"Die Fahne hoch" und ein Strache-Autogramm

27. November 2009 19:08
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    Foto: standard/zeilinger

    "Olympia"-Kommers-Epilog von Gerhard Zeilinger

Österreichs Jugendliche wählen mehrheitlich FPÖ. So weit bekannt. Aber was veranlasst sie, das Horst-Wessel-Lied zu singen? Und wieso weiß ein junges Mädchen überhaupt, wie das geht?

Letzten Samstag, nachts, zum Beispiel in Amstetten. Um diese Zeit sind vor allem Jugendliche unterwegs, man kann sie schon von weitem hören. Drei von ihnen machen sich auf der anderen Straßenseite bemerkbar, 16, vielleicht 17 Jahre alt, ein junges Mädchen ist darunter. Es schreit plötzlich lauthals: "Weiba san zum Pudern da." Der Jugendliche neben ihr, vielleicht ihr Freund, schreit ebenso laut: "Sieg Heil, Sieg Heil, Sieg Heil." Der Dritte verrichtet indes mitten auf dem Gehsteig seine Notdurft. Dann fängt das Mädchen zu singen an, sie singt "Die Fahne hoch" , nicht nur den Anfang, sie singt die ganze erste Strophe, sie kann sie auswendig.

Zuerst dachte ich, das müssen Rapid-Fans sein, eben erst mit dem Nachtzug heimgekommen, aber Rapid hat an diesem Tag gar nicht gespielt.

Es wäre zu einfach gewesen: Von den Rapid-Fans in Amstetten ist man das längst gewöhnt, sie steigen besoffen aus dem Zug, ziehen anschließend grölend durch die Stadt und schreien dabei gerne "Sieg Heil" . Schon im Zug haben sie sich "geistig" aufgeladen, nicht nur mit Bier, auch mit den in Rapidkreisen offenbar beliebten Liedern wie: "Von Favoriten bis nach Auschwitz ziehen alle Juden hin ..." Ich habe das im Zug einmal erlebt, diese Jugendlichen sind außerordentlich sangesfreudig, und meist ist einer dabei, der ein paar von den "alten Liedern" weiß.

Der Schaffner im Zug war überfordert, er hat bewusst nichts gehört, die Fahrgäste haben auch nichts gehört, wer will schon mit Bier angeschüttet werden oder Faustschläge ins Gesicht bekommen? Bier und antisemitische Lieder, weiß ich seither, sind nicht nur Männersache, da sind immer Mädchen dabei, 16, 17 Jahre alt, und sie können die Lieder auch schon auswendig.

Woher aber weiß eine 16-Jährige, wie "Die Fahne hoch" geht? Zur selben Zeit fand in der Wiener Hofburg gerade der Burschenschafterkommers der rechtsextremen "Olympia" statt, und es war ein merkwürdiger Zufall, dass das Mädchen das (in Österreich verbotene) Horst-Wessel-Lied ausgerechnet vor dem Haus eines national gesinnten Rechtsanwaltes sang, der selber Mitglied der "Olympia" ist und in dieser Nacht wohl auch in der Hofburg war, als "Alter Herr" . Ich war schon in eine andere Straße eingebogen, sang das Mädchen immer noch, vielleicht konnte sie auch die zweite Strophe, während eine nächste Gruppe schreiender Jugendlicher auf die drei zukam.

Am Wochenende ist es immer laut in der Stadt, nicht nur laut. Aber was nachts auf den Straßen passiert, davon will offenbar niemand etwas wissen: die "Bürger" nicht, die wollen schlafen, die Polizei nicht, die ist personell unterbesetzt, und schon gar nicht die Politiker, weil sie ja sonst, vielleicht, etwas tun müssten, womöglich Verantwortung übernehmen. In der "Fritzlstadt" Amstetten - die ist überall in Österreich - will man alles, nur ja nicht zuständig sein.

