Griechenland will Asyl erleichtern

27. November 2009, 13:45

Zivile Behörden statt Polizei sollen künftig entscheiden

Athen - Die sozialistische Regierung in Athen will künftig das griechische Asylrecht den international geltenden Normen anpassen und mehr Menschen Asyl geben. Dies kündigte der griechische Minister für Bürgerschutz, Michalis Chrysohoidis, am Freitag im Fernsehen an. "Wir behandeln in vielen Fällen diese Menschen grob", gestand der Minister. Griechenland werde demnächst mehr Menschen, die wirklich einen Anspruch darauf haben, Asyl gewähren. Eine Kommission aus Vertretern von Nichtregierungsorganisationen und staatlichen Behörden arbeite zurzeit das neue Asylrecht aus. Zivile Behörden und nicht wie bisher die Polizei sollen künftig entscheiden, wer in Griechenland Asyl bekommt, hieß es weiter.

Wegen des andauernden Ansturms Zehntausender Flüchtlinge hatte die im Oktober abgewählte konservative Regierung das Asylrecht verschärft. Dabei erhielten weniger als 0,5 Prozent der Antragsteller Asyl. In vielen Fällen nahmen die Polizei oder die Behörden Anträge gar nicht an. Das UNO-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR hatte dieses Vorgehen schärfstens kritisiert.

In den Aufnahmelagern auf den Inseln der Ägäis herrschen zum Teil chaotische und gesundheitsgefährdende Zustände. Die griechischen Behörden haben im Vorjahr insgesamt 146.000 illegale Zuwanderer aus Staaten des Mittleren Ostens und Nordafrikas aufgegriffen. Mittlerweile ist jeder zehnte in Griechenland lebende Mensch ein Nicht-EU-Ausländer. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 31
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Mr_Murphy
11
29.11.2009, 12:55

Lassen die wirklich NGOs entscheiden, wer Asyl bekommt? Bitte nicht wundern wenn Griechenland in 3 Jahren 20 Millionen Einwohner hat, und ein Rassismusproblem hat.

riffraff2
00
28.12.2009, 12:20

in dem artikel kann ich lediglich lesen, dass ngo`s den gesetzesvorschlag mitausarbeiten. das ist nichts besonderes.

der begriff zivile behörden ist zugebenermaßen ein wenig schwammig. aber das wort behörden schließt aus, dass die griechische staatsgewalt an ngos ausgelagert wird. gemeint ist wohl, dass die entscheidenden organe in zukunft nicht mehr dem polizeibereich angehören (sowie über asylangelegenheiten in österreich bundesasylamt und asylgerichtshof entscheiden).

ohne griechenlands umgang mit asylwerberInnen zu entschuldigen, liegt die wurzel des problems wohl in der dublin II verordnung und dem fehlenden willen der anderen eu binnenstaaten einen gerechten verteilungsschlüssel für flüchtlinge zu finden.

frune
34
28.11.2009, 17:16
Eigentlich

sollten alle ankommenden Flüchtlinge ein Anrecht auf Unterbringung und Verpflegung durch die ÖVP haben!
Die haben doch immer aus ihren geschützten Werkstätten verkündet: Die Arbeitslosen müssen eben flexibler sein! Wenn ich den Job verliere, muss ich bereit sein, meinen Wohnort zu ändern, wenn ich dadurch wieder einen Job finden kann! Faulheit darf nicht staatlich gefördert werden!
Jetzt legen die Afrikaner diese Mobilität beispielhaft an den Tag, und was passiert? Es is den "Christen" wieder nicht Recht!
Offenbar hat die ÖVP eine Spezialversion im Club aufliegen, da stehn dann offenbar Sachen drin wie: 11. Gebot: Wer nicht weiss und wohlhabend geboren wird, darf leben-sofern er in aller Stille verhungert, damit wirs nicht sehn müssen.

Nicolas Castillo
00
25.1.2010, 13:55
ich will Sie ja nicht verunsichern ...

aber ich glaube, die lieben OVP-ler meinten, dass der eine oder andere seinen Hintern von Krems nach Graz o.s.ä. bewegen sollte ... oder bin ich da auf dem Holzweg?

frune
11
28.11.2009, 17:02
Die Griechen kommen seit

Jahren mit dem Ansturm nicht mehr zurecht.
Sie haben sich vor Jahrzehnten zu Menschrechtsstandards verpflichtet, denen sie jetzt auch unter enormem Andrang der Flüchtlinge nachkommen müssen.
Die schaffen das nicht alleine-und wenn sie um Hilfe der EU-Mitglieder bitten, kommt von jemandem wie Fekter: "Sicher nicht, nicht unser Problem!" Wir "entsenden" lieber Bundesheerler nach Eisenstadt und lassen die dort in der Nase bohren - das sieht der Bürger ja. Wenn wir den Griechen finanziell zur Seite stehn würden, wäre das ja "Geldverschwendung", weils kein arischer eingeborener in die Hand gedrückt kriegt.
Jetzt haben sie offenbar aufgegeben. Privatisierung der Flüchtlingsbetreuung? Int. Beobachter werden privates Gelände nicht betreten dürfen

van.der.stiege
54
28.11.2009, 11:20
Zivile Behörden...

