Europas Banken bangen bei Dubai-Debakel um Milliarden

27. November 2009, 17:59
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Insbesondere britische Institute waren in den Vereinigten Arabischen Emiraten aktiv

Wien - Europas Banken haben nicht nur mit einer schweren Rezession zu kämpfen, auch die Geldprobleme des arabischen Emirats Dubai belasten die Geldinstitute. Denn in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) waren Europas Banken und hier insbesondere die britischen Geldhäuser intensiv engagiert. Allein HSBC, Europas größte Bank, und Standard Chartered haben rund 24,8 Milliarden Dollar (16,6 Mrd. Euro) an Krediten in den VAE ausstehend. Insgesamt sind britische Institute mit rund 50 Mrd. Dollar in den VAE engagiert. Die Royal Bank of Scotland ist dabei jene Bank, die das höchste Engagement bei Dubai Worlds hat, jener Gesellschaft, die mit ihrer Ankündigung, bis Ende Mai keine Schulden mehr zu bedienen, die Investoren weltweit schockiert hat.

Das europäische Bankensystem ist insgesamt mit mehr als 88 Mrd. Dollar in den Emiraten engagiert, rund 40 Mrd. Dollar entfallen nach Schätzungen auf Dubai. Banken-Analysten von der US-Bank JPMorgan Chase schätzen aber das Risiko für Europas Banken als relativ gering ein. Die Geldinstitute, die von größeren Ausfällen besonders hoch getroffen wären, seien neben Standard Chartered und HSBC noch Barclays, die Royal Bank of Scotland, die US-Bank Citigroup und die französische BNPParibas. Zudem müssten die Investmentbanken, die in Dubai besonders aktiv waren (laut JPMorgan waren das die Deutsche Bank und Barclays) ihre Umsatzprognosen, etwa für Anleiheemissionen, deutlich zurückschrauben.

Risikovorsorgen um fünf Prozent erhöht

Analysten der US-Bank Goldman Sachs haben errechnet, dass Standard Chartered und HSBC in einem "Worst Case" -Szenario (die Hälfte ihrer Kredite fällt in Dubai aus und ein Viertel aller Hypotheken) mit Verlusten von je 611 und 177 Millionen Dollar zu rechnen hätten. Diese seien für beide Banken "tragbar" , geben die Analysten Entwarnung. Insgesamt schätzen Analysten der Credit Suisse, dass Europas Geldinstitute ihre Risikovorsorge um fünf Prozent erhöhen müssten, wenn die Hälfte der Dubai-Kredite ausfällt.

Die größere Gefahr ist laut Experten das Überschwappen der Schuldenkrise Dubais auf die übrigen arabischen Emirate. Denn die regionalen Banken sitzen auf den meisten der möglicherweise faulen Papiere. Tatsächlich meiden Investoren nicht nur die Anleihen Dubais, sondern auch jene Abu Dhabis. Eine Ausweitung der Schuldenkrise würde damit auch Europas Banken wieder stärker treffen.  (Lukas Sustala, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28./29.11.2009 

Kommentar posten
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analustia
 
00
22.12.2009, 08:25
Geldgier bringt jeden zum Fall

Alles schreit und schmückt sich mit Dubai! Alle hofieren dei "Weissröckchen" und die sind so klug und listig, dass sie Ihr Schattenseiten durch das Glitzern des Goldes verschwinden lassen. Vielleicht werden die Baken dieser Welt einmal wach gerüttelt und lernen einmal, dass nicht alles Gold ist was glänzt? Dubai! Bis zum kleinsten dummen Tourist "ich war in Dubai" bin jetzt ganz wichtig. Ich hoffe es hat ausgedubait!

max 1231
 
00
29.11.2009, 14:54
die geldgier und der dilletantismus dieser banker ist ja

ausreichend bekannt. dann haltens wieder die hand bei der regierung auf und mit dem geld zahlen die sich dann die dicken boni, jemand muss diese finanzpack stoppen die sind einfach ausser kontrolle geraten.

h 90
02
29.11.2009, 17:33

Wieso Dilletantismus??
Es funktioniert ja prima!
Entweder der Zustaendige wurde schon von einer anderen Bank abgeworben oder:
a) Der Staat springt ein....0 Schaden fuer ihn
b) selbst wenn wirklich alles daneben geht hat er schon die Bonus Zahlungen von den Jahren als es gut ging und das ist pro Jahr mehr als wir beide in unserem Leben verdienen.
Sehe hier keinen Dilletanten.
Und wenn die Bank eingeht ist es auch egal.....

geilhuber
01
29.11.2009, 14:42

Es wurde buchstaeblich alles auf Sand gebaut!

