Keine Einigung über Beamtengehälter

30. November 2009, 17:14
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    foto: cremer

    Breitschultrig sitzt Gewerkschafter Neugebauer (vorn) nach dem Sieg bei den Beamtenwahlen am Verhandlungstisch. Gegenüber spielen Ministerin Heinisch-Hosek und Staatssekretär Lopatka die Bremser.

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    foto: apa/pfarrhofer

    GÖD-Chef Fritz Neugebauer hat Kampfmaßnahmen angekündigt: Die Gehaltsverhandlungen für Beamte laufen nicht so, wie er es gerne hätte.

Gewerkschaft will Gehaltserhöhung über der Inflationsrate, Ministerin Heinisch-Hosek bietet weniger

Wien - Es war ein Auftritt auf gegnerischem Terrain, aber trotzdem ein Heimspiel. Herzlich begrüßte der Portier des Bundeskanzleramts "seinen" Beamtengewerkschafter Fritz Neugebauer, als dieser vor Ort eintraf, um mit Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek erneut über höhere Gehälter zu feilschen. Zur angekündigten "kleinen" Verhandlungsrunde rückten die Staatsdiener zu vierzehnt an. Besonders kämpferisch: die Dame im Leopardenmantel, die das Grau und Schwarz der männerdominierten Delegation kontrastierte.

Als die Beamtenvertreter nach eineinhalb Stunden wieder abrauschten, ließen sie eine stirnrunzelnde Ministerin zurück. "Einmal geht's noch" , stöhnte die Pressesprecherin, als ihre Chefin wieder einmal verkünden musste, dass die Verhandlungen ohne Ergebnis unterbrochen wurden. "Wir sind keinen Schritt weitergekommen", gab Heinisch-Hosek zu.

Die sozialdemokratische Ressortchefin hat den Beamten 77 Millionen Euro geboten. Damit ginge sich eine Gehaltserhöhung von 0,7 Prozent aus. "Mehr ist definitiv nicht da", sagt Heinisch-Hosek. Sie rechne jedenfalls nicht damit, dass Finanzminister Josef Pröll, der diese Summe genehmigt hat, aus Mauritius einen neuen Scheck schicke.

Die Gewerkschafter akzeptieren das nicht. Sie wollen überhaupt erst ab 0,9 Prozent, der Höhe der Inflationsrate im relevanten Zeitraum, zu verhandeln beginnen. Als "völlig unverständlich" bezeichnet Neugebauer das Ansinnen der Regierung, seine Klientel zu sinkenden Reallöhnen - die Teuerung würde mehr als das Plus wegfressen - zu verdonnern.

Pause für Gutverdiener

Auch der von der Regierung ausgelegte Köder schmeckt den Personalvertretern nicht. Heinisch-Hosek schlägt vor, das Gros an die kleinen Beamten von der Putzfrau bis zum Handwerker zu verteilen, damit diese zu Gehaltssteigerungen über die Inflationsrate hinaus kämen. Gutverdiener sollten hingegen eine "Pause" akzeptieren, sagt sie - ihr Ziel sei nicht, "die Sektionschefs zu bedienen". Schließlich zahle der Staatsdienst ohnehin bessere Gehälter als in der Privatwirtschaft üblich: Das Medianeinkommen - die eine Hälfte der Beamten verdient mehr, die andere Hälfte weniger - liegt bei 2400 Euro brutto im Monat.

Weil es für die Beamten laut Heinisch-Hosek bislang aber ein "no go" war, weniger als die Inflationsrate zu akzeptieren, machen erst einmal die Verhandlungen Pause. Gegen Ende der Woche wollen sich die Kontrahenten wieder treffen, diesmal aber in wirklich kleiner Runde zu geheimer Zeit an einem geheimen Ort. Eskalation ist bis dahin keine vorgesehen. Am Montagvormittag drohte die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (Göd) zwar erstmals offen mit Kampfmaßnahmen, doch bei den anschließenden Gehaltsverhandlungen waren Streiks kein Thema. Boss Neugebauer klang hinterher sogar auffallend konziliant: "Jedes Gespräch, das eine ordentliche Perspektive in sich trägt, ist ein gutes Gespräch." (Gerald John, DER STANDARD, Printausgabe, 1.12.2009)

Kommentar posten
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sabber
00
10.12.2009, 07:14
0,9 %

wollten sie, jetzt kriegen sie sogar mehr. Da weiß man gleich, wer der Stärkere ist.

