Schockwelle

Dubai versucht die Wogen zu glätten

27. November 2009, 18:08

Der Verdacht bleibt, dass es neben den genannten noch weitere Verbindlichkeiten gibt

Nach der Bitte Dubais an seine Gläubiger, einen Kreditratenaufschub zu gewähren, versucht das Land zu beruhigen. Dennoch bleibt der Verdacht, dass es neben den genannten noch weitere Verbindlichkeiten gibt.

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Nach den Schockwellen, die Dubai in Richtung der internationalen Finanzmärkte ausgesendet hat, ist das Emirat nun bemüht, die Wogen zu glätten. Wie berichtet, hat die Ankündigung der Regierung von Dubai, um einen Zahlungsaufschub für das riesige Firmenkonglomerat Dubai World und seine 59 Milliarden Dollar Schulden zu bitten, heftige Reaktionen auf den internationalen Finanzmärkten ausgelöst. In Asien, Europa und den USA gingen die Märkte auf Tauchstation, vielfach war die Rede von einem "default" Dubais nach dem Muster Argentiniens, gleichbedeutend einem Staatsbankrott.

"Kein Markt ist immun"

Aufgrund dieser Reaktionen, die die Machthaber in Dubai wohl selbst überraschten, schaltet sich in der Nacht zum Freitag Scheich Ahmad Bin Saeed Al Maktoum ein, Vorsitzender des Obersten Finanzkomitees des Emirates. Die geplante Restrukturierung von Dubai World ziele darauf ab, "das Unternehmen zu einem langfristigem Erfolg zu führen" , verkündete Scheich Ahmad. "Wie viele anderen Städte weltweit auch erleben wir ökonomische Herausforderungen durch die Wirtschaftskrise" , so Ahmad weiter. "Kein Markt ist immun gegen die Krise. Wir haben bei Dubai World eine sensible Entscheidung getroffen."

Trotz der wohlgewählten Worte blieb die Entspannung an den internationalen Märkten allerdings am Freitag aus. In den Vereinigten Arabischen Emiraten selbst blieben die Börsen aufgrund eines Feiertags geschlossen, international aber fielen Aktien, Öl- und Goldpreis und vor allem Emerging Markets-Anleihen weiter. Viele Investoren trennten sich von allem, was irgendwie mit dem arabischen Raum verbunden ist. Einen weiteren Schock gab es für die zahlreichen in Dubai engagierten Immobilienfonds, von denen sich einige nach dem Platzen der Immo-Blase wieder einigermaßen erholt hatten. Nicht wenige von ihnen sind nahezu wertlos geworden.

Verbindlichkeiten

Analysten versuchen, aus den Handlungen der Dubaier Regierung nun ihre Schlüsse zu ziehen. "Möglicherweise beinhalten die Schulden Dubais auch außerbilanzielle Verbindlichkeiten, die die bisher angenommenen Gesamtschulden von 80 Mrd. Dollar noch deutlich wachsen lassen könnten" , vermutet UBS-Analyst Saud Masud. "Das könnte bedeuten, dass die Erlöse aus den jüngst ausgegebenen Staatsanleihen einfach nicht ausreichen." Und schlimmer noch, dass das reiche Abu Dhabi die Lust verloren hat, Dubai finanziell unter die Arme zu greifen.

Der österreichische Handelsdelegierte in den VAE, Wolfgang Penzias, baut darauf, dass Dubai seine Schulden bedienen wird, allerdings erst nach einer umfassenden Restrukturierung des gesamten Wirtschaftssystems.

Von den rund 150 österreichischen Firmen, die in den VAE tätig sind (darunter Swarovski, Unger, Waagner-Biró, Bene und Doka), gab es noch keine Meldungen über befürchtete Zahlungsausfälle. Gerade die Baufirmen haben sich bereits nach dem Platzen der Immo-Blase Ende 2008 anderswo im arabischen Raum umgesehen.

Die Firma Doka, die Schalungen für den Burj Dubai, das höchste Gebäude der Welt, geliefert hat, hat seine Arbeit abgeschlossen und braucht nur auf die - oftmals verschobene - offizielle Eröffnung des 800 Meter hohen Wolkenkratzers am 4. Jänner warten, dem Jahrestag der Ernennung Scheich Maktoums zum Herrscher Dubais.  (Arno Maierbrugger aus Dubai, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28./29.11.2009)

Kommentar posten
15 Postings
observer1002
02
28.11.2009, 11:51
Wir haben bei Dubai World eine sensible Entscheidung getroffen

"sensible decision" = "vernünftige Entscheidung"

Zaubersalz
00
28.11.2009, 11:41
Tja...nimmer lang und Dubai und der Rest der Emirate sind wieder dort wo sie vor 150 Jahren waren.

