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Erdogan: "Faschistisch", UNO: "Klar diskriminierend"

01. Dezember 2009 13:08

Faymann wirbt für Toleranz - Verurteilung von "alarmierenden ausländerfeindlichen politischen Kampagnen

Genf/Wien/Stockholm/Istanbul/Bern - Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat das Neubau-Verbot von Minaretten in der Schweiz als Zeichen einer "zunehmenden rassistischen und faschistischen Haltung in Europa" kritisiert. Islamophobie sei wie Antisemitismus ein "Verbrechen gegen die Menschlichkeit", sagte Erdogan am Dienstag vor der Parlamentsfraktion seiner Regierungspartei AKP in Ankara, wie der Fernsehsender Kanal 7 berichtete. Die Entscheidung zum Minarett-Verbot müsse korrigiert werden.

Auch Staatspräsident Abdullah Gül kritisierte den Ausgang der Volksabstimmung in der Schweiz vom Sonntag, bei der sich die Mehrheit der Wähler gegen den Neubau von Minaretten ausgesprochen hatte. Die Entscheidung sei eine "Schande" für die Schweizer und zeige, wie weit die Islam-Feindlichkeit in der westlichen Welt vorangeschritten sei.

Das Außenministerium erklärte, die mehr als 100.000 in der Schweiz lebenden türkischen Staatsbürger seien wegen des Ausgangs des Referendums besorgt. Es handle es um eine "den menschlichen Grundwerten und Grundfreiheiten widersprechende und unglückliche Entscheidung".

Die Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI) bedauerte den Entscheid des Schweizer Stimmvolks, Minarette im Land zu verbieten. Der Bundesrat (Schweizer Regierung) müsse nun eine Lösung zu finden, die internationale Menschenrechtsverpflichtungen nicht verletze.

Das Abstimmungsresultat vom Sonntag sei schwer in Einklang mit den Bemühungen der Schweiz in den vergangenen Jahren zu bringen, Vorurteile und Diskrimination zu bekämpfen, schrieb die ECRI in einer Mitteilung vom Dienstag.

Das Verbot von Minarette werde zur Diskriminierung von Muslimen führen und deren Religionsfreiheit einschränken. Bereits in ihrem Bericht über die Schweiz vom September habe die ECRI in diesem Zusammenhang vor einem Anstieg rassistischer Vorurteile gegenüber der muslimischen Gemeinde in der Schweiz gewarnt.

Die ECRI fordert die Schweizer Regierung in der Mitteilung auf, die Folgen des Abstimmungsresultates genau zu prüfen. Internationale Menschenrechtsverpflichtungen müssten eingehalten und der Dialog mit den Vertretern der muslimischen Gemeinde weitergeführt werden.

Faymann wirbt für Toleranz

Für Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) ist das Ergebnis der Schweizer Volksabstimmung über ein Minarett-Verbot ein Zeichen, dass man die Ängste der Bevölkerung rechtzeitig ernst nehmen müsste. Es müsse verhindert werden, dass sich solche Sorgen dann bei einem speziellen Punkt manifestierten, meinte der SPÖ-Chef am Dienstag im Pressefoyer nach dem Ministerrat. Vonnöten seien daher Maßnahmen, die der Integration dienten, wie etwa das verpflichtende Kindergartenjahr.

Zufrieden ist der Kanzler mit der in Österreich gelebten Praxis. Er sei stolz darauf, Bundeskanzler in einem Land zu sein, in dem sich die Religionsgemeinschaften mit Respekt begegneten.

Für ein Bauverbot von Minaretten in Österreich machte sich am Dienstag am Rande des Ministerrats kein einziges Regierungsmitglied stark. Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) verwies neuerlich darauf, dass dies in Österreich eine Frage der Raumordnung sei. Ob da ein Minarett ins Ortsbild passe müsse jeweils vor Ort entschieden werden. Denn nicht jedes Bauwerk passe an jeden Ort, so die Innenministerin.

Grundsätzlich hielt Fekter fest, dass es auch in Österreich Aufgabe sein müsse, die gemäßigten Muslime zu stärken. Denn klar sei, dass nicht jeder Muslim auch ein Fundamentalist sei.

UNO: "diskriminierend"

Die UNO kritisiert den Enscheid des Schweizer Stimmvolks, Minarette im Land zu verbieten. Das Verbot sei "klar diskriminierend", teilte die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, am Dienstag mit.

