Studie: Wirtschaftliche und soziale Lage eine "tickende Bombe"

27. November 2009, 14:28

Nur "bescheidene Erfolge" der EULEX seit der Unabhängigkeit

Wien - Fast zwei Jahre nach Ausrufung seiner Unabhängigkeit sei der Kosovo ein "unfinished state" (unfertiger Staat), nur eingeschränkt souverän und de facto geteilt. Während die anhaltende hohe Arbeitslosigkeit und die weit verbreitete Armut eine "tickende Bombe" darstellten, habe die EU-Rechtsstaatsmission EULEX nur "bescheidene Erfolge" vorzuweisen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), die am Freitag im Wiener Renner-Institut präsentiert wird.

Vor einem Jahr, am 9. Dezember 2008, hat die Europäische Union mit der EULEX-Mission das bisher größte und teuerste Auslandsengagement in ihrer Geschichte begonnen. Die Erfolgsbilanz ist bisher "sehr wenig zufriedenstellend", wie Vedran Dzihic und Helmut Kramer in ihrer Studie feststellen: Die EULEX führe "im Grunde die bisherige weitgehend gescheiterte Politik von UNMIK (UNO-Übergangsverwaltung) fort", heißt es darin.

Denn die EU-Polizei-, Justiz- und Zollmission habe bisher weder etwas gegen die Defacto-Teilung des Landes in einen mehrheitlich von Albanern bewohnten Teil und einen serbischen Norden ausrichten, noch die verheerende wirtschaftliche und soziale Lage des Landes verbessern oder effektiv gegen Korruption und Organisiertes Verbrechen vorgehen können, so die Schlussfolgerungen der Studie. Der Kosovo sei trotz des gewaltigen Einsatzes von Mitteln "in den zentralen gesellschaftlichen Bereichen noch immer äußerst krisenhaft und instabil", heißt es in der Analyse.

Schuld am bescheidenen Erfolg von UNMIK und EULEX seien auch die internationalen Mitarbeiter selbst. Durch ihre von der Bevölkerung völlig abgehobene privilegierte Lebenssituation, sowie durch peinliche Verstrickungen in Korruptionsfälle hätten die "Internationals" bald die von ihnen beanspruchte Vorbildfunktion verloren.

Keine Fortschritte gebe es auch im Bereich der Minderheiten zu berichten, meint die Studie. Die Situation der ethnischen Minderheiten im Land habe sich seit der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo im Februar 2008 weiterhin verschlechtert. Durch die Konzentration der internationalen Gemeinschaft auf den Konflikt zwischen Serben und Albanern seien die prekären Lebensbedingungen der übrigen Minderheiten (Bosniaken, Türken, Roma, Goraner/Goranci, Ashkali sowie Ägypter), die zum Teil heute noch in Flüchtlingscamps leben müssten, vernachlässigt worden.

"Der einzige profitable Wirtschaftszweig im Kosovo, in dem es auch "vertrauensvolle" Zusammenarbeit zwischen Albanern und Serben gibt, scheint die organisierte Kriminalität zu sein", so der ernüchternde Schluss der Studienautoren. Kriminelle Banden am Balkan würden den Heroinhandel in Europa kontrollieren. Lukrativ seien außerdem Schmuggel mit Zigaretten und Benzin, sowie der Frauen- und Mädchenhandel.

In allen anderen Bereichen sei die kosovarische Wirtschaft in einer "katastrophalen Lage", so die Analyse: Wirtschaftswachstum, Außenhandelsdefizit und Armuts- und Arbeitslosenraten würden eine negative Entwicklung aufweisen. Der Lebensstandard im Kosovo sei weit niedriger als in den Nachbarländern. Fast 40 Prozent der Kosovaren leben in Armut, davon etwa 15 Prozent in extremer Armut, was bedeutet, dass sie mit weniger als 90 Eurocent pro Tag auskommen müssen. Am prekärsten sieht die Lage auf dem Arbeitsmarkt mit einer Arbeitslosenquote von etwa 45 Prozent aus. Die Jugendarbeitslosigkeit in der jüngsten Gesellschaft Europas liegt gar bei 70 Prozent.