Sich mehr oder weniger auf Kosten des Rests der Welt teure Paläste aus Gold und Honig aufbauen, dann aber darauf hoffen, daß der Rest der Welt, der beim Öl über den Tisch gezogen wurde und lediglich dabei geholfen hat, daß ein paar Königsfamilien wie Götter leben, während der Rest der Menschen um einen Hungerslohn arbeiten darf, auf das Eintreiben der Schulden verzichtet ist ja fast schon frech! Einfach die Bidets und Pissoirs aus Gold wieder einschmelzen und zu Geld machen... Sache gelöst! Daß auch nur 1 Scheich geglaubt hat, daß Palmeninseln und teure Hotelressorts mehr Geld bringen als zB Investitionen in alternative Energie zeugt von der Kurzsicht der Menschen!

Mika Eskimo
 
03
28.11.2009, 11:11
Bwl Schnösel

Dubai ist eine typische Investoren Fantasie. Viel heiße Luft und der Rest auf Sand gebaut.

peace & love
00
28.11.2009, 10:53
die redaktion sollte mittlerweile wissen,

dass in allen islamischen ländern freitags feiertag ist.

Big Babou
00
28.11.2009, 15:02

gestern startete das islamische opferfest, welches auch das höchste der islamischen feste ist, weshalb die banken und börsen in islamischen ländern bis zum 1. dezember geschlossen sind

knievel
01
28.11.2009, 16:34

vier tage frei?
da sind die ja noch faulere säcke als die christen...

Saurer Zivi
11
28.11.2009, 10:17
Die investierten Werte in Form der Arbeitskraft für fertiggestellte (oder in Bau befindliche) Immobilien müssen erst mal einen Gegenwert schöpfen.

Wären tatsächlich alle Apartments auf der Insel bereits vor Baubeginn ausverkauft gewesen, wäre der Gegenwert bereits vorhanden. Sämtliche Investitionen daher abgedeckt. Kredite wären nun schon längst alle abbezahlt.

Dass jetzt sogar aufgeschoben wird, verweist - e contrario - die Geschichte mit den bereits vor dem Baubeginn verkauften Luxusobjekte ins Reich der Geschichten aus Tausend und Einer Nacht.

Managern wurden enorm hohe Gagen gezahlt. Dass diese nun nicht mehr im Land weilen, sondern mit bummvollen Taschen in anderen Regionen der Welt, während abertausende Arbeiter um einen Bettel schuften, ist ein anderes, aber auch signifikantes Problem.

Daher verweigere ich Reisen nach Dubai u somit die Mitfananzierung von Schwachsinn.

peace & love
01
28.11.2009, 10:55
konsequenterweise ...

... sollten Sie auch auf fossile energie verzichten ...

SlashHammer
20
28.11.2009, 06:19
Es ist Allahands Wille der da ins Meer versenkte was dem Meer gehört!

Die Region ist Leistungsentwöhnt - nur Fremdarbeiter.

Aber kein Grund zur Aufregung - die Palmeninsel gehört den Bankstern.

Bei etlicher Pflege bleibt das Ding noch gut 10 Jahre stehen.

Der Gedanke, mit den schuldigen 80 Milliarden Alternativenergien, oder in Health, oder Biologie zur Wasser und Nahrungsgewinnung zu investieren war für Moslems zu weit weg von Allahand.

Aber Allah wirds schon richten und einen Grund finden, daß eigentlich gar keine Schulden da sind - die gehören doch auch den Bankstern.

Als Bill Gates vor Jahren meinte, Banking brauchen wir aber Bankster nicht, wurde er von der Politik verlacht und Pröll lacht noch immer um unser Geld.

Der IQ-Nachweis ist das nicht!

Woomera
00
28.11.2009, 00:50
Nobel,

"geht die Welt zugrunde"!
Man sollte einmal nachrechnen,wieviel Arbeitslöhne,da verloren gehen, dann wenn der kleine Mann für diese Banken wiederum herhalten muß!.

Alexander M. Swoboda
02
28.11.2009, 00:13
Nicht wegen eines Feiertages - Freitag ist die Börse in Dubai immer geschlossen

Big Babou
00
28.11.2009, 14:58

grundsätzlich haben sie mit ihrer aussage recht. allerdings hat am 27.11.09 das islamische opferfest begonnen, welches 4 tage andauert. sprich der zeitpunkt war gut gewählt, da die banken und börsen in islamischen ländern erst am 1. dezember wieder öffnen

Karl Heinz dein Geld ist meins........
 
02
27.11.2009, 22:58
Waren die Sklavenbauarbeiter aus Indien noch zu teuer die haben die Bauherrn

mit Monatslöhnen von 100 Euro monatlich ruiniert!

Aber die Eu wird den Armen Scheichs schon helfen.

Fritz Wunderlich
00
27.11.2009, 20:03

warten? worauf? auf das geld?

paul simon1
00
27.11.2009, 22:45

richtig,was heisst auf die Eröffnung dieses Turms , den kaum jemand zu bewohnen beabsichtigte und nur damit spekulierte, zu warten.Hier wird , wenn man schon informieren will , zu viel an Interpretationsspielraum offen gelassen . Oder soll man vermuten , daß die Forderungen für Lieferungen der Fa. Umdasch erst mit dem ungewissen Zeitpunkt der Eröffnung dieses sinnlosen Gebäudes fällig werden

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