... ueber die anerkennung zu entscheiden lassen halte ich fuer einen fatalen fehler weil dadurch die staatliche kontrolle und regulierung total entgleited!

irgendwann bestimmen dann ngos und asylanwälte wieviele aufgenommen werden.... und dass die richtung "je mehr desto besser" lautet ist offensichtlich. denn nur so wird geld verdient :-)

frune
02
28.11.2009, 16:53
mhm.

herr von unter der stiege.

Sie haben auch Angst vorm schwarzen Mann, hab ich Recht?

golem schmolem
23
27.11.2009, 22:59
die realität ist in der tat grausam...

wie oft habe ich selbst erlebt, wie flüchtlinge am hafen von patras versuchen über zäune, stacheldraht etc zu klettern. dabei wurden sie von polizisten unsanft gehindert und wie tiere vertrieben.

sie wollen mit den schiffen nach italien, dort soll es besser sein, glauben sie.

griechenland ist ein sehr fremdenfeindliches land. albaner, pakistanis etc bevölkern nicht nur pireus den hafen von athen. auf den inseln haben die 'ungewollten' ausländer einen deal mit der bevölkerung getroffen. lassen sie sich taufen und nehmen dabei griechische namen an, ist alles in ordnung.
ein grieche muss orthodox sein, nur dann ist er ein guter grieche. vom antisemitismus im land möchte ich gar nicht anfangen zu sprechen. das sagt ihnen ein grieche...

jesus mohammed
25
27.11.2009, 21:51
hausgemacht?

Daß ich nicht lache: Bei mittlerweile 20 Millionen Flüchtlingen allein aufgrund der Klimaschande!
U.a. Autofahren verbieten ist die einzige Lösung.
Um beim Wasser zu bleiben: 15% aller zur Flucht Gezwungenen sind übrigens Fischer, weil die EU-Fischfabriken gnadenlos alles abfischen... Siehe auch angebliche Piraten aus Somalia.

lemontree
02
28.11.2009, 18:55
Ihre Aussage "Griechenland ist ein sehr fremdenfeindliches Land"

kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Seit über 25 Jahren bereise ich die griechische Inselwelt und ich habe auch auf den kleinsten Inseln, die damals teilweise noch nie zuvor Touristen bei sich hatten, nur gastfreundliche Menschen erlebt. In keinem anderen europäischen Land habe ich mich jemals so wohl und sicher gefühlt und so freundliche Menschen kennen gelernt. Natürlich respektiere ich die Kultur und die Moralvorstellungen und habe mich schon auf meiner ersten Reise bemüht, einfache griechischen Redewendungen zu lernen. Mag sein, dass Sie andere Erfahrungen gemacht haben. Mir sind die Griechen die sympatischsten Europäer.

marlene230
00
28.11.2009, 21:14
fremdenfeindliches Land

Es ist immer ein Unterschied ob ich als Tourist in ein Land gehe oder ob ich dort wohnen und arbeiten will. Ich war sicher schon 15 mal auf griechischen Inseln und es ist einfach toll aber dort wohnen und arbeiten ist wieder was anderes

das ist fix
57
27.11.2009, 19:46


Was soll das? - Griechenland kann schlicht und einfach das Niveau der Asylverfahren nicht nach unten drücken - Griechenland balanciert schließlich jetzt schon am wirtschaftlichen Abgrund, noch mehr Belastungen durch Einwanderung kann es sich nicht leisten.

Wenn die Türkei (nach Meinung einiger Politiker) wirklich EU-reif ist, dann können die Asylverfahren gleich dort abgewickelt werden.

