Günstig wohnen auf Rädern

1. Dezember 2009, 16:52
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Lückenschließer statt Lückenbüßer: Dies kennzeichnet den Caddy Maxi Life, den es nun auch mit Allradantrieb (4motion) gibt

Zu Jahresanfang präsentierte VW den allradgetriebenen Caddy Life 4motion, jetzt zu Jahresende folgt die Langversion, weil auch das Jahr schon länger währt, die auf diese Gegebenheit mit einem Maxi zwischen Life und 4motion hinweist. Das sind satte 47 cm mehr möbliertes Mobil - angesichts der daraus resultierenden Raumverhältnisse kann man hier quasi wohnen (und sicher auch essen) auf Rädern, im Garconniere-Format jedenfalls.

Dieses Mobil ist total ganzjahrestauglich, weil eben, wie gesagt, nun auch mit Allradantrieb versehen. Das vom schwedischen Systemlieferanten Haldex zugelieferte System hört bei VW auf den Namen 4motion, selbiges wurde aus Entwicklungs- und Produktionskostengründen mit einem einzigen Motor (1,9 TDI) und einem einzigen Getriebe (6-Gang-Schaltung) verkuppelt wie auch schon bei der Kurzversion Caddy Life 4motion. Life? Wir erinnern uns: Das ist die Bezeichnung für die Caddy-Pkw-Version, die sich in der Kategorie leichter Nutzfahrzeuge ausgesprochen wacker schlägt. Der normale, frontgetriebene Caddy Maxi Life vulgo Lulatsch-Caddy wurde vor zwei Jahren lanciert, der nun nachgereichte Allradler soll dem Konzept neue Freunde und -innen erschließen, so jedenfalls die Absicht der VW-Spar- und Wohnberater.

Präsentiert wurde der große Wagen soeben dort, wo er/es am meisten Sinn macht: Im (semi-)alpinen Gelände, zwischen Salzburg und Filzmoos. Erster Eindruck: Die gewisse Schwere des Systems (Allrad, Schiebetüren, bis zu sieben Sitze) verleitet nicht unbedingt zu permanenten Sprint- und Tempoorgien, politisch sehr korrekt. Um die 1,7 Tonnen vom Stand auf Tempo 100 zu wuchten, braucht es mindestens 13,7 Sekunden.

Der Fahrbetrieb aktiviert fast schon verschüttetes Wissen: Holla, hier kommt also noch ein Pumpe-Düse-Diesel zum Einsatz. Dessen (hier nur im höheren Drehzahlbereich) unzeitgemäße Akustik wird Käufern eines solchen Autos herzlich egal sein, hingegen werden die sich über den Hauptvorteil dieser vom Aussterben bedrohten Selbstzünder-Spezies freuen: den Verbrauch. Nach wie vor ist in dem Kapitel Pumpe-Düse den leisen Common-Railern über, der Wagen kommt trotz Allrad auf normtestzyklische 6,8 l / 100 km, tadellos.

Wir haben hier übrigens nicht nur einen Gegner von Renault Kangoo und Konsorten vor uns (obwohl die ein Stück kleiner sind und alle ohne Allrad), sondern auch eine interessante Alternative zur Kategorie klassischer Minivans à la Renault Espace und Chrysler Voyager: Der Caddy Maxi Life 4motion bietet mindestens ebenso viel Nutzraum wie diese, kommt aber viel günstiger. Downsizing beim Preis, Upsizing beim Format: gute Idee. Avantgardedesignpreise wird er allerdings wohl keine gewinnen. (Andreas Stockinger/DER STANDARD/Automobil/27.11.2009)

  • 4,88 Meter lang und ein Laderaum, der 530 bis 3950 Liter schluckt: Der
Caddy Maxi Life 4motion ist eindeutig ein Typ für Menschen mit üppigem
Transport-bedarf.
    foto: werk

    4,88 Meter lang und ein Laderaum, der 530 bis 3950 Liter schluckt: Der Caddy Maxi Life 4motion ist eindeutig ein Typ für Menschen mit üppigem Transport-bedarf.

  • Schiebetüren, auf Wunsch sieben Sitze: interessanter Gegner klassischer
Minivans. Mindestens so viel Nutzraum, aber deutlich günstiger.
    foto: werk

    Schiebetüren, auf Wunsch sieben Sitze: interessanter Gegner klassischer Minivans. Mindestens so viel Nutzraum, aber deutlich günstiger.

  • Link     Volkswagen
    grafik: der standard
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