Seilbahnen schrauben Investitionen zurück

1. Dezember 2009, 11:57
posten

Die Österreichischen Seilbahnen erwarten für die kommende Wintersaison ein Ergebnis unter dem des Vorjahres

Innsbruck - Auf genaue Zahlen, wollte sich Ingo Karl, Fachgruppenobmann der Seilbahner, nicht festlegen. Befürchtet wurde vor allem das Ausbleiben der englischen Gäste, die in Tirol immerhin 18 Prozent der Urlauber ausmachen. Tirol wiederum ist der wichtigste Markt für den heimischen Wintersport.

Eine weitere Widrigkeit mit der die Branche schon seit mehreren Jahren zu kämpfen hat, sind die steigenden Aufwendungen. "Die Kosten sind mehr gestiegen, als die Umsätze", sagte Karl. Derzeit würden sich viele Seilbahnen über Abschreibungen und Zuwendungen finanzieren. Einen Teufelskreis sah er darin aber nicht. Es werde wieder bessere Zeiten geben, sagte Karl am Rande eines Seilbahnertreffens am Montagabend in Innsbruck.

Weniger drängende Investitionen werden zurückgestellt

Investiert werde in diesem Jahr vor allem in Bereiche die unmittelbar wichtig für den Betrieb sind, andere weniger drängende Investitionen würden eher zurückgestellt. Im jetzigen Umfeld fließe mehr in die Beschneiung, während andere Investitionen wie beispielsweise die Errichtung von Ersatzanlagen um ein Jahr verschoben werden.

Auch in Tirol wurden die Investitionen in diesem Jahr etwas zurückgeschraubt. 245 Mio. waren es in diesem Jahr, im Vorjahr waren es noch 315 Mio. Die 254 Seilbahnunternehmen in Österreich erwirtschafteten im Winter 08/09 einen Netto-Kassenumsatz von 1,167 Mrd. Euro.

Kritik an UVP-Gesetz

Kritik kam von Karl auch am Umfang und der Dauer von Umweltverträglichkeitsprüfungen in Österreich. Das heimische UVP-Gesetz sei das "strengste und verworrenste" in ganz Europa. Es brauche dringen klare Richtlinien und Rahmenbedingungen, was geprüft werde und in welchem Ausmaß. Er forderte eine Vereinfachung des Verfahrens und eine Durchführungsverordnung vom Gesetzgeber.

In den Nachbarländern würden diese Verfahren maximal ein Jahr dauern, während es sich in Österreich zwischen drei bis fünf Jahren hinziehen könne. Karl nannte als Beispiel einen Seilbahnbetrieb im Tiroler Bezirk Kitzbühel, der bereits 30 Expertisen erstellen musste, die insgesamt mit über 900.000 Euro zu Buche schlugen. Diese Summe müsse aufgebracht werden, ohne dass man überhaupt wisse, ob ein positiver Bescheid folgen werde. (APA)

Share if you care.