Morales: Kommission will Präsidentenwahl torpedieren

28. November 2009, 17:04

Gremium hatte mehr als 400.000 registrierte Wähler zur Vorlage von Geburtsurkunden aufgefordert

La Paz - Gut eine Woche vor der Präsidentenwahl in Bolivien hat der linksgerichtete Amtsinhaber Evo Morales der Nationalen Wahlkommission vorgeworfen, sie wolle die Abstimmung torpedieren. Die Kommission hatte mitgeteilt, 400.671 der insgesamt 5,3 Millionen bereits registrierten Wähler dürften ihre Stimme nur dann abgeben, wenn sie bis kommenden Donnerstag zusätzlich noch ihre Geburtsurkunde bei den Behörden vorlegten.

Viele Bolivianer haben jedoch keine Geburtsurkunde, deren Ausstellung Monate in Anspruch nehmen kann. Und wer das Dokument hatte, fand sich in langen Schlangen vor den jeweils zuständigen Ämtern wieder.

"Wahlbehörde provoziert"

"Die Wahlbehörde provoziert das Volk, damit es sich erhebt und die Wahl dann abgesagt werden kann. Sicher wollen sie (die Mitglieder der Wahlbehörde) die Wahlen nicht", sagte Morales, der die Wahl allen Umfragen zufolge gewinnen wird. Er lag zuletzt etwa 32 Prozentpunkte vor dem stärksten Kandidaten der Opposition. Zugleich rief Morales seine Anhänger am Freitag auf, für einen geordneten Ablauf der Wahl zu sorgen und der Wahlkommission so einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Das neue Wählerverzeichnis war zwischen 1. August und 15. Oktober angelegt worden. Die Wahlberechtigten konnten sich dort unter Vorlage ihres Personalausweises einschreiben. Zwei Wochen vor der Wahl teilte die Kommission dann überraschend mit, bei mehr als 400.000 Wählern (7,5 Prozent der Wahlberechtigten) habe sie Bedenken über deren Identität, und diese müssten nun eine Geburtsurkunde vorlegen. (APA)

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Horst Holger
20
6.12.2009, 20:15
schwache Opposition und einer aus dem "Volk"

der das blaue vom Himmel verspricht- reicht heutzutage in manchen Bananenrepubliken, um z.B. ehemalige Putschisten oder Legastheniker zum Präsidenten zu wählen. Was soll man von solchen Ländern schon erwarten, wenn der Großteil der Bevölkerung in Armut lebt, keinerlei Bidlung genossen hat und das Kreuzel dann halt dort macht, wo am meisten versprochen wird bzw. am meisten gegen mögliche Schuldige am Elend gehetzt wird (zumeist gegen die USA). Wo aber sowas hinführen kann sieht man gut am Beispiel Venezuela: Staatsbankrott, Vetternwirtschaft, Angst und Hunger dominieren Chavezuela. Bleibt zu hoffen, daß Morales nicht den gleichen Weg wie Chavez geht, dazu ist hängt er aber zu sehr an dessen Rockzipfel..

dr. kokos
 
00
7.12.2009, 15:05

tja, holger, demokratie war leuten wie dir schon immer ein dorn im auge. da loben wir uns doch den pinochet, nicht wahr? leider hat's ja der carmona nicht geschafft, aber mit dem micheletti haben wir endlich mal wieder einen hoffnungsträger.

rorschach
00
7.12.2009, 12:48
hmm ist das eine beschreibung von den

kärntner verhältnissen die sie da abliefern?

Horst Holger
00
7.12.2009, 23:54
Sie waren noch nie in Südamerika,

richtig?!

wider den rechten Kanaillen
00
7.12.2009, 23:59

Legastheniker zum Präsidenten?
Du wirst doch nicht schlecht über den G.W. reden.

Und der Staatsbankrott ist sowohl in Venezuela, als auch Bolivien ausgeblieben.
Ganz im Gegenteil.
Sehr zum leidwesen von Schnorrern, die von der guten alten Zeit (Militärdiktaturen) schwärmen.

Nicolas Castillo
50
1.12.2009, 14:29
tja, ...

das Evo Schätzchen, bzw. Klein-Hugo hat seinen Laden wohl auch nicht mehr im Griff ...

dr. kokos
 
00
3.12.2009, 21:25

unqualifizierte meldung. du hast anscheinend von bolivien nichts mitbekommen. angesichts der ganzen schwierigkeiten, mit denen morales von anfang an zu kämpfen hatte, würde ich eher sagen, dass er den laden mehr und mehr in den griff bekommt.

Nicolas Castillo
00
3.12.2009, 22:22
Koski ...

ist ja gut ... meine Bemerkung bezog sich auf die Schwierigkeiten mit der Wahlkommission, auf nix anderes.

Ansonsten kann ich wirklich nix zu Bolivien sagen, ich kann auch nicht beurteilen, ob der Evo einen guten Job macht oder nicht. Deswegen werde ich mich dahin gehend auch nicht äußern. Versprochen!

groebben
00
1.12.2009, 17:47
Nun denn...