Die Forderung der Studienautoren an die Europäische Union ist es daher, ihre EU-Politik im Kosovo zu "überdenken und wesentlich zu verändern". Vor allem müsse Prishtina (Pristina) eine konkrete Perspektive für eine EU-Integration geboten werden, um die Entwicklung des Landes voranzutreiben. Bisher ist der Kosovo das einzige Land des Westbalkan, das kein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit der EU unterzeichnet hat. Außerdem ist das Land im Gegensatz zu seinen Nachbarn nicht in den Prozess der Visa-Liberalisierung einbezogen worden. (APA)

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el dus
 
01
In einem Den Haager Prozeß wurden diverse zerstörte Gebäude

beschrieben und in einem öffentlichen Gebäude war nicht allzuviel zerstört. Nach langer Zeit lagen immer noch Glassplitter etc. herum. Es gibt zwar jede Menge Arbeitslose aber keiner will sich die Hände schmutzig machen. Diese ungute Haltung finde ich auch im ehemaligen Ostdeutschland, Gottseidank nicht so verbreitet wie im Kosovo. Es ist imho eine Altlast der sozialistischen
"Scheinarbeit". Krampen und Schaufeln wird es wohl genug geben. Damit kann man Schlaglöcher füllen, Landwirtschaft betreiben, alles ordentlich aussehen lassen, selbst, wenn es kein oder kein optimales Material geben sollte.
Wer nicht bereit ist, für Essen und Trinken, ein Dach überm Kopf, sein Land aufzubauen, der hat auch keine Hilfe verdient

Ich bin ein Fan von lächerlich
00
29.11.2009, 16:09
telepolis aus deutschland bezeichnete das Dokument der EU über die Lage im Kosovo als zynisch.

der titel des papiers, in dem über erhebliche defizite bei den staatlichen institutionen, schwacher justiz, geldwäsche und "andere" machenschaften der organisierten kriminalität gesprochen wird, heisst "Fortschrittsbericht". In manch anderen blättern erinnern sich die journalisten, wie deutsche soldaten im kosovo überrascht waren, als sie 2004 angegriffen wurden und verweisen auf die möglichkeit, dass sich dies jederzeit wiederholen könnte.

OhOhOh
 
10
29.11.2009, 20:07

Der Titel des Dokumentes wird zynisch genannt. Weil von Fortschritt im Kosovo keine Rede sein kann.
Nicht das einer auf die Idee kommt zu meinen der Inhalt wäre quasi falsch.

chilly76
 
26
29.11.2009, 01:21
lieber surehand....

was hab ich noch vor einem jahr geschrieben...als ich dies (nach gesundem menschenvrstand logischer vorausichtichen (un)entwickung in der kosovoabanischen geselschaft) sagte??? das was die heutige studie bestätigt und sie mich damals der helseherei bschudigten???

Bosanac1981
20
7.12.2009, 19:14

Ich möchte mal sehen wie schnell sie auf die Beine kommen und sich entwickeln, wenn sie vorher über 50 jahre lang beherscht, erniedrigt und in jeder erdenklichen art diskrimiert wurden.

Stani83
01
8.12.2009, 16:26
Aber wie denn, wo denn, was denn? Und wahrscheinlich auch noch von den bösen bösen Serben?

Aha.. Sie sind Lustig wissen Sie das?

Von den Zahlungen aller SFRJ-Arbeiter an das Kosovo wissen Sie nix? Wer hat die Uni gebaut? Wer hat die ganzen Kraftwerke gebaut? Und das Alles in den letztenb 50 Jahren. Ja diese Unterdrückung!!! Die Kurden können sich solch eine Unterdrückung nur wünschen

Hajdar Sllupi
82
28.11.2009, 21:54

ach wie schön das wird wenn Kosova mal soooo weit ist wie serbien oder russland... eine tickendde zeitbombe ist der ganze balkan. die bittere armut hat serbien genau wie den kosovo fest im griff dies gilt auch für mazedonien, montenegro...albanien da tut sich nicht viel...in der hinsicht gibt es keine unterschiede den menschen geht es in all diesen staaten schlecht da istnicht nur kosova betroffen bitte nichts vormachen...kosovo ist auf einen guten weg genau wie albanien wir lassen uns nicht all unsere erfolge kaputtreden..es lebe kosova

Stani83
03
30.11.2009, 10:19
Merken Sie was? DIE ANDEREN SIND SCHULD, oder DIE ANDEREN HABEN DOCH AUCH PROBLEME

