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Unterrichtsschluss in der Pisacane-Volksschule im Osten Roms. Trotz ihrer Herkunft fühlen sich die meisten Kinder als Italiener und sprechen römischen Dialekt.

Einige der gängigsten Sprachen, die an der Pisacane-Schule gesprochen werden, am Beispiel des italienischen Begriffes "palestra" (Turnhalle): Chinesisch, Russisch, Arabisch und so weiter ...
Ihr hoher Ausländeranteil hat Italiens "multikulturellste" Bildungsanstalt zum Ziel einer vehementen Kampagne gemacht - obwohl die römische Pisacane-Schule auf ihr hohes Niveau verweisen kann.
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Die Fenster der Via della Marranella sind mit bunter Wäsche beflaggt. Ein Duft von Curry und Ingwer strömt aus den meist niedrigen Häusern. "Via della Bangladella" nennen italienische Mitbewohner die von kleinen Läden geprägte Bengalenmeile von Tor Pignattara im Osten Roms. Auf schrillen Plakaten wirbt die "Asiatische Liga gegen den Fundamentalismus" für den Film Portrait of Jihad. Im indischen Restaurant Panpata, im Schnellimbiss Ali Baba und im Halbdunkel des Fu-Du-Grills sitzen diskutierende Männer.
Tor Pignattara zählt nicht zu den Problemvierteln Roms. "Der Zuzug der Immigranten hat sich hier positiv ausgewirkt", gesteht der Blumenhändler an der Ecke. "Früher wimmelte es von Drogenabhängigen und Kriminellen, und die Straßen waren nachts unsicher."
"Was hier fehlt, sind Buchhandlungen, Kinos und Theater", bemängelt Paola Piovesan. Die Biologin gehört zu den wenigen italienischen Müttern, die sich unter die bunten Saris vor der Pisacane-Schule mischen. "Die gehört nicht direkt zu meinem Wohngebiet", erläutert Piovesan. "Meine Tochter Giulia schicke ich wegen des unbestritten hohen Niveaus hierher."
84 Prozent Ausländer
Antonella Sbarassa kann diese Überzeugung nicht teilen. Sie hat ihre Tochter aus Italiens multikulturellster Schule genommen, weil sie den Ausländeranteil von 84 Prozent als "Gefährdung unserer italienischen Kinder" wertet. Mit zwei Gleichgesinnten gründete Sbarassa das Komitee "Mütter für Integration".
Dankbar nahmen sich die Medien des Falles an, die protestierenden Mamme wurden von der Unterrichtsministerin und dem Kulturausschuss des Parlaments angehört. Der rechte Abgeordnete Fabio Rampelli legte ein "Dossier Pisacane" vor, das die Volksschule als "Hort missverstandener Multikulturalität" geißelte.
Vergeblich wehrte sich die urplötzlich in die Schlagzeilen geratene Schule gegen die Vorwürfe. "Es ist absurd, Qualität ausschließlich an der Zahl der Immigrantenkinder festzumachen. Gewiss, deren Anteil ist hoch. Doch 99 Prozent unserer Kinder sind hier geboren und fühlen sich als Italiener. Ihre Eltern stammen aus Bangladesch, China, Ägypten oder Rumänien. Doch sie sprechen römischen Dialekt und machen deshalb dieselben Rechtschreibfehler wie ihre italienischen Mitschüler", versichert die Lehrerin Angela Tancredi: "Wenn chinesische Kinder im Schulhof streiten, tun sie das auf Italienisch."
"Mein sechsjähriger Sohn korrigiert immer meine Italienisch-Fehler", lächelt die aus Bangladesch stammende Rupali Gomez. Details, für die sich die Initiatoren der Kampagne kaum interessierten. Im Kindergarten, der im selben Gebäude ist, orteten rechte Aktivisten neben der selbstgebastelten Weihnachtskrippe eine "Moschee und Figuren mit Kefiah".
Als der Schulrat beschloss, die Grundschule nach dem japanischen Pädagogen Machiguchi Tsunesaburo, dem Vater der "werteschaffenden Erziehung", zu benennen, ging ein Aufschrei durchs Land. Rechte Aktivisten entrollten vor dem Gebäude aus der Faschistenzeit Transparente gegen "die Erniedrigung unserer Nation und Identität".
Zweifelhaftes Vorbild
Unterrichtsministerin Mariastella Gelmini rügte "bei allem Respekt für den Vater der kreativen Erziehung" die "Tilgung einer Symbolfigur unseres Risorgimento". Die Frage der Lehrer nach der Vorbildfunktion des Garibaldi-Mitkämpfers und Selbstmörders Carlo Pisacane, der Gewalt als Mittel zum Zweck rechtfertigte, blieb unbeantwortet. Freilich kann kaum ein Italiener mit Pisacane etwas anfangen. Und so begrüßte die Öffentlichkeit die Annullierung des Beschlusses als Wiedergutmachung begangenen Unrechts.
Die Kampagne gegen die Schule habe "ein hohes Ausmaß von Ignoranz und Fremdenfeindlichkeit an den Tag gelegt", klagt Angela Tancredi. Direktorin Nunzia Marciano zeigte sich regelrecht geschockt von der Vehemenz der Angriffe, bei denen didaktische oder pädagogische Fragen keine Rolle gespielt hätten. "Vergleichende Analysen beweisen, dass unsere Schulabgänger mit hohem Leistungsniveau in die Mittelschule wechseln", versichert Tancredi. Dass es auch Ausländer gibt, die ihre Kinder nicht in die Pisacane-Schule schicken, bestreitet die Lehrerin keineswegs: "Natürlich gibt es Chinesen, die in Rom nicht unbedingt zehn Asiaten als Mitschüler ihrer Kinder wünschen."
Für die in der Forschung tätige Biologin Paola Piovesan dagegen ist das Ausbildungsniveau einziges Kriterium. "Als Forscherin lege ich darauf größten Wert." Das Verhältnis zu den ausländischen Eltern beschreibt sie als herzlich und problemlos: "Zum Geburtstagsfest meiner Tochter sind ausnahmslos alle Eltern der Klasse erschienen. Auch die sonst etwas reservierten chinesischen Väter." (Gerhard Mumelter aus Rom/DER STANDARD, Printausgabe, 1.12.2009)
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.... waren ja schon immer die integrationsunwilligsten nationen :-))
netter beitrag, aber dass es genau mit diesen ländern (kaum bis) KEINE integrationsprobleme gibt ist eh jeden bekannt. aber schön, dass die integrationswilligkeit der chinesen nochmals extra bestätigt wird :-))
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