- Nach Konservativen Hochrechnungen aus Oppositorischen Kreisen hat die MAS einen Vorsprung von 37% auf den 2 Plazierten Manfred (55% zu 18%)
-In 6 von 9 Departamentos liegt die MAS klar vorne
- In den restlichen 3 hat Sie Stimmen hinzugewonnen
- Im Senat kaempfen Sie gerade um eine 2/3 Mehrheit

So schlecht scheint das "Evo Schätzchen" nicht aufgestellt zu sein... ;)

Nicolas Castillo
00
1.12.2009, 19:45
sehen Sie ... ist doch toll

warum dann die ganze Aufregung?

rorschach
00
7.12.2009, 12:50
leiden sie unter persönlichkeitsspaltung?

oder haben sie ein aufmerksamkeitsbedürfnis?

Nicolas Castillo
00
10.1.2010, 18:41
nur um Sie zu befriedigen ...

duerfen Sie sich was aussuchen ...

Ava Tar
20
30.11.2009, 01:05
die Angst vor der Demokratie...

Raptor Jesus
00
29.11.2009, 15:55
Dann sollte die Kommision fairerweise die Wahl verschieben, bis sich dass mit der Geburtsurkunde geklärt hat.

Malkaye
00
29.11.2009, 11:25
weiß jemand, wie so eine offen regierungsfeindliche wahlkommission zustande kommen kann?

oder gibt es mehrere wahlkommissionen und diese ist aus einem oppositionellen bundesstaat?

wider den rechten Kanaillen
16
28.11.2009, 22:13
In Paraguay sind 30% der Bevölkerung nicht existent,

laut Geburts- und Wahlregister. Man kann davon ausgehen, dass dies in Bolivien ähnlich sein wird.

Warum hätten die sich auch einschreiben sollen, wozu man sinnvollerweise lesen und schreiben können sollte. Bei uns werden die Leute eingeschrieben, nicht zuletzt wegen Lohnsteuerkarte und Kindergeld (Vorteilen) - dort hat man nur Ärger beim Einschreiben (kostet und dauert - oftmals in weit entfernten Städten).

Durchschaubares Manöver derer, die wissen, dass sie die Wahlen verlieren werden.

Bin gespannt, wann der nächste "Interimspräsident" in Bolivien aus der Taufe gehoben wird.

Porqué no te callas?
00
7.12.2009, 00:28

du und dein "interimspräsident". gehts vielleicht noch blöder?

uebel
00
1.12.2009, 11:58

Die UNICEF schätzt, dass 65 Prozent der unter Einjährigen in Paraguay nicht ordnungsgemäß beim Standesamt gemeldet wurden.

In Bolivien sind es "nur" 18 Prozent!

Das Problem ist auch, dass viele Indigene keine richtige Adresse oder dergleichen haben. Deshalb konnte auch lang keine Partei gegründet werden bzw. wurde sie nicht vom Staat anerkannt.

wider den rechten Kanaillen
21
1.12.2009, 12:08
Es gibt sogar eine UN-Forderung nach kostenloser Registrierung.

In vielen Ländern ist die Einschreibung sogar mit Kosten verbunden, in irgendwelchen weit entfernten Provinzstädten.

Dies bewirkt generell ein Problem in diesen Ländern mit Wahlregistern.
Bei uns wird Kindergeld und werden Rentenzahlungen geleistet, deshalb ist die Registrierung von Geburts- und Sterberegister aktuell und damit auch das Wahlregister.

Wahrscheinlich wollen die rechten demnächst noch eine Stuhlprobe von potentiellen Linkswählern. Diese sollte man ihnen zukommen lassen.

uebel
00
1.12.2009, 12:15
einen interessanten artikel darüber gibt es bei ips

http://ipsnews.net/news.asp?... news=39092

Malkaye
10
29.11.2009, 11:23
recht hast du

aber keine angst, die bolivarianos sind viel besser aufgestellt, als beim putsch 2002 in venezuela.
und nachdem der damalige interimspräsident und unternehmervebands-vorsitzende carmona mit seiner anschließenden flucht über KOLUMBIEN in die USA bereits eindrucksvoll bewiesen hat, wer GEGEN demokratie ist, könnte man den nächsten seiner gattung auch gleich aufknüpfen...

Porqué no te callas?
10
7.12.2009, 00:30

"aufknüpfen" - ist das dein spezielles demokratisches instrument?

Malkaye
00
7.12.2009, 08:55
schonmal was von streitbarer demokratie gehört?

genau, da war doch was - hier in europa.

poster wie du fordern steinewerfende demonstranten zu erschießen. die sind wohl eine "wesentlich" gerinere gefahr für ein land, als ein putschender präsident der verbandes der oligarchie in wirtschaft und medien...

Warentester
00
28.11.2009, 20:00

Die 400' stammen sicher alle aus der Oberschicht des Landes...

groebben
03
28.11.2009, 23:02

Die 400.000 kommen fast ausschliesslich aus laendlichen Gemeinden, also ein Grossteil derer sind MAS Waehler. Die Wahlkommission hat heute vorgeschlagen, dass diese 400.000 als Wahlhelfer arbeiten koennen - jedoch weiterhin nicht Waehlen koennen. Auch die von der MAS ausgestellten Ausweise vor einigen Jahren um diese Menschen auf dem Land zu legalisieren kennt die Wahlbehoerde nicht an.
Einen Wahlsieg Evo Morales kann sie damit nicht verhindern, wohl aber eine 2/3 Mehrheit im Senat der MAS, der zur Zeit noch auf der Kippe steht...

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