Eva Hexe
 
11
1.12.2009, 18:49
gehaltserhöhung

gehts endlich weg von einer %iellen erhöhung des gehaltes. 100 euro monatlich sind bei einem "kleinen" beamten fast 10 % des Gehaltes. ein Herr/Frau Sektionschef merkt den zusätzlichen 100er nichtmal. aber der "kleine" freut sich einen haxn aus.

Mathias
 
00
2.12.2009, 14:26
Gehaltserhöhung

Prinzipiell wäre diese Vorgangsweise AUCH in der Privatwirtschaft anzudenken. Dem Arbeiter / Angestellten bleibt dann mehr im Geldbeutel als mit diesen "schwindeligen" prozentuellen Erhöhungen!

kakaniengeist
06
1.12.2009, 11:18
berufswunsch: seniorIn!

jobsicherheit

unkündbarkeit

und dabei, bei der höchsten einkommenszuwachsquote im herbst/winter 2009

1,5 prozent plus für ALLE *aktivbürger*.

alles, was darüber hinaus zu zahlen wäre, müsste im ureigensten interesse des staates sein. die alpenrepublik befindet sich nämlich im umbruch: die bevölkerungspyramide dreht sich unaufhaltsam:

zu ungunsten der jungen generation, die mit sehr großer sicherheit die jüngsten senioren weltweit nicht mehr lange *abfedern* können wird,

schon gar nicht mit solchen miesen einkommenszuwachsraten.

Herr und Frau Österreicher
 
60
1.12.2009, 12:01
Intelligent!

Eine Berufsgruppe gegen die andere auszuspielen ist schon wahnsinnig intelligent, jetzt sich aber noch über die "Privilegien" der PensionistInnen aufzuregen, schlagt dem Fass den Boden aus!
1. JedeR geht mal in Rente
2. Finanziert ein nicht unerheblicher Teil der PensionistInnen ihre Enkel mit (v.a. StudentInnen)!!!!!!

LadyDoolittle
20
2.12.2009, 11:51
JedeR geht mal in Rente

aber nicht mit 80 % des Letzteinkommens.

Wobei die Beamten bis zur Pension eine unkündbare Beschäftigung haben (in der Privatindustrie wackelt der Posten schon ab 50), auch ein mehrmonatiger Krankenstand wird voll bezahlt (ASVG - DG nach Dienstjahren, vom Krankengeld der GKK kann keiner überleben).

Mathias
 
01
2.12.2009, 14:04
in der Privatindustrie wackelt der Posten schon ab 50

Tja. Bedeutet das nicht, daß was in der PRIVATWIRTSCHAFt geändert werden sollte? Wo bleibt die "leistungsorientierte Entlohnung"? Arbeitet ein (Spitzen)Manager wirklich um soviel mehr als ein Angestellter / Arbeiter?

Die Masse der Beamten hat gar nicht solche Gehälter, das sind wenige Topspitzenverdiener, die die statistischen Werte ziemlich erhöhen!

LadyDoolittle
20
2.12.2009, 19:33
Die Masse der Beamten hat gar nicht solche Gehälter

Der wesentliche Unterschied sind auch die Biennalsprünge bis zur Pension, also durch ca. 40 Berufsjahre, z.B. für einen C-Beamten. Ob in dieser Zeit ein Beamter 20-mal eine Verbesserung der Arbeitsleistung durch Erfahrung erbringt ist ebenfalls fraglich.

