Linzer Eisenbahnbrücke droht Sperre: Verkehrsinfarkt wird befürchtet

1. Dezember 2009, 11:43
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TU-Gutachten sieht Korrosionsschäden an 108 Jahre alter Donauüberführung - Täglich mehr als 15.000 Fahrzeuge

Die 108 Jahre alte Eisenbahnbrücke in Linz weist laut einem Gutachten der TU Wien starke Korrosionsschäden auf. Nun wird geprüft, ob eine Sperre nötig ist. Auf der Brücke fahren nicht nur die Mühlkreisbahn, sondern auch zwei Buslinien und täglich mehr als 15.000 Autos über die Donau. Wenn diese Achse wegfällt, wird ein Verkehrsinfarkt befürchtet.

Die ÖBB bestätigten am Dienstag, dass ein Gutachten vorliege, dessen Ergebnisse "auf den ersten Blick nicht sehr positiv" seien. Den Grund für den desolaten Zustand der Brücke sehe man allerdings in der starken Nutzung durch den Straßenverkehr und der damit verbundenen Salzstreuung im Winter, denn derzeit würden nur mehr zwei Zugfahrten pro Tag auf dieser Strecke abgewickelt. Das Gutachten müsse man sich nun genau ansehen, dann werde man gemeinsam mit dem Land nach Lösungsmöglichkeiten suchen. Möglich wären ein Neubau der Brücke oder ein kompletter Austausch der Fahrbahn.

Das Land Oberösterreich habe mit den ÖBB einen Vertrag abgeschlossen, in dem der Betrieb auf der Mühlkreisbahnstrecke bis zum Jahr 2017 garantiert werde, so Verkehrslandesrat Hermann Kepplinger. Dafür sei es erforderlich, dass die Eisenbahnbrücke weiterhin für Überstellungsfahrten zwischen Linz-Urfahr und dem Linzer Hauptbahnhof zur Verfügung stehe. Kepplinger hat in der Landesregierung bereits einen Eisenbahnbrücken-Gipfel angeregt.

Gipfeltreffen gefordert

Ein solches Gipfelgespräch unterstützt auch der der Linzer Vizebürgermeister und Verkehrsreferent Klaus Luger. "Wenn die Brücke tatsächlich gesperrt wird, hätte das starke Auswirkungen auf den Verkehr", zeigte er sich besorgt. Er forderte von der ÖBB dringend das Gutachten der TU Wien auf den Tisch zu legen, denn bisher kenne man die Situation nur aus Telefonaten, ärgerte er sich.

Der Linzer ÖVP-Fraktionsführer Klaus Fürlinger befürchtet einen Verkehrsinfarkt, wenn sich der Verkehr auf die ohnehin bereits überlasteten anderen Donaubrücken verlagern würde. Er erwarte von Luger "rasche Klarstellungen, wie dieser drohenden Misere nun kurzfristig und effizient entgegengewirkt werden soll". Fürlinger kritisierte, dass bisher keine Konzepte für einen Ersatz der 108 Jahre alten Brücke erstellt worden seien. (APA)

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