Tropen

Brennende Torfmoore geben gewaltige CO2-Menge frei

30. November 2009, 10:38

Kohlenstoffgehalt in indonesischen Torfgebieten auf mehr als 50 Gigatonnen geschätzt -

München - Torfgebiete in den Tropen sind riesige Kohlenstoffspeicher; durch menschliches Eingreifen trocknen diese allerdings immer häufiger aus. Wenn solche Moore dann zu brennen beginnen, werden gewaltige Mengen an CO2 frei. Mittels lasergestützten Messungen konnte das Team um Florian Siegert vom GeoBio-Center der LMU-München jetzt das verbrannte Torfvolumen weitaus genauer bestimmen als dies bisher möglich war.

"Nur eine kleine Untermenge der tropischen Böden - etwa 30 bis 45 Millionen Hektar - sind solche Torfböden", so Siegert. "Dieser extrem saure Untergrund besteht aus einer bis zu 20 Meter dicken Torfschicht, deren Biomasse 20 mal höher ist als der im Wald selbst gespeicherte Kohlenstoff." Die aktuellen Hochrechnungen zeigen, dass im Jahr 2006 durch Torffeuer in Indonesien bis zu 900 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt wurden. Das ist mehr als die gesamten CO2-Emissionen Deutschlands im selben Jahr und entspricht etwa 16 Prozent aller Emissionen durch Entwaldung weltweit.

Wochenlang kein Sonnenlicht

"Unsere Arbeit unterstreicht einmal mehr, welch entscheidende Rolle die hoch gefährdeten tropischen Torfökosysteme im Kontext der Klimaerwärmung spielen", meint der Experte. 2006 sei nicht das erste und einzige Mal gewesen, in dem solche Buschbrände zu Umweltkatastrophen geführt haben. 1997 haben die Brände die bisher schwersten Ausmaße angenommen. Betroffen waren die gesamte malaysische Halbinsel, die Städte Kuala Kumpur, Singapur und weite Teile von Borneo. Damals gab es wochenlang kein Sonnenlicht und Menschen konnten nur mit Schutzmasken auf die Straße gehen.

"Während der El-Niño-Perioden, in denen die Trockenzeit bis zu vier Monate dauern kann, kommt es häufig zu solchen Bränden", erklärt der Forscher. "Unter natürlichen Bedingungen würde aber auch während einer solchen Trockenzeit der Boden nicht zu brennen beginnen." Experten gehen davon aus, dass die Torfböden zunächst entwässert und anschließend brandgerodet werden, um Platz für Palmöl- oder Papierholz-Plantagen zu schaffen.

Gesundheitsprobleme durch Aerosole

"Diese Schwelbrände sind doppelt gefährlich, denn sie setzen im Rauch große Mengen an Aerosolen und schädlichen Gasen frei, die in einigen Gebieten Südostasiens immer wieder massive Gesundheitsprobleme verursachen", erklärt Siegert. Zudem werde der gebundene Kohlenstoff in Form von CO2 abgegeben, also als Treibhausgas, das zur Erderwärmung beiträgt. "Das Problem verschärft sich dadurch, dass klimatisch bedingte Trockenperioden die Brennbarkeit des Torfes erhöhen."

Während der El Niño-Trockenperiode von 1997/98 wurden bis zu 2,57 Gigatonnen Kohlenstoff freigesetzt. "Die Schätzungen schwanken hier erheblich. Man geht aber davon aus, dass das mindestens 13 Prozent, wenn nicht bis zu 40 Prozent der gesamten Emissionen durch das Verbrennen fossiler Energieträger in dieser Zeit entsprechen könnte", so Siegert.

Alleine der Kohlenstoffgehalt in den indonesischen Torfgebieten wird auf mehr als 50 Gigatonnen geschätzt. Sehr viele Studien bezüglich der Landnutzungsänderungen und des Klimawandels beziehen sich nur auf die Biomasse des Waldes. "Die jetzigen Ergebnisse zeigen aber einmal mehr, wie wichtig es ist, künftig auch die im Boden gespeicherte Biomasse in diese Modelle einzubeziehen", so der Forscher. (red/pte)


Link
Ludwig-Maximilians-Universität München: Peat fires drive temperatures up

Löschkandidat
10
1.12.2009, 13:16
Ich wearte nur mehr darauf, daß der Umsatz der Umweltschutzindustrie den der Pornoindustrie übertrifft.

F S 3
20
1.12.2009, 10:44
FS3-SPASS mit decodierten Headlines: … "Brennede Hüte vor Kopenhagen geben gewaltige Mengen an neuen Stußartikeln frei"…

…wobei man schon beinahe wöchentlich die Umkehrung der vorwöchentlichen "Schlußfolgerungen" über sich ergehen lassen muß.

Was in der Natur wirklich geschieht und welche Gründe dahinterstecken ist dabei völlig unerheblich.

Hauptsache es dient weiterhin dazu, den verordneten CO2-KULT zu erklären.

War on 'error, Folge 2121212: "Bääähhhhd Non-Science"

Zhdophanti
00
9.12.2009, 10:22
Heute in mysteriöse natürliche Vorgänge:

Die Brandrodung

denk mal
10
30.11.2009, 18:05
Schluss daraus:

"Bio"-Treibstoffe (für welche Palmölplantagen zunehmend dienen) bringen's noch viel weniger, als eh schon bekannt ist. Und fürs Papier wär Hanf besser!

A ndreas Bogeschdorfer
22
30.11.2009, 20:19
Denk mal gründlicher bitte.

Was d Wahnsinn anbelangt d durch d Waldrodung z Schaffung v Palmölplantagen ein Gang gesetzt wird sind wir uns völlig einig.

Daraus aber d Schluss zu ziehen, Bietreibstoffe seien immer u grundsätzlich ein Problem, ist nicht weniger problematisch.

Es kommt auf d Kultur, d Kulturmethoden, d Verarbeitung und die Vermarktungsstrukturen an, ob daraus ein Problem oder Teil einer Lösung wird.

Regionale Produktion u Vermarktung v unverarbeitetem Pflanzenöl, angepaßt an d regionale Verfügbarkeit v Flächen die nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelprod. stehen in ökologischem Landbau kann effizient u ökologisch verträglich geschehen u ist (neben intelligenten Verkehrs- und Siedlungskonzepten, E-motoren etc.) ein weiterer Schritt weg vom Öl.

Kernsen
01
1.12.2009, 11:52

Da kann ich nur zustimmen. Und von jedem Artikel und jeder Präposition die auf den Anfangsbuchstaben folgenden Buchstaben wegzulassen ist auch äußerst energiesparend, zumindest beim Schreiben.
Was das Lesen anbelangt, wird die Energie, die beim Schreiben durch nicht produzierten Tastaturanschläge gespart wurde, wieder verbraucht und muss jetzt beim Mittagessen wieder hergestellt werden.

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