In der Privatindustrie ist nach 18 Jahren Schluss, also mit ca. 43 Jahren. Außer man steigt in eine höhere Verwendungsgruppe, soferne es im Kollektivvertrag vorgesehen ist, meistens von III auf IV.

Der Unterschied ist also 22 Jahre ohne Anspruch auf Steigerung des Gehaltes. Und freiwilligen Erhöhungen bei älteren Arbeitnehmer ist so häufig wie Schneefall im Juli.

Die Privatindustrie steht in Konkurrenz mit anderen Unternehmen. So einfach ist eine Änderung nicht.

Sidlo
00
2.12.2009, 07:55
Pensionisten sind genau so eine heilige Kuh

wie die Beamten: Kein Politiker wagt sie anzugreifen und dementsprechend groß sind auch die Auswüchse in beiden Gruppen.

SUSI_R
03
1.12.2009, 17:19
was ist mit Ihnen los? In einem anderen Forum mokieren Sie sich über die Privilegien der Beamten?

und wenn jemand argumentiert, dass pensionisten mehr als aktive erhalten soll, dann spielens die Mimose? Es gibt auch Beamte die StudentInnen sponsern, so what....

kakaniengeist
16
1.12.2009, 12:43
die jetzigen senioren gehört zum überwiegenden großteil nicht mehr der kriegsgeneration an!

das sind schon jene der wirtschaftswunderjahre.

und die brauchen mit keinem leidens- oder verzichtssyndrom mehr daherkommen. die sind die letzten 50 jahre nur immer auf die butterseite gefallen (in ihrer gesamten sozialisationsentwicklung). diese chancen haben die heutigen jungen auf allen ebenen nicht mehr.

übrigens, die *ausspielkarte* zu zücken, ist nicht notwendig! über mehr als die pensionsanpassung KANN verhandelt werden.

weniger vorzuschlagen, ist allerdings frevelhaft und gehört ganz nüchtern *bekämpft*.

Herr und Frau Österreicher
 
30
1.12.2009, 15:11

Es ist sch###egal ob die jetzigen PensionistInnen aus der Kriegsgeneration kommen oder nicht! Meine Eltern haben ihr Leben geschuftet und das ohne Krieg, es ist ihr gutes Recht, jetzt ihre Pension zu genießen! Ich für meinen Teil hab keine Lust, daran mitzuhelfen, dass ich selbst erst mit 80 in Rente gehen kann - das ist nämlich die Konsequenz aus der "Kritik"!

Mathias
 
10
2.12.2009, 14:09
schuften

Es kommt wohl noch darauf an, wie man "schuften" interpretieren kann. In der heutigen Zeit wird Personal eingespart und das Mehr an Arbeit auf immer weniger aufgeteilt! Dadurch entsteht verglichen zu früher eine Mehrarbeit!

Ich kenne genügend Leute, die schon lange in Pension sind, oder erst kürzlich gehen konnten. Früher ist der Pensionist mit wehmut in den Ruhestand gegangen, heute "flüchten" die Leute und sind froh darüber.

Da hat sich einiges stark geändert!

SUSI_R
02
1.12.2009, 17:27
ach und die heutige Generation schuftet nicht? Die dürfen Ihrer Meinung nach Ihre Gehälter nicht geniessen? Sie haben eine etwas eigenartige, sehr einfach gestrickte argumentation

austria_traveller
20
1.12.2009, 14:03

14 Tage Urlaub und 6 Tage die woche arbeiten.
und nicht nur ein paar Monate. Jahre waren das.

kakaniengeist
03
1.12.2009, 14:54
na und? wenigstens hat es genug arbeit gegeben!

das war doch seinerzeit befriedigung pur.

leider ist halt unsere gesellschaft auf allen ebenen *faul* geworden.

und das ist weder verdienst der alten noch schuld der jungen - oder viceversa!