Sie zögere, wenn es darum gehe, demokratische Entscheide zu verurteilen, schreibt Pillay in einem Communiqué. "Aber ich habe keine Bedenken, alarmierende ausländerfeindliche politische Kampagnen zu verurteilen, die in gewissen Ländern durchgeführt werden, darunter in der Schweiz, und die dazu führen, solche Resultate zu schaffen."

Der Entscheid sei "ganz schlecht" für die Schweiz, hieß es weiter. Die Schweiz laufe Gefahr, sich in Konflikt mit ihren internationalen Verpflichtungen zu bringen.

Bildt stellt UN-Aktivitäten in Schweiz in Frage

Der schwedische Außenminister und amtierende EU-Ratspräsident Carl Bildt erwartet nach dem Verbot von Minarett-Neubauten in der Schweiz, dass UN-Aktivitäten dort infrage gestellt werden könnten. Auf seinem Internet-Blog (http://carlbildt.wordpress.com; nur auf Schwedisch) schrieb Bildt am Dienstag: "Es können innerhalb der Vereinten Nationen sehr wohl Fragen zu Treffen und anderen Aktivitäten ausgerechnet in der Schweiz gestellt werden."

Bemerkenswert sei auch, dass die Schweiz gerade erst die Präsidentschaft in dem Ministerkomitee übernommen habe, das sich mit Menschenrechten befasse. Über das Ja der Bevölkerung beim Referendum zum Verbot von Minarett-Neubauten meinte der schwedische Minister unmittelbar nach seiner Rückkehr von einem Besuch in Istanbul: "Während sich die Türkei in Richtung auf zunehmende Toleranz und Offenheit bewegt, gibt es jetzt ein europäisches Land, das ganz ausgeprägt in die entgegengesetzte Richtung geht." (APA/sda)

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Sheriff Jack Mauer
02.12.2009 12:39
Koptenhatz in Ägypten


http://www.jesus.ch/index.php... erstreik_/

Weltweit werden über 200 Mill. Christen verfolgt und Abertausende benachteiligt und getötet!

Jaqueline Quäkgroschen
02.12.2009 12:56

Was hat das mit dem konkreten Thema zu tun?

limonade
01.12.2009 19:34
dass europa zunehmend..

..rassistischer und faschistischer wird,ist schon richtig,werter erdogan.leider.
dennoch beschimpft nur der zerrissene den zerlumpten.

feurio
 
02.12.2009 12:11
recht haben sie, aber trotzdem machen mich manche postings hier nachdenklich

wir maschieren richtung "europa der gründerväter" wo die nationalen eine chance sehen, ein großes bündnis der rechten einzugehen. die anfänge zeigten ja schon die sympathiebesuche der verschiedenen rechten parteien (stichwort HC & ""Patrioten aller europäischen Länder vereinigt euch", und die connections zu le pens, ataka (bulgarien) und vlaams belang (belgien)). wir werden die entwicklung wohl live erleben dürfen, zu mal sozialdemokratie im krankenbett steht und die bürgerlichen immer mehr nach rechts rücken. die linken im europa sind paralysiert.

und was die türken angeht: naja die ignorieren alles, was mit der rechtstaatlichkeit und menschenrechten zusammenhängt, wenn's um d eigene land geht. wer die ernst nimmt, ist selber schuld!

Jaqueline Quäkgroschen
02.12.2009 12:41

"Patrioten aller europäischen Länder vereinigt euch" - da geht Mölzer und Konsorten beim Gedanken einer ab, jedoch scheiterts dann schon bisher an der Realität (siehe EU-Parlament) und vor allem an der Natur der Sache.

Georg Schütt
01.12.2009 21:38
Genau!

und weil das so ist, nimmt Europa jedes Jahr Millionen wenig ausgebildeter Menschen auf, wendet erhebliche Kosten und Mühen auf, diese menschen dennoch zu integrieren, ihnen die Ausübung weitreichender Menschen- und Bürgerrechte zu sichern. Wir zahlen Millionen den kompletten Lebensunterhalt und erlauben ihnen, ihre Söhne "Djihad" zu nennen.