So lebt es sich bequemer. Bis dann wieder einmal Wählerstromanalysen uns bescheinigen: Der Großteil der Jugendlichen wählt rechts. Kein Wunder, könnte man meinen, wenn die, die zwar Wählen mit 16 beschlossen haben, sich um die politische Befindlichkeit der Jugendlichen überhaupt nicht kümmern, nicht einmal um die Voraussetzungen dazu. Politische Bildung gibt es nicht, Bildung ist überhaupt in diesem Land kein Wert. So nebenbei züchten wir uns lieber Neonazis heran ...

Gespenstische Koinzidenzen

Nazisprüche sind mittlerweile Teil der "Jugendkultur" , da muss man gar nicht erst Rapid-Fan sein und nicht unbedingt männlich. Die Nazis waren bekanntermaßen eine Jugendbewegung, in der auch die junge Frau ihren Platz hatte. Stramme SA-Männer in glänzenden Stiefeln, umjubelt von Frauenkörpern in der Synchronie des Hitlergrußes, die sexuelle Komponente auf den Fotos von damals ist unverkennbar. Eines aus dem Fundus Amstettner NS-Bilder ist mir besonders aufgefallen, aufgenommen 1940, nicht weit von der Stelle entfernt, wo das junge Mädchen letzten Samstag das Horst-Wessel-Lied gesungen hat.

Damals zog die "siegreiche Wehrmacht" durch die Stadt, der Frankreichfeldzug war gerade zu Ende, nun kehrten die "Helden" heim, und am Straßenrand bog sich eine ganze Welle "Sieg Heil" schreiender junger Frauen wollüstig zu ihnen hin. Genauso hätten sie "Weiber sind zum Pudern da" schreien können. Das Dritte Reich: Sex & Crime und "Fahne hoch" . Massenmord und Wollust. Primitivität und Kleinbürgerlichkeit zum Exzess.

In der "Fritzlstadt" Amstetten - sie ist überall in Österreich - gibt es einen "bürgerlichen" Stammtisch, wo Sprüche fallen wie: "Die Juden gehören alle aufgehängt." Das sind nicht besoffene Jugendliche, die das sagen, keine Neonazis, kein Pöbel, sondern "Bürger", höhere Beamte, ein Notar, ein Bezirksschulinspektor, ein Arzt, "honorige" Leute.

Nur so "herausgerutscht" ?

Das war 1998, als in Amstetten ein Denkmal mit den Namen der ermordeten Juden der Stadt eingeweiht wurde. Es war erstaunlich und erschreckend, wie schnell die antisemitischen Rülpser wieder hervorbrachen - nicht nur beim Würstelstand, daran hatte man sich ja gewöhnt, das ist "Jargon", wird gesagt, wie halt auf dem Fußballplatz, nein, sogar bei einer Gemeinderatssitzung brach es durch, kam es hoch oder, wie damals gesagt wurde, "rutschte es heraus". Aber herausrutschen kann nur, was drinnen ist.

Es ist merkwürdig, vielmehr es ist gespenstisch: Von Geschichte wissen die meisten Jugendlichen nichts, aber "Die Fahne hoch" können einige auswendig. Nur, woher kennt eine 16-Jährige das Horst-Wessel-Lied? Wo hat sie das gehört, und zwar so gehört, dass sie es derart verinnerlicht hat? Wo lernt man das? Neulich beim Spazierengehen entdeckte ich auf einer Parkbank die Aufschrift: "Juden Stern am Arsch". Weiß jemand, was das bedeuten soll? Und warum schmieren Jugendliche so etwas auf eine Bank?

Vor der letzten Nationalratswahl 2008 war Strache in Amstetten. Ich ging zufällig über den Hauptplatz, als die Veranstaltung gerade aus war. Ich sah 13-, 14-jährige "Buben" , die noch im Weggehen hastig schon nach dem Handy griffen: "Mama, ich hab ein Autogramm vom Strache!" Andere, vom freiheitlichen Freibier umnebelt, grölten herum, riefen Naziparolen, spuckten in Richtung von Passanten, die ihnen zufällig über den Weg liefen. Eine Hetz halt, wenn der Strache kommt und offenbar genau die Tonlage der "Volksseele" trifft. Der jungen "Volksseele", wirklich? (Gerhard Zeilinger/DER STANDARD, 28.11.2009)

Gerhard Zeillinger , Jg. 1964, ist Germanist und Historiker und lebt als freier Lektor und Publizist in Amstetten.

