Maßnahme gegen Missbrauch

Wiener Spitäler verlangen Ausweis zu E-Card

1. Dezember 2009, 18:47
  • Artikelbild
    fotos: apa

    Wer in Wien in ein Spital geht, braucht künftig neben der E-Card auch einen gültigen Lichtbildausweis.

Laut dem Büro von Gesundheitsstadträtin Wehsely soll damit einer missbräuchlichen Verwendung vorgebeugt werden

Ab Mittwoch, werden die Wiener beim Besuch in einem städtischen Spital ersucht, neben ihrer E-Card auch einen gültigen Lichtbildausweis mitzunehmen. Ziel der Maßnahme sei es, im Interesse aller Patienten und des Sozialsystems die Person, die eine E-Card vorlegt, eindeutig identifizieren zu können, hieß es am Dienstag in einer Aussendung des Krankenanstaltenverbundes (KAV). Laut dem Büro von Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely soll damit einer missbräuchlichen Verwendung vorgebeugt werden. Bisher sei E-Card-Betrug noch nicht sehr häufig vorgekommen.

In den Ambulanzen der Spitäler werden die Besucher mittels Plakaten auf die Maßnahme aufmerksam gemacht. Personen ohne Ausweis werden nicht abgewiesen: Ist beim Check-In im Spital gerade kein solcher zur Hand oder handelt es sich um einen medizinischen Notfall, wird dies jedoch auf den Aufnahmepapieren vermerkt.

Die Maßnahme soll in erster Linie der Patientensicherheit dienen. "Wenn damit auch Missbrauch von E-Cards verhindert wird, soll es mir recht sein", sagt Marhold. Es lasse sich jedoch nicht quantifizieren, wie oft jemand mit einer fremden E-Card behandelt werde, räumt der KAV-Chef ein.

Auch beim Hauptverband liegen keine Zahlen vor. "Wir tauschen pro Jahr rund 450.000 Karten aus, weil sie defekt sind, gestohlen oder verloren wurden", schildert Hauptverbandssprecher Dieter Holzweber. Diese E-Cards würden sofort gesperrt. Missbrauch, etwa wenn jemand seine Karte verborgt, könne nie ganz ausgeschlossen werden. Wenn ein Ausweis verlangt werde, würde dies erschwert. (APA/red/DER STANDARD, Printausgabe, 2. Dezember 2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 421
1 2 3 4 5 6 7 8 9
sljudanka
04
15.12.2009, 11:50
Weshalb haben sich die Ärzte und Spitäler so hinhaltend gegen die Kontrolle der Patienten gewehrt??

Vielleicht weil sie Angst vor rabiaten Kundschaften haben ? (habe selbst zwei Vorfälle in Spital/Arzt erlebt, wo Patienten in schlechtem Deutsch zu toben angefangen haben, weil ihnen irgendwas nicht passte...).

quid pro quo
13
6.12.2009, 15:07

"...Laut dem Büro von Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely soll damit einer missbräuchlichen Verwendung vorgebeugt werden. ..."

Das verstehe ich nicht. Bis vor kurzem hat man Missbrauch der E-Card seitens der Wiener SPÖ ausgeschlossen.

Wenn man früher Missbrauchsmöglichkeiten angesprochen hat, dann war das seitens der Wiener SPÖ immer Faschismus und Rassismus.

Na was jetzt?

Kevin Pospisil
00
6.12.2009, 15:44

Die Wahl 2010 rückt halt unausweichlich näher. Dies kann selbst der Wiener Sozenklüngel nicht stoppen.

quid pro quo
00
6.12.2009, 15:05

"Bisher sei E-Card-Betrug noch nicht sehr häufig vorgekommen."

Eh klar, wenn man es bisher nicht kontrolliert hat.

miraculix66
 
00
6.12.2009, 00:13

übrigens ab 2010 auch in deutschland - e-card mit bild pflicht... bei 80 mio leuten gehts und bei uns soll das nicht funktionieren? lächerlich...

Goianinha Marcia Michelle
01
5.12.2009, 23:00

Legetim! Und der Aufwand kann gar nicht so groß sein das mir nicht wert ist das Gesundheitsystem, die für mich eine der Größte Güte die ich habe ist, zu schützen. Es wird viel betrogen und das auf kosten von alle! Falls Jemanden die hier kein Anspruch auf Gesundheitbehandlung hat trotzdem dieses braucht bekommt er es so oder so. Aber betrug ist kriminell und ist mit alle mitteln zu verhindern.

andy91
01
4.12.2009, 09:19
Und alle müssen zur Krankenkasse pilgern

um ein Foto abzugeben oder aufnehmen zu lassen. Die Aufregung möchte ich dann hören!! Und den Aufwand für jeden einzelnen? Denn zusenden per Post oder per Mail ist ja nicht möglich - wie auch bei Paß oder Personalausweis. Also da ist es mir lieber einen Ausweis vorzulegen - wenn ich ein Packerl bei der Post abhole muss ich das auch tun ...