Schurke!
00
29.11.2009, 12:22
nix neues

wenn man wissen will wo die nächste krise stattfindet braucht man nur zu schaun wo gerade die höchsten gebäude errichtet werden.

living reef
08
29.11.2009, 10:22
und nach wie vor

fahren nicht wenige europäerInnen nach dubai im im "märchenland" den auf sand gebauten reichtum zu bewundern. dubai ist ein potemkisches land dass sich nach außen tourismusmäßig weltoffen gibt, jedoch nach innen hin stockkonservativreligiös agiert. wie fast überall regieret eine kleine massiv reiche clique, die ihre schäfchen auf schweizer nummernkonten in sicherheit gebracht haben. die monströsen geltungssucht befriedigenden gebäude in dubai wurden von "importieren" billigstzeitarbeitern in die höhe gezogen. dubai wird wieder im wüstensand versinken und ein modernes atlantis werden... es sei ihnen und ähnlich größenwahnsinnig agierenden ländern redlich gegönnt!

caranx
12
29.11.2009, 13:36
Das ist halt eine Sammlung der üblichen Klischees

"stockkonservativreligiös agiert" ist dabei die gröbste Fehleinschätzung.
Mit Kirchen Tempeln, Synagogen in Dubai sind sie an der Region gemessen extrem, liberal.
Und konservativ sind sie schon mal gar nicht.

Die Emirate sind als Zukunftsmodell gedacht, und eine Finanzkrise wird daran auch nichts ändern.
Europäische Kleingeister, wie auf dieser Seite zu sehen, hängen sich gern an den im Überschwang passierten Übertreibungen auf, haben aber in Wirklichkeit nichts verstanden.

Walter Bimini
00
30.11.2009, 23:37
ann sollten sie einmal den artikel im independent über die sklaven in dubai lesen

Der Post(ing)mann
 
00
30.11.2009, 11:33

um das was dort passiert als Zukunftsmodell gelten lassen zu können, lese ich zu oft etwas von Größen-, Flächen-, Mengen-, Massen-, Zahl-der-Baukräne etc-, Rekorden und deutlich zu selten etwas von Nachhaltigkeitsansätzen, Resourcenschonung, Kreislaufbewirtschaftung usw.

Da werden hektarweise in konventionellster Baumethode Flächen aus einem Boden gestampft, der nicht ansatzweise ausreichend Wasser oder Nahrung für all die gedachten Bewohner wird bieten können.

"Geplant" als Modell für die Zeit nach dem Öl, scheint sich niemand überlegt zu haben wie man diesen Wahnsinn ohne Öl/Gas wird betreiben können. Solartechnologie wird nicht ausreichen, wenn schon bei der Planung der höchste Resourcenverbrauch der Welt einfach in Kauf genommen wird.

mi opinion
02
29.11.2009, 19:19
richtige Klischees?

Nach 13 Jahren in Dubai empfinde ich Dubai als gesellschaftlich sehr konservativ. Iran, das ich sehr oft besucht habe, ist da oft noch liberaler, in vielerlei - jedoch nicht jeder - Hinsicht. Kirchen gibt es in Dubai (jedoch ohne Kirchturm oder Glocken; die gibt es in Iran!), doch Synagogen??? Sicher nicht!
Dubai ist auch nur beschraenkt wirtschaftsliberal, naemlich nur dann, wenn die "grossen" Familien nicht das Gefuehl haben, das man ihnen auf die grosse Zehe tritt.

Steirerbub1
01
29.11.2009, 17:40
Synagogen?

Aha, und wer soll dort hineingehen? Israelische Touristen etwa?
Mit einem israel. Einreisestempel im Pass kommt man nicht offiziell ins Land. Und ich persönlich kenne Niemanden, der jüdischen Glaubens ist und noch nie in Israel war.
Eines stimmt schon: so stockkonservativ wie in Saudi ist man in den Emiraten nicht. Als Frau (als ausländische) braucht man die strengen Vorschriften, wie sie für Inländerinnen gelten, nicht befolgen. Und weltoffen ist man dort nur solange, als es Kohle bringt.

peace & love
73
29.11.2009, 11:43
schlagwortsammlung,


getränkt von der ignoranz der medien, genährt von neid. schreiben Sie für die krone ?

franz der freie
 
01
29.11.2009, 09:55
kann nicht so schlimm sein: "die weltwirtschaft hat sich stabilisiert">> meint unser wifo

scheint alles sehr auf sand gebaut, die erholung.

der wahnsinn ist nur eine schmale brücke
12
29.11.2009, 08:28
Stonehenge steht noch immer.