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    Oskar Ungersboeck
     
    29.09.2010 12:25
    Wow, historisch gebildete Kids

    Werter Herr Zeilinger,

    hätten Sie genug Zivil-Courage (gehabt), hätten sie das Mädchen einfach gefragt. Das unterscheidet auch einen guten Journalisten von einem schlechten. Alles unbewiesene Behauptungen.

    Sich hier über irgendwelche und X-belibigen Zustände auszuweinen, ist eher der Job normaler User - eben wie ich einer bin.

    Und dann wehren sich Germanisten/Journalisten, die bestenfalls einen Nachruf schreiben dürften, gegen sogenannten Bürgerjournalismus, wie er eben in manchen Blogs gefunden werden kann. Brotneid oder schlichte Angst? Denn wenn es auf dem Niveau weitergeht, sind sie bald alle arbeitslos.

    clemens jöbstl
    13.12.2009 15:09
    eines akademikers nicht würdig

    dieses billige rapidbashing sollte im zusammenhang mit betrachtungen des rechtsextremismus in unserem land nicht einhergehen. als historiker und rapidabobesitzer verbitte ich mir derartige pauschalisierung! gerade in zeiten in denen anhänger des stadtrivalen versuchen, mit ihren rechten einlagen ehemalige verbrechen der francoära hochzujubeln und LASK-getreue der kulturhauptstadt ihren rechten stempel aufdrücken, ist es wohl kaum nachvollziehbar warum gerade für sie die farben grün und weiss ein schmutziges braun ergeben.
    besässen sie auch nur eine nicht ganz so peinlich dünne kenntnis der hütteldorfer fankultur, würden sie wissen, dass jede unangebrachte politische äusserung innert kürzestem von den eigenen supportern unterbunden wird!

    so go
    11.12.2009 17:08
    sg. hr. zeilinger!

    vielen dank dass sie all das ansprechen, was sich viele von uns denken.

    ich pers. habe auch ein (sofortbildkamera-) foto von hrn. haider und mir als er mir die hand geschüttelt hat und ich konnte ihm nicht nur einen, sondern mehrere sätze über meine (linken) ansichten ins angesicht sagen, weil ich danach gefragt wurde! ich war sehr stolz und hatte den eindruck in diesem land etwas verändern zu können! dieses gefühl vermisse ich etwas...

    bei den rechten gibt es -nach wie vor- die glatzen und die scheitel und es wurden schon genug glatzen poliert um zu erkennen, dass dies völlig sinnlos ist!

    wenn es niemanden gibt, der dieser ideologie einhalt gebieten kann -und damit mein ich nicht die jungen- dann wird sich eben die geschichte wiede...

    Dorian Gray
    11.12.2009 15:45
    Der Liebe Autor verhält sich ja auch so wie die Masse,

    ,sprich einfach wegzuschauen, um dann von sichren Schreibtisch aus geistiige Ergüsse zu verbreiten.

    Die Jugend ist halt ein Spiegel der Eltern der Gesellschaft in der Sie aufwachsen.
    Das Bild ist halt nicht immer schön das man im Spiegel sieht.

    wolfgang rosar
     
    11.12.2009 14:53

    das dilemma ist, dass zynische kritik einer bewegung trotziger unvernunft und geiler aggressivität leider nur energie zuführt. das heisst, wenn wir uns auf die schulter klopfen, weil wir diese bewegung nicht hinnehmen und gegen sie ankämpfen wollen, sind wir fussballerisch gesprochen stolz auf eigengoals. was wir dann machen sollen? da gibt es eben keine automatische und besserwisserische antwort. die richtige antwort wird seit urzeiten und bisher vergeblich gesucht. und wenn wir dann aus verzweifelter frustration einfach zurückschlagen, schlagen wir in einen spiegel. der erste schritt zur richtigen antwort ist die erkenntnis, dass hitler da draussen in uns selbst wohnt und uns den nächsten schritt verweigert.