Herr und Frau Österreicher
 
30
1.12.2009, 15:14

Das ist doch absurd: Einerseits beklagen sie sich, dass "unsere Gesellschaft faul" geworden ist, andererseits sind es doch nur die "glücklichen Pensionisten, die auf der Butterseite leben"...
Ich weiß nicht, was sie wollen, wofür sie stehen, aber ich hab irgendwie Angst davor!

Frotzel
00
1.12.2009, 10:41
Eine leistungsgerechte Entlohnung brächte Gerchtigkeit und viele Milliarden Ersparnis an Verwaltungsausgeben!

sternschnuppenregen
00
1.12.2009, 11:16
wie genau

stellst du dir eine leistungsorientierte entlohnung im beamten/öfftl. bediensteten-bereich vor?

nur so zum besseren verständnis...

mikromalist
 
00
1.12.2009, 12:07
Ich bin ja nicht gefragt, aber ...

Zuerst fragte ich die Leistungserbringer, WEM ihre Leistung zugute kommt. Dann jene, ob sie diese überhaupt wollen, und wenn ja, wie sie diese beurteilen. Dann stelle ich die Leistung den Kosten gegenüber.
zB Finanzamt. Es muss Steuern einheben und behauptet, dies geschehe ohne Schlupflöcher, aber fair. Sie treiben termingerecht ein, zahlen aber sofort jedes Guthaben zurück, sagen sie. Online-unterstützt.
Eine Nachfrage bei Unternehmerinnen, Angestellten, ... ?
IMO, STIMMT. Falls das andere auch so sehen und nach Überprüfung der Kosten: signifikantes Leistungsplus, also signifikantes Gehaltsplus.
Asfinag, wer benötigt ....
Polizei, Aufklärungsquote, Beurteilung der Kooperation mit der Bevölkerung, ..
usf.
Es ist gar nicht schwierig.

Otto Ottinger
 
16
1.12.2009, 09:19
Wenn Ihr den letzten Nettosteuerzahler verjagt habt werdet ihr feststellen, dass euch der Staat nicht ernähren kann!

mikromalist
 
16
1.12.2009, 09:14
Wäre ich so zynisch,

wie jene im öffentlichen Dienst, die sich auf Kosten der Gesellschaft eine einträgliche Nische geschaffen haben, würde ich sagen: wir bitten um Streik. Nach einem Streik weiss die Arbeitgeberin viel besser, wer gebraucht wird und wer nicht. Bei manchen Stellen wird sie drauf kommen, dass sie gar nicht wusste, das es diese gibt, bei manchen hat sie noch nie einen gesellschaftlich relevanten Output gesehen?!
Und dann, schrumpfen um 30%, der Rest erhält 10% mehr.

hurchzua
01
1.12.2009, 08:14
Das Thema wird völlig falsch angegangen

nicht die Gehälter der Beamten/Vertragsbediensteten sind das Problem. Die sind bei näherem Hinschauen nämlich nicht so hoch (zumindest wenn man gleich Qualifizierte vergleicht).

Ein Problem ist die Unkündbarkeit, die es leider nur sehr schwer möglich macht die schwarzen Schafe auszuscheiden.

Eva Hexe
 
01
1.12.2009, 18:53
unkündbarkeit

stimmt: prinzipiell sind beamte unkündbar, aber schwarze schafe kann man auch los werden. (Leistungsfeststellung/Disziplinarkommission)
nur haben leider die wenigsten chefs den mumm dazu diesen zu gehen.

kakaniengeist
113
1.12.2009, 08:04
wer für die *unkündbaren*, oft sehr jungen alten in der alpenrepublik 1,5 % innerhalb kürzester zeit flüssig hat,

wird bei den *aktivbürgern*, die die senioren erhalten müssen, nicht unter dieses limit fallen dürfen.

da braucht es keine warnungen und drohungen, sondern nur allgemeine hausverstandslogik.

1,5 % plus für alle ist nichts anderes als status quo in der momentanen situation.

verhandeln kann man über die verteilung des wertes, der darüber hinausgeht.

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