Volksanwaltschaft bringt Ortstafeln vor VfGH

29. November 2009 10:18

Kritik an in Ortstafeln hineinmontierte Zusatzschilder in Ebersdorf, Bleiburg und Schwabegg

Wien - Die Volksanwaltschaft hat sich in Sachen Kärntner Ortstafeln wieder an den Verfassungsgerichtshof (VfGH) gewandt. In einem Antrag plädiert sie dafür, die Verordnungen der Bezirkshauptmannschaft Völkermarkt zu den Ortschaften Ebersdorf, Bleiburg und Schwabegg aufzuheben. Diesmal geht es um die in die Ortstafeln hineinmontierten Zusatzschilder.

Der VfGH befasst sich in der morgen, Montag, startenden Session mit dieser Frage, allerdings nur für Bleiburg - und auf Grund einer "Schnellfahrer"-Beschwerde. Der Volksanwaltschafts-Antrag ist erst vor Kurzem eingelangt, er ist noch nicht Gegenstand der Beratungen.

Schon seit langem versucht die orange Landesregierung die Verpflichtung zu zweisprachigen Ortstafeln in Ebersdorf, Bleiburg und Schwabegg zu umgehen. 2005 attestierte der VfGH diese Verpflichtung. Woraufhin LH Jörg Haider und sein jetziger Nachfolger Gerhard Dörfler im Februar 2006 die Ortsschilder einfach verrückten. Daraufhin hob der VfGH die dem zugrundeliegende Verordnung der BH als gesetzwidrig auf.

Die neue Verordnung sah aber wieder keine zweisprachigen Ortstafeln vor, sondern Zusatztafeln in slowenischer Sprache, die unter das deutschsprachige Ortsschild montiert wurden. Die Volksanwaltschaft brachte dies vor den VfGH - und war erfolgreich: Der Gerichtshof entschied im Dezember 2005 für Ebersdorf und Bleiburg und im Dezember 2007 für Schwabegg, dass dies gesetzeswidrig ist.

Die jetzigen Verordnungen sehen zwar keine Zusatztafeln mehr vor. Aber die vorher unten drangeschraubten Zusatztafeln wurden einfach in die alten Ortsschilder hineinmontiert. Die Volksanwaltschaft sieht darin "einen weiteren Versuch der zuständigen Landesbehörden, die Rechtsanschauung des Verfassungsgerichtshofes zur Unzulässigkeit der Verwendung von Zusatztafeln ... zu konterkarieren". Deshalb hat sie erneut den VfGH angerufen. (APA)

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eklaTANT
02.12.2009 14:17

Wo liegt der Unterschied ob nun von Haus aus zweisprachige Orttafeln aufgestellt werden oder die zweitsprachige Bezeichnung zu einem späteren Zeitpunkt aufgebracht wird?

Und wegen was hat sich der Schnellfahrer beschwert?

luke90
30.11.2009 14:54

ja ja wenn unser Jörgi noch Leben würd dann könnt der das schon regeln

derfalke
30.11.2009 11:41
Der Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler

war gestern abend im ORF2 sehr sachlich, sehr kompetent und sehr überzeugend. Sein Vorschlag hat Gewicht.

Immer mehr Bürger erkennen inzwischen, dass die von Kreisky 1977 geschaffene Regelung die beste Lösung darstellt. Jeder Versuch daran etwas zu ändern, würde nur sofort zu neuem Unfrieden im Land führen. Das wollen wir alle nicht.

Markus Sagmeister
02.12.2009 11:07
Dörfler

hat anderen gesagt, dass sie ihn ausreden lassen sollen. Als Ingrid Turnherr den Wirtschaftsfachmann eine Frage gestellt hat, hat Dörfler den Gefragten nicht antworten lassen sonder das Wort ergriffen ohne das er drann war. Es ist die Art der BZÖ Führung und des LH, aber eine absolute Unkultur.

Dörfler war überheupt nicht sachlich und überzeugend. Es waren die üblich abgespielten
einstudierten Dinge die er runtergebetet hat.

Markus Sagmeister
02.12.2009 11:14

Korrektur:
....Turnher...
....dem Landeshauptmann...
....sondern....
....überhaupt....

LGM
30.11.2009 21:31

eine Beschreibung dessen, was Dörfler im ORF2 geboten hat, käme wohl zurecht nicht durch die Zensur

1000 Kopfläuse können nicht irren
30.11.2009 10:42
Übernimmt diesen Fall der Stadler?

(C:

grad ischach
30.11.2009 00:57
Das sind nicht "die Kärntner" und

wahrscheinlich nicht einmal die 45% der Orangenwähler, die sich aus Angst vor den von faschistoiden Gruppen produzierten Feindbildern die Hose vollmachen. Ich glaube, dass die 55% selbst denkenden Kärntner für einen erbärmlichen LH, der stolz darauf ist, dass ihm von der Staatsanwaltschaft Unzurechnungsfähigkeit attestiert wurde, genauso viel Verachtung empfinden wie Ekel.

blackbeauty3
30.11.2009 20:09

Warum sollen eigentlich 2 sprachige Ortstafeln in Kärnten stehen? Die Vereinbarung ist fast 100 Jahre alt. Damals hat es andere politische Kräfteverhältnisse gegeben als heute. In Österreich spricht und schreibt man deutsch. That´s it.