    Moham@
    11.12.2009 16:25

    .....danke für ihre stich worte . ......dass hitler da draussen in uns selbst wohnt und uns den nächsten schritt verweigert.

    .....sollte sich jerder mal überlegen, wenn er in seine eigene betroffenheit horcht.

    Ein Auffahrunfall auf der Westautobahn (A1) hat gestern gegen 20.30 Uhr in Niederösterreich zwei Menschenleben gefordert.
    Der Einsatz eines ÖAMTC-Rettungshubschraubers konnte das Leben der beiden anderen Opfer nicht mehr retten, sie starben noch an der Unfallstelle.
    Es handelt sich um zwei türkische Statsbürger.

    Moham@
    08.12.2009 22:47
    Herzlich Willkommen

    ...wie muss das sein für "Menschen mit Zuwanderungsgeschichte".

    ...frei nach FALCO "the spirit never dies"

    aleph null
    05.12.2009 09:22
    Als mein Jugendfreund, mit dem ich jeden Tag zusammensteckte,

    in die Pubertät kam, trat er der mittlerweile verbotenen Kameradschaft Babenberg (ein Vorläufer der ANR) bei. Als Freund versuchte ich ihn umzustimmen und damals erkannte ich, dass es unmöglich ist, einen ideologisch verblendeten zu überzeugen. Kurzfristig engagierte er sich auch bei linksradikalen Bewegungen, um dann wieder zu den Rechten zurückzukehren.

    Eine Berufsausbildung schaffte er nie, jetzt ist er arbeitslos und wählt die SPÖ (vermutlich der Sozialleistungen wegen).

    Was lernt man daraus? Dass es vielleicht keine gute Idee war, das Wahlalter derart zu senken.

    liebenfels
    07.12.2009 00:59

    man lernt auch aus Ihrem posting, dass Verallgemeinerungen selten Hand und Fuss haben

    Kohlhaas1
    05.12.2009 23:22
    Naja, wenn man deswegen das Wahlalter anheben soll, dann kannst Du die nächste Wahl am Zentralfriedhof abhalten.

    Martin Major
     
    04.12.2009 14:43
    ist es, herr zeilinger, eigentlich schlimm,

    wenn ich als amstettner seit rund 15 jahren nicht das geringste von all dem beschriebenen mitbekommen habe?

    vielleicht liegts daran, dass ich hoch droben aufm berg wohne.

    allerdings auch dort: der eklatant gestiegene - sagen wir mal migrantenanteil in der siedlung führt bei manchen "nicht-migranten" zu kuriosen geistigen durchfällen. so plauderte ich vor einiger zeit mit einer frau über die farben der neu angestrichenen häuser, bis sie aus heiterem himmel meinte, die genossenschaft müsse "jetzt endlich was machen", damit nicht noch mehr "ausländer" dort wohnen, sonst "kriegen wir noch zustände wie bei _denen_."

    ich fragte sie, welche zustände denn bei uns herrschen, wenn menschen wie sie (die dame) so viel schwachsinn propagieren.

    liebenfels
    01.12.2009 20:47
    Nun ja, die Melodie des HWL hat was

    pathetisches, das im Suff bestimmt so manchem eine wohlige Gänsehaut des Zusammenhalts und der "Unbesiegbarkeit" vermittelt.