Weil wir so rassistisch sind, entschuldigen wir uns für die (meist arabischen) Sklavenhändler des 16. und 17. jh. und haben Verständnis für Seeräuber und Selbstmordattentäter; verzichten wir auf Weihnachtsfeste in Kindergärten, auf Sparschweine für Kinder; entschuldigen uns dafür, wenn unsere Botschaften und Fahnen wegen eine paar Karikaturen angezündet werden.

mimo5
01.12.2009 19:09
rechte krampfposter

scheinbar sind heute wieder die rechten k(r)ampfposter unterwegs.
zum thema weltoffenheit in diesem land.

Sherlock85
01.12.2009 20:35

Wieso sind alle diejenigen, die Erdogan kritisieren schon wieder rechts??? Erdogan misst mit zweierlei Maß, das aufzugreifen und zu verurteilen macht einen schon zum Nazi?

Oder ist bei Ihnen jeder rechts, der nicht mit Ihnen einer Meinung ist?

mimo5
01.12.2009 18:56
schweizer weltoffenheit...

haben frauen jetzt schon in allen kantonen das wahlrecht? zum thema weltoffenheit der schweiz.....

übrigen, bei den schweizer dumpfbacken handelt es sich immer um die deutsch schweizer. die französische schweiz lehnte den rechten krempl mehrheitlich ab und hat sich auch mehrheitlich für einen eu beitritt der scheiz ausgesprochen.

bewusstsein
01.12.2009 21:03

1) den vorwurf der späten einführung des wahlrechts für frauen müssen sie auch den schweizer parteien machen. diese hätten genau so die möglichkeit gehabt dies eher einzuführen.
2) da sehen sie was passiert, wenn eine minderheit (männer) über die mehrheit (frauen) bestimmt.

Jaqueline Quäkgroschen
01.12.2009 21:12

Hier sehen Sie, was passiert, wenn eine Mehrheit per Plebiszit über eine Minderheit drüberfährt.
Finden Sie das nicht bedenklich "Bewusstsein"

P.S.: SIind Sie der gleiche User wie "Bleiberecht" ?

bewusstsein
02.12.2009 10:55

minderheitenrechte sind eine errungenschaft des humanismus und der demokratischen mehrheit. die mehrheit hat minderheitenrechte sogar in der verfassung verankert. glauben sie, dass ein weisenrat, ein monarch oder ein führer derartig liberal handeln würde? ich bin auch nicht glücklich über diese entscheidung, allerdings gibt einem demokratie die möglichkeit für seine ansichten einzutreten. wer weiß, viell. verändert sich durch diese entscheidung längerfristig einiges sogar zum besseren.
ps: schauen sie sich alleine den diskussionsprozess im online-standard an - das ist gelebte demokratie. wann wurde zuletzt derartig ausführlich über grundprinzipien unseres zusammenlebens debattiert?
pps: ich bin bewusstsein - und daher alles und nichts.

Neil McCauley
01.12.2009 18:54
Gerade Erdogan, der sich ständig auf das Volk beruft. Der Typ soll wirklich mal lernen, seine Emotionen zu zügeln. Er mag dadurch binnenpolitisch sowie teilweise in der islamischen Welt Lob ernten,

aber international sieht er mit solchen Meldungen zunehmend lächerlich aus.

Gerade solches Verhalten, das praktisch genauso schädlich ist wie das Minarettverbot, sollte man tunlichst vermeiden. Er kritisiert nicht, sondern trägt zunehmend einer gefährlichen Polarisierung bei.

In Saudi Arabien ist (oder war bis vor kurzem?)Frauen verboten, Auto zu fahren. Hat Erdogan oder Gül das je als Faschismus bezeichnet? Wenn nicht, warum?

Er zeigt eine Grundhaltung, die generell einer der Hauptgründe für die wirtschaftliche wie zivilisatorische Rückständigkeit islamischer Länder ist: Nämlich mangelnde Fähigkeiten zur Selbstkritik. "Wenn "wir's" machen, ist's OK, wenn andere's machen, ist's Faschismus. So kommt man leider nicht sehr weit.

Harti01
01.12.2009 19:39
Unsere MESSLATTE für Minderheitenrechte

ist weder Erdogan, noch die Saudis.
Vergleiche dahingehend sind abzulehnen.
Man muß es mal aussprechen:
Da haben wir die Nasen in Mitteleurpa (SCHWEIZ AUSGENOMMEN) die Nasen vorne, und so soll es auch bleiben !!!

bewusstsein
02.12.2009 13:13

siehe kärntner ortstafeln & co.