Toporosso
112
3.12.2009, 01:23

Der eigentliche Skandal ist, dass e-card-Betrug überhaupt notwendig ist, obwohl bei uns, wie ihnen jeder politisch Verantwortliche erzählen wird, "praktisch jeder" sozialversichert ist. Das dahinterliegende verborgene soziale Problem wird mit dem Schüren rassistischer Reflexe übertüncht, und das funktioniert ja scheinbar auch hier reibungslos - egal wie absurd die Vorstellung ist, dass das Gesundheitsystem eines Staates, das das sechstreiche Land der Welt ist und darüberhinaus nach ausserhalb der EU rigid abgeschottenen ist, durch eingeflogene Verwandte hier lebender Migranten gefährdet sei.

jo eh
03
4.12.2009, 10:15

"sechstreichstes land"?
tolle floskel, die man einsetzt, wie man sie grad brauchen kann.
wo doch laut armutskonferenz eine million menschen in österreich an der schwelle zur bzw. in armut leben?

warum pendelt die wiener krankenkasse am abgrund zur pleite (bei kaum veränderten und eigentlich ziemlich geringen verwaltungskosten)?

weil das verhältnis beitragzahler zu leistungsempfänger aus den fugen geraten ist?
weil die arbeitslosigkeit dramatisch gestiegen ist?
weil v.a. kleinere und mittlere unternehmen sich zunehmend schwer tun, die beiträge einzubezahlen?



onduras
00
8.12.2009, 13:23

weil die pharmaindustrie den staat abzockt und das iin ungeheurlich unverschämter weise
margen von meheren 1000% sind die regel

Toporosso
20
5.12.2009, 18:22

Vielleicht liegt es an der Ungleichverteilung gesellschaftlichen Reichtums? Schließlich wächst die Wirtschaft kontinuierlich UND es wird aufgrund zunehmender Rationalisierung und Produktivität immer weniger Arbeit(szeit) dafür benötigt.

interessant und hübsch
 
30
4.12.2009, 13:54

genau, wir sind ja alle sooo arm ...

jo eh
03
4.12.2009, 17:16

sie wahrscheinlich schon, aber vielleicht mehr im oberstübchen?


im forum zum interview mit martin schenk von der "armutskonferenz" (derstandard/inland) und ähnlichen artikeln fehlt ihr sinnarmer und empathieloser kommentar.
oder fällt es HIER leichter, 1 mio an der armutsschwelle oder in armut lebende menschen in österreich zu verhöhnen?



Fillet of Soul
00
18.12.2009, 12:20

welche definition von ´armut´ verwenden sie?

kein 2. flat-tv fürs schlafzimmer?

wenn 1 mio menschen in österreich an der armutsschwelle oder in armut leben, dann frag ich mich, wer aller die menschen sind, die wochenende für wochende die scs und dgl bevölkern. oder kommern die nur zum schauen?

yesterday came suddenly
54
2.12.2009, 20:59
es gibt eine einfache lösung für dieses problem!


medizinische behandlung in österreich NUR gegen BARZAHLUNG!


da brauch ma ka e-card mehr

da brauch ma ka foto mehr

jede menge verwaltungsaufwand kemma uns sparen


die vielen flieger aus anatolien, mali, sri lanka und bangladesh mit den tausenden gesundheitssystemschmarotzern werden nicht mehr am viennaairport landen, sondern müssen woanders hinfliegen

und 85% meiner vorposter können sich wieder abregen, den geifer abwischen und die gewonnene zeit dazu nützen, zB das wort SOLIDARITÄT buchstabieren zu lernen

super cat
04
3.12.2009, 14:27
Warum so hysterisch?

Die E-Card ist ein Nachweis dass Sie auf eine Versicherungsleistung Anspruch haben, für die sie einzahlen. Die monatlichen Beiträge an die Krankenversicherung sehen sie auf ihrem Gehaltszettel.

Wenn sie nicht versichert sind, können sie erbrachte Leistungen nicht über diese Versicherung abzuwickeln. Ganz genau so wie bei jeder anderen Versicherung.

Versicherungsbetrug ist abzulehnen weil die verursachten Kosten auf die Zahlenden übertragen werden, d.h. wieder höhere Rezeptgebühren und Selbstbehalte etc.

Niemandem wird im Notfall eine medizinische Behandlung verwehrt, die Frage ist nur wie die Kosten abgewickelt werden. Versicherungsbetrug kanns nicht sein.



solandre
 
03
2.12.2009, 16:56

foto auf der card und alles ist gelöst

Hans der Wedler
21
2.12.2009, 12:15
Unwissen und Angst

Hier wird wieder mal vieles geschrieben und diskutiert. Was keiner sagt, wie wars denn vorher ? Der achso sichere Papierzettel war besser ? Die eCard hat schon zu einer Verbesserung beigetragen und es wird weiter dran gearbeitet, warum sich drüber aufregen ?

Und lustig ist auch, das hier von einem "Ausbeuten" der Krankenversorgung geredet wird, haben sie sich schon mal gefragt was so alles in Rettungswägen und Spitälern für den "Eigengebrauch" mitgeht ?

