Spanien ermittelt gegen Pinochet-Witwe

30. November 2009 14:45

Verdacht der Geldwäsche und Unterschlagung

Madrid - Der spanische Untersuchungsrichter Baltasar Garzón ermittelt gegen die Witwe des chilenischen Ex-Diktators Augusto Pinochet, Lucía Hiriart, wegen des Verdachts der Geldwäsche und der Unterschlagung. Die Ermittlungen richten sich auch gegen den Anwalt der 86-Jährigen und gegen zwei ehemalige hohe Mitarbeiter des Geldinstituts Banco de Chile. In einer am Montag in Madrid veröffentlichten Verfügung forderte Garzón die Verdächtigen ultimativ auf, eine Sicherheit in Höhe von insgesamt 51 Millionen Euro zu hinterlegen. Wenn dies nicht innerhalb von zehn Tagen geschehe, werde er Beschlagnahmungen oder die Sperrung von Konten anordnen, betonte der Richter. Er legt der Pinochet-Witwe, dem Anwalt und den Bankiers zur Last, Gelder beiseitegeschafft und gewaschen zu haben, die der vor drei Jahren verstorbene Ex-Diktator sich vermutlich illegal angeeignet hat.

Garzón hatte das Verfahren aufgrund der Klage einer Stiftung eingeleitet, die erreichen will, dass die von Pinochet unterschlagenen Vermögen beschlagnahmt und zur Entschädigung von Opfern der Diktatur verwendet werden. Die Ermittlungen hatten sich anfangs auch gegen die amerikanische Riggs Bank gerichtet. Diese wurden jedoch eingestellt, nachdem das Geldinstitut vor der US-Justiz ein Fehlverhalten zugegeben und eine Geldbuße gezahlt hatte. Garzón hatte 1998 die Festnahme Pinochets in Großbritannien erwirkt und damit weltweit für Schlagzeilen gesorgt.

General Augusto Pinochet hatte 1973 gegen den demokratisch legitimierten Präsidenten Salvador Allende geputscht. Während der Militärdiktatur in den Jahren 1973 bis 1990 waren in Chile mehr als 3000 Menschen umgebracht worden oder verschwunden. Der 2006 in geistiger Umnachtung verstorbene Pinochet war im Dezember 1998 in Spanien wegen Völkermordes, Terrorismus und Folter angeklagt worden. Er konnte in London vorübergehend festgenommen werden. Da ihm jedoch Prozessunfähigkeit bescheinigt wurde, konnte Pinochet nach 15 Monaten in seine südamerikanische Heimat zurückkehren. Menschenrechtsgruppen und Hinterbliebene beklagen, dass die chilenische Justiz die Verbrechen des Regimes zu langsam und nur schleppend aufarbeitet. (APA)

ausgestorbenes Schnabeltier1
04.12.2009 18:55
Kein Mitleid!!! Einkasteln bis ihr da Oa... raucht!!!!

wider den rechten Kanaillen
30.11.2009 17:29
Da wird sich bald wieder der Vatikan einschalten.

Ist die Seligsprechung für Pinochet eigentlich schon eingeleitet worden?

Oscar W
30.11.2009 18:00
sie wissen schon

dass der vatikan einen krieg zwischen chile und argentienien verhindert hat?

und ich bin übrigens nicht religös

NONE
04.01.2010 16:48

Klar. Sagen sie das mal der Vatikanbank und den strategischen Investments des Stadtstaates.

wider den rechten Kanaillen
30.11.2009 18:17
Der Vatikan und der Humanismus

http://de.wikipedia.org/wiki/Rattenlinie

Gewisse Traditionen gehen im Vatikan nicht verloren.
So ist auch sein Engagement für den Massenmörder Pinochet zu verstehen.

turn of a friendly card
30.11.2009 20:12

Danke für die Info!

NONE
30.11.2009 16:14

Haftentlassung dank Prozessunfähigkeit sollte es bei Vorwürfen des Massenmordes nicht geben können.

gremat
30.11.2009 20:57
Prozessunfähigkeit

sollte es gar nicht geben.
Genauso wie das nicht anerkennen von Gerichten. Man bekommt manchmal den Eindruck das es vom good will der Angeklagten abhängig ist ob ein Prozess zustande kommt oder nicht.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.