Und vor 2 Jahren hieß es das Kosovo sei die Schweiz des Balkans nun wo es von SRB befreit wurde hehe.

barbara klaric
12
28.11.2009, 13:31
Die "Internationals" sind ein Vorbild - aber nur für die Kriminellen.

saratoga
00
14.12.2009, 15:48
Guter Beitrag

sämtliche Berichte der UN und aus der NATO wie EU sind zusammen gefälscht und eine Schön Färberei

Naja2008
22
28.11.2009, 18:58

Wo bleiben denn nun die radikalen Pro-Kosovo-Nutzer hier die diese Studie als serbisches Propagandainstrument verleumden, so wie sie andere Studien und Berichte die das schon vorher ausgesagt haben verleumdet haben?

greatalbania
21
29.11.2009, 02:10

wie die wirtschaftliche oder soziale lage ist, hat nix mit pro- oder kontra kosovo zu tun! auch als albaner kann man nicht leugnen das die wirtschaft schlecht ist und viele menschen arbeitslos. das gilt aber auch für die nachbarländer! ausserdem hat dies mit der unabhängigkeit nix zu tun! der kosovo wäre auch bei 100 prozent arbeitslosigkeit nie mehr teil serbiens, also hören sie auf zu träumen!

Veni Vidi Luris
01
30.11.2009, 11:13
kosovo wäre auch bei 100 prozent arbeitslosigkeit nie mehr teil serbiens, also hören sie auf zu träumen!

Genau das ist ja das Porblem, weiter geht es nicht. Hauptsache von Serbien losgelöst, der Rest ergibt sich schon selber. Das scheint wohl die Einstellung zu sein.

Naja2008
00
29.11.2009, 15:44

"das gilt aber auch für die nachbarländer!" eben. Wie mir deine Kommentare bisher gewirkt haben geht es dir nur um " die nachbarländer" ;) . Da du ja immer alles wenns um den Kosovo ging entweder abgestritten hast oder aber gleich auf Serbien verwiesen hast. Nur wie soll das weitergehen?

part one
00
29.11.2009, 01:04
@Naja 2008,Als erste herr Sllupi,hat es ihne ein lehre erzählt,asl zweite Albaner haben grund gehabt zu feiern 28 .XI (tag der Flage) und froch das niemals mehr von serv(b)en verhindert werde.Einheits tor ist schon eröffnet.

Stani83
00
30.11.2009, 10:20
Deutsche Sprache, schwere Sprache ;-)

Oder einfach zu viel getrunken?

Naja2008
00
29.11.2009, 18:35

??? Was?

Postlerin
00
28.11.2009, 12:46

global betrachtet leben wir auf und mit jeder menge tickender bomben

Ava Tar
00
28.11.2009, 11:55
Na mal schauen

ob das Fektodil das arme Mädel in eine "tickene Bombe" abschiebt.

Miki Smiljanic
27
28.11.2009, 01:42

Der Kosovo ist doch für die Amis nur der Kick für den Augenblick

DieBo
00
27.11.2009, 22:11
Das Pendel kommt zurück. Anstelle der Bomben hätten wir besser Einfamilienhäuser bauen sollen.

Der rote Johann
 
00
29.11.2009, 10:53
und nen Swimming-Pool obendrauf....

was?!

das ist fix
11
27.11.2009, 19:50


"eine konkrete Perspektive für eine EU-Integration"

Die EU hat die letzte Beitrittsrunde noch nicht verdaut, weitere Beitritte sollte gründlich vorbereitet werden.

Wabadoo
15
27.11.2009, 20:46

Serbien wird wohl nur auf das Kosovo verzichten, wenn Serbien in die EU aufgenommen wird - sollte dies tatsächlich irgendwann geschehen (kaum nach einem EU-Beitritt Kosovos) wäre der EU-Beitritt Kosovos wohl endgültig passé durch das Veto Serbiens. Sollte ein EU-Beitritt für beide ausgeschlossen werden und die Wirtschaft stagnieren, droht eine neue Welle des Nationalismus mit all seinen Konsequenzen. In jedem Fall sieht es für den völkerrechtlich auf wackligen Füssen stehenden Ministaat Kosovo miserabel aus.

das ist fix
00
27.11.2009, 19:48


"Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie..." - Wieder eine Studie, welche die Welt nicht braucht!

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