    Ich würde das nicht so extrem in Richtung Wiederbet. sehen sondern mehr als Kinderdummheit.

    neuer weg
    03.12.2009 09:50
    die melodie ist das eine

    der Text das andere
    wenn der text dann auch mit S**g H**l Rufe ausgeschmückt wird, dann hat das schon schlagseite und geht etwas über eine kinderdummheit hinaus.

    bela chelek
    01.12.2009 22:56

    Es ist mit Sicherheit keine Kinderdummheit, folglich auch nicht als solche zu verharmlosen...
    Aber Sie würden mit Ihrem nick (natürlich "nur" Kärnten!) sicher auch gerne irgendwem "die Ideen" geben!

    neuer weg
    01.12.2009 16:28
    ja und nein

    das h.w. lied findet man binnen sekunden via google.

    im suff und im frust neigen jugendliche grenzen auszuloten, tabus zu brechen...
    wenn das einmal, vereinzelt oder immer von demselben kleinen Haufen gemacht wird, würd ich da jetzt nicht die Gesellschaft bedroht sehen. Das gab es leider immer und wirds wohl immer geben.

    entscheidend ist wohl, wieviele sich hier nachhaltig betätigen.
    äusserst problematisch wirds, wenn eine gewisse einstellung, art zu denken zum "mainstream" unter jugendlichen wird, wie es in manchen gegenden ostd. dies der fall ist.

    UND das wahlverhalten ist auch ein problem.

    wenn die mehrheit der jugendlichen der mitte den rücken kehrt und rechtsaussen wählt.

    dritter mann
     
    30.11.2009 22:33
    Narrenschiff.

    Und wer ist an allem schuld? - Die Juden. Die Radfahrer. Und jetzt die Rapid. Verblüffend, wie einfach das festzustellen ist. Und wahrscheinlich hat ihnen Rudi Edlinger selbst das H.W.-Lied beigebracht. Lieber Herr Zeilinger, geht's noch? Nie konfrontiert gewesen mit den sog. "Patriots" der Austria? - Gratulation, weil dann noch einmal Glück gehabt. JA, was Strache da auf seine Seite zieht, verschafft einem mehr als Unbehagen. Und ebenso JA, wenn es in diesem Zusammenhang um das Versagen von SP- und VP-Politikern vor allem in NÖ geht. Kein Engagement für Jugendzentren etc. - grölende Jungdepperln allerdings in bestimmten Fußballsclubs verorten zu wollen, macht Ihren Kommentar leider wider die gute Absicht leider unglaubwürdig.

    ama2deus
     
    12.12.2009 23:03

    wo steht, dass rapid daran schuld sein soll?

    wenn sie aus erfahrung wüssten, dass rapid-match-besucher des öfteren am heimweg vom spiel ns-tiraden von sich geben würden, würden sie im ersten moment auch denken "vielleicht sin wieder ein paar am heimweg vom spiel".
    das ist absolut legitim. jeder assoziiert doch bekannte situationen mit bereits erlebten situationen. solange man nicht, trotz besseren wissens, nicht der ansicht ist alle fans seien so bzw. der grund dafür seien die fans, ist alles in bester ordnung

    betwixt
    01.12.2009 04:34
    meine abneigung als veilchen

    gegen euch ist dadurch nicht gewachsen.

    der mann benutzt halt ein plakatives bild. und in amstetten werden mehr grüne sein als sonstige. vermutlich lesen viele eh nur "fussballfan", "hooligan" und sonstiges. nur die ruhe, den befund ohne fussball-augenklappen nochmal lesen.

    Er acht nit was der adel spricht
    Oder des gemeynen volcks geschrey
    Er ist rotund
    ganz wie ein ey.

    dritter mann
     
    02.12.2009 00:33
    p.s.: Schlage vor,

    beim nächsten Derby verteilen wir beide an alle den "Ballesterer" und lesen ihn jenen mit verteilten Rollen vor, die ein Problem mit dem Lesen haben. Und ich meine das keineswegs ironisch, sondern auf Grund langjähriger Erfahrungswerte. Wer einmal etwas kapiert hat, haut nicht mehr hin - nicht einmal verbal. Würde mich sehr freuen---------

    dritter mann
     
    02.12.2009 00:24
    Liebes Veilchen,

    Sie beweisen doch selbst am besten, dass man nicht per se blöd sein muss, wenn man einem Verein anhängt. Mir erschließt sich ja nur nicht, warum es in Amstetten so viele Grün-Weiße geben sollte. Sie, ich und alle Verbandsfunktionäre stehen vor der selben Situation: a) Fußball ist kein Spiel, noch mehr aber b) kein Krieg. Und wie bringen wir das nun unseren unausgebildeten jugendlichen Fans bei, die wenigstens in den 94 Minuten eines Matches keine Scheiße bauen? Richtig: Wir bräuchten darüber hinaus Betreuer, die all das korrigieren, wozu Eltern, Pädagogen/Lehrer und soziales Umfeld nicht imstande waren/sind. Auch insofern mag ich Rapid, weil sich mein Verein dieser Problematik besonders und beispielhaft angenommen hat.