Genauso wie die Geschichten von den verteilten eCards. Wenn sie das gesehen haben, oder gehört haben warum hat die dann keiner festgehalten und die Polizei gerufen ? Da müsste jeden Tag was von solchen Fällen in der Zeitung stehen wenn das die "braven Bürger" melden. Oder schauns weg ?

Chocoholic
00
2.12.2009, 17:41
Die e card hat fuer den Preis, den sie gekostet hat von der

Vorplanung ueber die Organisation ueber die Herstellung und Verteilung, weniger als Null gebracht: naemlich nur Kosten. Die ganzen ach so tollen Versprechungen sind nicht eingehalten, weder ist es einfacher, im Ausland mit der e card abgewickelt zu werden (ganz im Gegenteil, und da hole ich mir gerne einen Urlaubskrankenschein), noch ist es im Land einfacher geworden, weil bis vor kurzem die meisten nicht einmal ein Lesegeraet haben. Ganz zu schweigen von den jaehrlichen KOsten des Neu gedruckt werdens, wenn man z.B. bei der Krankenkasse der Gewerblichen immer nur Karten auf ein Jahr befristet erhaelt, wunderbar.... wozu also das ganze Tam Tam mit Karte, wenn wieder keine Daten abgelesen werden, z.b. die Gueltigkeit?

Hans der Wedler
00
2.12.2009, 23:22

Und bezüglich Daten auswerten und EU-Ausland. In der EU sind bereits wichtige Überlegungen über die Vernetzung am Laufen, Österreich war einfach Vorreiter und die anderen ziehen nach. Und das mit den Karten einmal pro Jahr drucken ist wirklich Idiotie, ich hab meine seit Release.

Und das mit den Daten ablesen war den Datenschützern zu problematisch und jemand anderes hätte sich darüber aufgeregt das es möglich ist. Wie gesagt, Grunddaten sind drauf, mehr würde vielleicht gefährlich werden für den Patienten.

Chocoholic
00
3.12.2009, 17:48
Oesterreich war Vorreiter?

Eigentlich nicht, in vielen Laendern gab es bereits andere Systeme, Oesterreich war eigentlich hinten nach. Und keiner kennt sich aus oder ist eingeschult, was ich bereits Probleme mit der e card hatte, unglaublich. Da war mit der Kreditkarte einzahlen und nachher von der Versicherung einholen wesentlich leichter.

Hans der Wedler
01
2.12.2009, 23:18

Dann fragen sie mal einen Arzt was er sich spart, bzw ein Krankenhaus. Wenn ich mich Recht erinner wars das AKH das vor lauter Akten nicht mehr wussten wohin damit, und neue Räume bauen lies.

Bezüglich Lesegeräte hat zumindest in Wien jeder Arzt bei dem ich bisher war eines (vom Hausarzt bis zum Orthopäden), weiters kommen einige mehr Vorteile wenn das ELGA System ausgerollt wird. (Und wenns so rennt wie bei der ecard gehts schnell und funktioniert)

Und es ist klar das so ein System etwas kostet und das nicht gerade wenig. Aber schauen sie mal nach Deutschland, die pfuschen jetzt schon seit Ewigkeiten daran rum, bei uns ging es ruckzuck in einem Jahr. Und die Infrastruktur passt auch.

Chocoholic
00
3.12.2009, 17:52
Sie vergessen, dass das nur weil sich jetzt das AKH viel Papier erspart,

es bei den AerztInnen in der Praxis a) mehr Geld kostet, b) komplizierte Software Einschulungen inklusive Auf und Abwertungen fuer dafuer unterbezahltes Ordinationspersonal bedarf, c) nur weil Deutschland herumpfuscht, ist das kein Grund.
Gerade im Software und Kartenbereich wird dauernd herum gepfuscht, damit ja alle lieben Schaefchen ihren Umsatz machen. Und wenn der Wind in die andere Richtung weht, wird alles wieder umgekehrt, und die naechste Firma kommt zum Auftrag - ein Schritt vor, vier zurueck. Kein Wunder, dass die Abzock IT mehr verdient als der gesamte praktische Arbeit ausuebende Dienstleister.

maxinthemix
20
2.12.2009, 11:52
Tja, irgendwann wird man

wenn man zum Arzt, in die Apotheke oder sonst wo hin geht sich nur mehr mit Aktenordner außer Haus trauen, weil man ohne e-Card, Reisepaß, Meldezettel, Geburtsurkunde, Kontoauszug, Kredit- und Bankomatkarte sowie Leumundszeugnis keine Leistungen des Gesundheitssystems (oder von sonst wem) in Anspruch nehmen kann.

Warum ham's denn nicht gleich alles Notwendige auf diese Karte gepackt, damit man nicht noch zig weitere Dinge mitnehmen muß? Zwengan Datenschutz kanns ja nicht wirklich sein - man sehe sich nur mal an, wie die nächste Volkszählung durchgeführt wird. Wenn Vater Staat gewisse Daten will, kann er die sich schon aus den diversen Quellen zusammenkratzen (e-card hin oder her).

miraculix66
 
00
5.12.2009, 17:43

schlicht ein ausweis- was ist daran so unmöglich ?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 421
1 2 3 4 5 6 7 8 9

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.