Lemure
 
01.12.2009 18:47
Wie erfreulich und schön für die Menschheit,

dass alle islamischen Staaten ausgesprochen demokratisch und tolerant gegen jedermann regiert werden. Oder irre ich mich?

Ein bisschen frivol darf man es schon finden, dass die demokratische Verfassung der einzigen wahren Demokratie der Erde kritisiert wird, weil die Mehrheit etwas entschieden hat, was einer Minderheit nicht passt. Mehrheitsentscheide sind ein demokratisches Prinzip sogar in unserer "repräsentativen" Demokratie und oft genug Anlass zu Ärger bei den unterlegenen "Minderheiten". Wer das nicht versteht, passt nicht in das politische System einer Demokratie.

Friedrich Neuhofer1
01.12.2009 18:34
Und in Österreich?

Ohne Zweifel geht der Unmut der Schweizer/innen weit über das Minarett-Verbot hinaus. Dieser ist aber bei uns mindestens genauso weit verbreitet. Der Schweizer Volksentscheid war nur die Spitze des Eisberges. Es geht um das Gefühl der Leute, Fremde im eigenen Land zu werden. Das geht von A wie Asylmissbrauch über H wie hemmungslose Zuwanderung bis zu Z wie Zwangsverehelichung. Nur unsere Politik hat keine Antworten auf die Probleme der eigenen Bevölkerung. Sie ergeht sich nur im Negieren und im Schönreden.

Jaqueline Quäkgroschen
01.12.2009 19:57

Hemmungslose Zuwanderung??

Mark Manko
01.12.2009 18:34
Rassistisch-diskrimierend-moslemhasser, aufländerfeindlich....

Ich würd mir wünschen dass Politiker in islamischen Ländern auch mal reflektieren, wie es sein kann, dass der Islam in der westlichen Welt so kritisch und zunehmend distanziert beurteilt wird.

Georg Schütt
01.12.2009 18:33
Die Maßlosigkeit dieser "Faschismus!"-Beschimpfung

gibt den 57 Prozent im Nachhinein recht.

Harti01
01.12.2009 19:40
Faschismus war schon einmal MEHRHEITSPROGRAMM !!

+ Mehrheitsprogramm geht immer zu Lasten der MINDERHEITEN.

bewusstsein
01.12.2009 21:06

schauen sie sich bitte die schweizer geschichte seit 1848 an. dann bitte sagen sie mir, wo sie hier faschismus identifizieren. bedenken sie weiters: minderheitsrechte sind eine errungenschaft der mehrheit!

Harti01
01.12.2009 23:25
Interessant, wirklich, hatte ich noch nie gehört.

Ohne länger darüber meditiert zu haben, folgendes:
Minderheitenrechte und andere kulturelle Erungenschaften sind glaube ich eine Idee von geistigen/politischen Eliten die dann der Masse "näher" gebracht werden. Also doch im Kern (am Anfang) eine Minderheitenide...und schreiben sie jetzt bitte nicht, dass geistige und politische Eliten nie zusammenarbeiten, ganz im Gegenteil.

bewusstsein
02.12.2009 13:15

durch wen sind diese politischen eliten legitimiert? ja, durch die demokratische mehrheit.

Georg Schütt
01.12.2009 20:49
Sie halten also den Vorwurf des faschismus für eine seriöse, d.h. ausgewogene , differenzierte Kritik?

Man könnte Erdogans Worte als Ausdruck emotionaler Erregung abtun, wenn da nicht ein Muster hervorträte: Erdogans Kölner Rede, er bezeichnete Assimilation als "Verbrechen". Seine Kritik am "Massenmord" durch Israel ist ebenso in Erinnerung.

Kritik an den Taliban, an den diversen Selbstmordattentaten im Irak oder an der Niederschlagung der Demokratiebewegung im Iran war nicht zu hören von ihm, auch keine am Genozid im Sudan. Zufall?

Nein, hier schlägt einer mit der größten Verbalkeule auf seine vermeintlichen Gegner ein, der am Tun seiner Religionsbrüder nichts zu tadeln findet.

Erdogan ist ein muslimischer Extremist, einäugig und differenzierunfähig, und der Vorwurf des Totalitarismus trifft im Kern ihn selbst.

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