    deiml
    11.12.2009 15:12
    II

    von diesem standpunkt aus halte ich den beitrag von r. edlinger für puren nonsense. sie werden, genausowenig wie ich behaupten auf den fantribünen dieses landes herrsche eine humanistische grundeinstellung. vielmehr sehe ich dass viele jugendliche (und nicht nur die) häufig radikalisiert und erschreckend unbedarft in sachen bildung sind. es ist schön dass sich unsere fußballklubs von solchen ausschreitungen distanzieren aber wenn das problem jetzt wieder, und das passiert leider, als typische ausprägung des "proletensports" fußball verstehen haben wir eine chance vertan wirklich an lösungen heranzugehen. so wie ich das sehe hat die rapid genau einen vorteil: ein ausverkauftes stadion und damit druckpotenzial gg. radaubrüdern.

    dritter mann
     
    12.12.2009 00:51
    @deiml I + II

    ja, ich teile Ihre Besorgnis durchaus und habe eben deshalb vorgeschlagen, "Rock gegen Rechts" (Die Toten Hosen) in unsere Stadien zu bringen, weil ich mir mehr von der Wirkung verspreche. Ansonsten bin ich schon eine Weile auf dieser Welt und kann mich dennoch an die 1965 - 1975-er Jahre erinnern, als der Ton noch weit rauer und politisch unkorrekter war als heute. Glauben Sie denn wirklich, dass diese 16- bis 25-jährigen vorgeblichen Fans unserer Klubs wissen, was sie da - wer immer es ihnen beigebracht hat - von sich geben? Sie finden es einfach geil, weil sich niemand bemüht hat, sie über die Hintergründe aufzuklären. Und ich denke, dass Sie R.E. sehr Unrecht tun, wenn Sie ihn derart in diesen Zusammenhang stelllen.

    deiml
    11.12.2009 15:01

    vorneweg ich will jetzt kein vereinspolitisches kleinholz schlagen sondern bin ernsthaft interessiert.

    für mich als in rapiddingen relativ außenstehender scheint es eher so zu sein dass die rapid vorbildlich in sachen verdecken von solchen ausschreitungen ist. ich meine, ein fußballverein kann sich seine anhänger nicht aussuchen. kein mensch weiß (ich am wenigsten) warum ich austrianer geworden bin wo ich doch ein bauernsohn aus der steiermark bin (rapid wäre ja noch verständlich gewesen). und als "lilaner" liegt es mir fern über die rapid zu urteilen, ich will solches gesindel nicht bei der austria haben, nur glaube ich dass der zusammenhang zwischen gesellschaftlichen entwicklungen und der anhängerschaft im stadion ein kausaler ist.

    bela chelek
    30.11.2009 23:03

    Wo behauptet Herr Zeillinger, dass Rapid an allem schuld ist? Wie kommen Sie bloß auf diese Idee?

    dritter mann
     
    01.12.2009 00:22
    p.s.: DTH

    Vor dem vergangenen Wochenende ist das neue Spitzenalbum der Toten Hosen erschienen, Live-Mitschnitte von Berlin auf Doppel-CD und DVD. Rock gegen Rechts wie es besser nicht sein kann. Aber ich möchte wetten: Wenn jemand, der das nicht weiß, "Sascha" hört, der arbeitslos ist, sich die Haare abschneidet und dann auf "ein Judengrab pinkelt", gilt sein erster Impuls auch: Was für Faschos müssen das sein. Ich denke, wir sollten besser zuhören und miteinander reden. Nicht alles ist, was es scheint.

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