GdG-KMSfB) gab es dazu einen entsprechenden Beschluss, so in einer Aussendung. (red/APA)

Kommentar posten
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also dann ...
03.12.2009 13:03
chefsache... dass ich nicht lache ! ! !

Hund schmeckt - Chinese selber auch
02.12.2009 14:00

ist schon schwer für eine wiener beamtenjournaille die richtigen worte über beamte und im interesse der allgemeinheit zu finden. glücklicherweise ist diese journaille ausserhalb wiens eine absolute rarität. und über die wiener hat thomas bernhard bestens berichtigt.

derPolizist
02.12.2009 11:14

die sollen weitertun.... ich würde gern endlich wissen, wieviel zu meinem Biennalsprung noch dazu kommt...

;-D

(Tja, so unnötige Postings wie die Beamtenhasser kann ich auch verfassen)

Vseckojedno von Jednovsek
02.12.2009 09:11
Beamtengehälter werden Chefsache???

Dann kann die Sache ja nur mehr schiefgehen!

DR Spillo
02.12.2009 07:34

Beamte sollen weniger als Pensionisten bekommen?

Sehr seltsam ...

Aufreger
02.12.2009 09:27
Wieso? Vermutlich sind die Beamten weniger produktiv.

Menschen gegen Menschen
01.12.2009 23:07
Chefsache?

Sind die Chefs der Beamten nicht eigentlich die Steuerzahler?

drwestbahn
02.12.2009 00:16

Sind der Chef Ihrer Firma nicht eigentlich wir Kunden?

btw: Ihr Nick spricht Bände...

Xii
01.12.2009 22:13
77 Millionen Brutto sind ca. 50 Millionen Netto

Die Beamten zahlen nämlich auch Steuern, also kehrt ein großer Anteil wieder in den Steuertopf zurück. Also wäre, wenn man die 77 Mio. als Nettobetrag auffasst, zumindest die volle Abgeltung der Inflation möglich. 77 Mio. Nettokosten für den Staat entsprächen nämlich mindestens der Zurverfügungstellung eines Bruttobetrags von 100 Mio.

Marco der König
03.12.2009 10:32
Steuern bezahlen??

Ja aber nur auf dem Papier, denn die Wirtschaftsleistung wird nicht von den Beamten/VB´s etc. erbracht.

Fleisch
06.12.2009 12:02

Dann könnte man auch sagen, dass diejenigen, die in den Bereichen Vertrieb, Marketing, Personal, usw. arbeiten keine Wirtschaftsleistung erbringen. Unsere Gesellschaft funktioniert als ganzes. Rechtssicherheit und Infrastruktur sind extrem wichtig für jedes Geschäft, und somit für die Wirtschaftsleistung einer Gesellschaft. Das kann jeder bestätigen, der schon mal Geschäfte in Bereichen gemacht hat, wo die nicht so gut sind.

Lünz
04.12.2009 19:39

Stimmt, aber Beamte schaffen einen Großteil der Rahmenbedingungen, damit Wirtschaftsleistung überhaupt möglich wird. Wie z.B Sicherheit, Bildung,
Kinderbetreuung, Rechtsstaat, und und und.

Xii
04.12.2009 07:53
Nochmals ganz langsaaaaam...

Ob auf dem oder neben dem Papier tut nichts zur Sache! Die Steuern werden auf jeden Fall vom Gehalt abgezogen und landen nicht auf dem Konto. Außerdem werden auch bei Einkäufen von Beamten Steuern bezahlt. Also kostet den Staat eine Bruttolohnerhöhung von 77 Mio. nicht 77 Mio. sondern erheblich weniger, während jeder andere Arbeitgeber bei einer Lohnerhöhung wesentlich mehr wegen der zusätzlichen Lohnnebenkosten löhnen muss. Nachvollziehbar?

der kleine mann
01.12.2009 20:53
Aus dem Buch Exodus:

Erst wenn das letzte Amt geschlossen, die letzte Zulage gestrichen und der letzte Beamte aus dem Land gejagt wurde werdet ihr sehen, dass ihr das alles nicht gebraucht habt!

Hellex
01.12.2009 21:41
Der Exodus steht Ihnen ja frei

Sie können ja in ein Land auswandern, wo Sie das alles nicht brauchen!

Menschen gegen Menschen
01.12.2009 23:08

ich kann diesen Scheiss nicht mehr hören: Wandern Sie doch aus, wenn es Ihnen hier nicht gefällt.

Mathias
 
02.12.2009 13:34
Wandern Sie doch aus, wenn es Ihnen hier nicht gefällt

:-)

Was meinen Sie, tun denn die ganzen Flüchtlinge und Asylwerber anderes? Die suchen sich in einem vernünftigen Land eine bessere Lebensqualität ...

Hellex
02.12.2009 13:12
Dann

wanderns halt aus...

135
 
01.12.2009 23:00
Muß er dann Österreichsfluchtsteuer bezahlen?

Baer8
01.12.2009 21:58
Die Ausreise ist nicht nötig. Wir leben, wie schon erwähnt, mitten in diesem Land.

drwestbahn
01.12.2009 20:49
Hochinteressant: Beamte sind nur deshalb ganz vorne, weil Frauen ordentlicher bezahlt werden als in der Privatwirtschaft.

Die höchsten durchschnittlichen Bruttoeinkommen erzielten die männlichen Angestellten mit 56.646 €; weibliche Angestellte kamen auf 34.453 €. Beamte bezogen durchschnittlich 52.536 € und Beamtinnen 48.838 €, während männliche Vertragsbedienstete auf 40.161 € und weibliche Vertragsbedienstete auf 35.169 € kamen. Arbeiter verdienten durchschnittlich 30.423 € brutto, Arbeiterinnen 20.817 €.
(Quelle: Statistik Austria http://www.statistik.at/web_de/st... ndex.html)

Dass die Vertragsbediensteten auch nochmal deutlich unter den Angestellten der PW liegen, ist vielleicht auch erwähnenswert.

Mathias
 
02.12.2009 13:44
*hihi*

Das ist auf Grund der Ausreißer (Topverdiener) im Bundesdienst. Die Masse der Beamten/Beamtinnen liegen da weit darunter - vergleichbar mit niedrigen Gehältern in der Privatwirtschaft. Am schlechtesten steigen die ohne Matura aus.

Tobias Giordano-Moretti
02.12.2009 09:32

Was soll ich sagen, ich arbeite seit über 10 Jahren im öffentlichen Dienst habe ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 29.000 Euro Brutto für eine hochwertige IT Tätigkeit. Glaube keiner Statistik die du nicht selber gefälscht hast, 40.000 Euro Brutto Jahreseinkommen, haha, wer?

benutzername xyz
03.12.2009 08:55

10 jahre und nie gekündigt, pragmatisiert?
in der privatwirtschaft hättens wahrscheinlich schon locker 5 firmen hinter sich... und sicher nicht dieses gehalt

Ida Veles
03.12.2009 16:32

Eine Kündigung ist schon sehr schlimm. Bis ein neuer Job gefunden wird, braucht es seine Zeit. Ein Problem kommt dann noch dazu, wenn der neue Job nicht in Wien ist, sondern in Klagenfurt oder wo auch immer.

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