Zweiter Saisonerfolg des Schweizers in Abfahrt von Lake Louise, Amerikaner Lanning vermutlich schwer verletzt - Walchhofer Vierter
Lake Louise - Der Schweizer Didier Cuche siegte am Samstagabend in der Abfahrt von Lake Louise. Er gewann vor dem Italiener Werner Heel (0,44 Sek. zurück) und seinem Landsmann Carlo Janka (0,62). Als Bester eines ansonsten schwer geschlagenen ÖSV-Teams landete Michael Walchhofer mit einem technischen Problem am Schuh auf dem vierten Rang (0,67 zurück). Cuche übernahm nach seinem zweiten Saisonerfolg wieder die
Führung im Gesamtweltcup, er hatte bereits den Riesentorlauf in Sölden für sich entschieden.
Überschattet wurde das Rennen vom schweren Unfall des Amerikaners Thomas "TJ" Lanning. Er stürzte kopfüber und verdrehte sich sein linkes Bein schrecklich, als die Kante des Skis noch einmal griff, die Bindung sich aber nicht öffnete. Lanning musste nach längerer Behandlung mit dem Hubschrauber abtransportiert werden. Er war in der letzten Saison auch in Kitzbühel schwer zu Sturz gekommen.
Geklebte Schnalle
"Ich bin zufrieden mit
der Leistung, auch wie ich gefahren bin. Was ich machen wollte, ist
mir aufgegangen", sagte Cuche, der das erste Training dominiert
hatte, nach seinem insgesamt elften Erfolg im Weltcup. Walchhofer, Verteidiger im Abfahrtsweltcup, hatte
großes Pech, denn wenige Minuten vor seinem Start brach die dritte
Schnalle am Skischuh, die Startvorbereitung Walchhofers wurde vom Werkeln des Servicemanns schwer gestört.
"Eine blöde Geschichte. Es ist die wichtigste Schnalle am ganzen
Schuh, ohne sie hat man nicht so den Halt. Ich habe es dann mit Routine versucht, aber der Cuche ist sauber gefahren", so Walchhofer. Er verlor nach starker oberer Zwischenzeit sukzessive an Terrain, da er ob der bloß geklebten Schnalle nicht wie gewohnt der
Druck auf den Ski geben konnte. Dann kam noch ein Fehler im Steilstück dazu, die Siegchance war weg. Walchhofer: "Für diese Umstände bin ich mit der Fahrt
zufrieden."
Cuche fürchtete aufgrund der langen Unterbrechung nach dem Sturz von
Lanning noch etwas eine mögliche Wetterbesserung. Tatsächlich wurde die
Sicht für die letzten Starter etwas besser, am Resultat ganz an der Spitze änderte sich aber
nichts mehr. Der 40-jährige Patrick Järbyn fuhr mit Startnummer 55 immerhin noch auf den siebenten Platz vor. Von seiner eigenen Leistung war Cuche ob des
schlechten zweiten Trainings ein wenig überrascht: "Die Korrekturen,
die ich machen wollte, sind mir gelungen. Ich habe meine Linie
umgestellt, bin nicht so hart, sondern mehr mit Gefühl gefahren."
Und natürlich ist der Schweizer jetzt auch für den Super-G am Sonntag
optimistisch ist: "Ich wusste nicht ganz, wie ich beinander bin in
der Abfahrt. Aber wenn es in der Abfahrt und im Riesen gut geht,
sollte es auch im Super-G gut gehen." Mit Schaudern hatte sich Cuche
wie das Gros der Fahrer im Zielraum weggedreht, als die Bilder vom Sturz Lannings noch einmal eingespielt wurden. "Es tut mir leid für
TJ, er ist schon so oft verletzt worden", sagte Cuche. Für den Amerikaner war Lake Louise das erste Weltcup-Rennen seit 24. Jänner in Kitzbühel gewesen,
als er sich auf der Streif das Kreuzband im Knie
gerissen hatte.
"Ich schau da gleich wieder weg", sagte Klaus Kröll, als 14. unmittelbar vor
Romed Baumann zweitbester Österreicher. Sehr unzufrieden
war er mit seiner Fahrt. "Das war ziemlich schlecht, ich bin oben
gleich bei den zwei Kurven nicht auf Zug, nicht ins Fahren gekommen.
Im mittleren Teil hat das Timing nie gepasst." Die drei
Langzeitverletzten Mario Scheiber, Andreas Buder und Hans Grugger,
kamen bei ihrem Comeback nicht in die Punkteränge.
Ebenfalls im geschlagenen Feld waren der US-Amerikaner Bode Miller
und der Norweger Akel Lund Svindal zu finden. (red)