Das Colloseum waere immer noch Tip-Top, wenn es nicht als Steinbruch missbraucht worden waere. Mittelalterliche Bauernhoefe erfuellen immer noch ihre Funktion.

Moderne Hochhaeuser werden fuer einen Lebenszyklus von 50 Jahren ausgelegt. Das aber jetzt ganze Staaten nach so einem Konzept projektiert werden, hat eine neue Qualitaet.

C-3PO
00
29.11.2009, 23:39
Moderne Hochhaeuser werden fuer einen Lebenszyklus von 50 Jahren ausgelegt??

stimmt nicht.

Der Post(ing)mann
 
00
30.11.2009, 11:34

sondern?

C-3PO
00
30.11.2009, 15:18

auf unbestimmte zeit.
oder meinen sie die gewährleistung?

Der Post(ing)mann
 
00
30.11.2009, 16:06

Prinzipiell wars eine ehrliche Frage.

Die Gewährleistung meine ich aber nicht. In Ö liegt sie - glaube ich - bei 30 Jahren auf versteckte Mängel wie es in der Wüste ist, weiß ich nicht.

Auf unbestimmte Zeit wird so ein Haus aber auch nicht ausgelegt, sondern es wird versucht auf einen Amortisationszeitraum hin zu rechnen. Was danach mit dem Haus passiert ist dann zum Zeitpunkt der Projektierung ziemlich egal da es sich dann ja schon rentiert hat und genau da liegt das Problem.

Klar kann man nicht mit dem heutigen Wissen in alle Zukunft vorausplanen, leider führt diese Erkenntnis allzuschnell zum nach-mir-die-Sintflut-Verhalten.

C-3PO
00
30.11.2009, 20:24

amortisation rechnet nur die zeit in der die investition durch entstehende erträge gedeckt wird. ein gebäude bleibt in benutzung auch danach. wenn es gut gewartet wird, und damit fängt man vom ersten tag als es gebaut wird an, kann es praktisch für immer erhalten bleiben und gerade stahlbeton ist praktisch unzerstörbar.

Der Post(ing)mann
 
00
30.11.2009, 20:48
Wenn es so wäre, wäre es ja richtig.

Leider scheint heute in Dubai immer noch niemand den späteren Energieverbrauch ernst zu nehmen, und leider ist gerade Stahlbeton gar nicht so dauernhaft und mit ein bischen Pech kann man warten wie der Teufel und die Stahlbetonkonstruktion geht trotzdem den Bach runter.

Stahlbeton gibt es erst seit etwa 100 Jahren. Schauen sie sich Gebäude aus den 50er, 60er, 70er Jahren an. Je gewagter die Konstruktion damals war, desto größer heute das Sanierungsproblem.

Ein wesentlicher Unterschied zu den römischen Gebäuden sind die hohen Zugbelastungen, denen moderne Stahlbetonbauten ausgesetzt sind. Diese werden nur vom Stahl abgeleitet. Sobald im Beton Risse entstehen, kommt Wasser an den Stahl, dieser rostet und vorbei ist es mit der Dauerhaftigke

C-3PO
00
30.11.2009, 21:46

energieverbrauch solcher gebäude, in der wüsste gebaut, ist eine sache und die lebensdauer vom stahlbeton eine andere. was unter sanierungsproblemen gemeint ist, kann sehr unterschiedlich sein. welche sanierungen haben sie konkret gemeint? ein statisch schlecht gebautes stahlbetongebäude kann man nicht sanieren und ein gut gebautes und richtig behandeltes dauert praktisch ewig.
in dubai, in der wüsste, wird wasser sicher kein problelm sein und sonst werden sogar stahlbetonbrücken gebaut, die dem salzwasser ausgesetzt sind, und die stehen auch schon seit jahrzenten.

Dirty_Harry
00
29.11.2009, 13:56

Glücklicherweise ist das Kolosseum nicht mehr in Betrieb.

gunth3r
00
29.11.2009, 15:45

Obwohl, die Verantwortlichen dort hinzuschicken haben sicher schon einige überlegt.

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