Harald Hörmann
01.12.2009 06:04
In Österreich spricht und schreibt man deutsch. That´s it.

Ist das jetzt ironisch gemeint, oder sind Sie nur unfreiwillig komisch.
Ich nehm einfach ersteres an und geb ihnen dafür ein grünes Stricherl.

hot doc
30.11.2009 13:23

das alles würde ich ja auch gerne glauben. nur sollte sich dieses denken bitte auch in einem entsprechenden wahlverhalten manifestieren.

1010001010001010010
30.11.2009 00:06

wie gestört muss eine landesregierung sein, die wegen der schriftgrösse von ortsbezeichnung auf ortstafeln so ein kaspertheater veranstaltet?

ca. so ähnlich wie wenn ich einem auftraggeber eine reinhau, wenn er die überschrift auf seiner website grösser haben will.

Entsetzen!
30.11.2009 09:38

Gegenfrage: wie gestört muss eine Volksgruppe sein, die wegen der Schriftgrösse von Ortsbezeichnung auf Ortstafeln so ein Kaspertheater veranstaltet?

momodeluxe
30.11.2009 11:27

gegengegenfrage: wie gestört muß eine landesregierung sein, die 50 jahre braucht, um die verfassung umzusetzen?

Hubert Ungeist
30.11.2009 16:04
Gegeenfrage:

im BGLD waren die 25% verfassungskonform in Kärnten für die Slowenen anscheinend nicht. Und in beiden Bundesländern wars umgesetzt.

Hat Bgld eine andere Verfassung?

Mali Princ
03.12.2009 16:46
Auch im Burgenland sind die 25% nicht verfassungskonform.

Nur haben im Burgenland alle politischen Parteien mit Ausnahme der kleinen FPÖ einhellig erklärt, dass jede weitergehende Lösung (also auch 10% wie vom VfGh vorgeschlagen) umgehend umgesetzt wird. Die burgenländische Landespolitik hat den deutschnationalen Populismus nicht nötig.

Hythlodeus
03.12.2009 12:10

rein formell gesehen: ja. Bgld. hat die burgenländische Landesverfassung, Kärnten die kärtnerische. Beiden gemein ist die Bundesverfassung.

Hubert Ungeist
03.12.2009 13:56
Stimmt

es geht aber um die Bundesverfassung

Geld Beutel
 
30.11.2009 11:03
Es geht ja lang nicht mehr um die ...

... Ortstafeln, sondern, darum, dass ein LH (egal wie er nun heißt) Anordnungen der höchsten juristischen Instanz Österreichs nicht befolgen muss. Bzw. so interpretiert, wie sie ihm passen, und nicht so, wie es klar in der Urteilsbegründung des VfGH zu lesen ist.

Denn es werden ja dem einen wie auch dem anderen LH Verordnungen aufgehoben, dass es schon eine Freud' ist.

Da braucht man nicht mehr von Unzurechnungsfähigkeit reden, sondern von Unfähigkeit eine solche auszustellen.

major grubert
 
30.11.2009 10:55
gegengegengegenfrage

und wie gestoert mussen die gewaehlten landespolitiker sein das sie ein sache nicht beim erstenmal korrekt und zeitgerecht fertig bringt.
natuerlich sind die schuld deren rechte beschnitten werden und nicht die die beschneiden.

Entsetzen!
30.11.2009 09:38

Na, dann entfernen wir die Zusatzschilder halt wieder, wenn es unbedingt sein muss!

;-)

Antun Zonger
29.11.2009 22:21

Na dann, damit die arme Seele Ruhe hat: montierts halt die Zusatztaferln wieder ab. Aber dann muß Ruhe sein, ja!

klofrau
29.11.2009 21:16

soll die braune bande die schilder abmontieren, solange sollte man das südlichste bundesland einfach Koroška nennen.

Graf Drakul
29.11.2009 21:03
Kärntner,

seid ihr wirklich mehrheitlich so bescheuert, dass ihr wegen so einer Lapalie ständig vom VfGH gerügt werden wollt? Oder sind das nur ein paar Dumpfbacken in der Landesregierung?
Wenn es nach den letzten Wahlen geht, dann trifft ersteres zu. Aber vielleicht war das ja nur ein Ausrutscher?

Entsetzen!
30.11.2009 09:40

Slowenen, seid ihr wirklich mehrheitlich so bescheuert, dass ihr wegen so einer Lapalie ständig Streit sucht? Oder sind das nur ein paar Dumpfbacken in der Landesregierung?
Wenn es nach den letzten Wahlen geht (Grüne / Radikalslowenen unter 1%) dann sind es gottseidank nicht allzu viele, die so gestört sind.

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