Die Beitritt zum EURO-Raum hat sich Griechenland erschlichen - wie vor kurzem bekannt wurde.

o_lok
31
28.11.2009, 09:55

"Belastungen durch Einwanderung"...ach je...dass unter den Asylwerbern tatsächl auch Menschen sind, die der Wirtschaft eines Staates nützl sein können ist anscheinend nicht wirkl angekommen...

lemontree
00
28.11.2009, 19:12

Das Problem ist, dass viele Leute auf den Inseln selber keine Arbeit haben und deshalb in Massen nach Athen und Umgebung ziehen (wo sie dann erst recht wieder wenig Chance auf Wohlstand haben, weil zu viele Menschen in den Arbeitsmarkt drängen). Viele Inselgriechen sind auch nach Amerika etc ausgewandert, um Arbeit zu finden. Zumindest auf den Inseln gibt es so gut wie keine Arbeitsstellen für Zuwanderer - deshalb werden sie als "Belastung" erlebt. Und sollte ein Zuwanderer wirklich gut verwertbare Qualifikationen haben, dauert es Jahre, bis er sie voll einsetzen kann, weil das Erlernen der extrem komplexen griechischen Sprache sehr, sehr zeitaufwändig ist

van.der.stiege
24
28.11.2009, 11:16
wohl kaum.

denn dann brauch ich ja nicht mit der asylschiene einzuwandern sondern kann einen normalen "fachkraft"- antrag stellen.

wenn ich wirklich so tolle berufliche qualifikationen hab wär dies der einfachere und schnellere weg :)

W. Müller
 
00
27.11.2009, 20:28
.. vor Kurzem ?

Jeder, der die Grundrechnungsaten beherrscht hat sich's DAVOR selv´bst ausrechnen können.

Detto Italien, Spanien, Portugal.

das ist fix
00
28.11.2009, 08:24

"Italien, Spanien, Portugal"
- muss Ihnen zustimmen - leider...

evolution2011
 
11
27.11.2009, 20:19

Griechenland ist als Folge der jahrzehntelangen Korruption bankrott. Transparency International stufte das Land folgerichtig neuerlich ab. Wenn nun ein Minister meint: ""Wir behandeln in vielen Fällen diese Menschen grob" ist dies zwar realistisch, tatsächlich behandelt der griechische Kirchenstaat allerdings jeden "grob" welcher keine "Briefkuverts" den zuständigen Stellen anbietet. Die logische Folge: GR sollte aus der Eurozone verabschiedet werden (eine Bilanzfälschung machte sie zum Mitglied) und ein Ausschluss aus der EU, wegen massiver Menschenrechtsverletzungen sollte zumindest in Erwägung gezogen werden.

nukularteilchen
59
27.11.2009, 14:19

wie nett. aber was bringt das? wir holen uns noch mehr probleme nach europa. europaweit gibts immer weniger arbeit, ein studium ist heute kein garant mehr für eine stabile karriere, menschen bekommen immer weniger geld, wenn überhaupt (http://tinyurl.com/yll4zl6), die europäischen staaten sind total überschuldet und privatisieren grade alles was noch geht...
ein paar gutmenschen mit helferdrang wirds freuen,
aber langfristig wird damit das grundlegende problem nicht gelöst das der westen und jetzt china afrika ausbeutet wo es nur geht. je mehr einwanderer die kaum chancen haben in arbeitsmarkt umso grösser werden die problem, siehe frankreich mit den randalen. die rechtsradikalen werden sich freuen und leider weiter zulauf bekommen.

evolution2011
 
10
27.11.2009, 20:22

Griechenland hat seinen Bankrott selbst verschuldet. Es gibt kein korrupteres EU- Land. Wenn die Menschenrechtsstandards nicht eingehalten werden, sollte sich die EU von diesem von Familiendynastien beherrschten Kirchenstaat verabschieden.

Adam Markus
46
27.11.2009, 18:23

Das hat nichts mit zu uns holen zu tun, die Menschen fliehen vor den unzumutbaren Bedingungen in ihren Heimatländern für die wir und unser Wirtschaftssystem verantwortlich sind.
Oder was glaubens wer daran schuld ist dass in Afghanistan oder Irak Krieg herrscht und dass in Afrika die Menschen verhungern?
Warum verhungern in den größten nahrungsmittelexportierenden afrikanischen Staaten am meisten Menschen. Wer glauben sie beschafft billige Rohstoffe für Europa und was glauben Sie wer in den Fabriken unserer Firmen in der 3 Welt ausgebeutet wird?
Die Menschen kommen und auch wenn viele sie gerne wieder ins Meer zurückschicken wollen, ich sehe sie als Chance für Europa.

stefan81
11
28.11.2009, 18:31

also chance für was? zum schnelleren untergang? wachen sie auf!

Ernst Kratochwil
86
27.11.2009, 19:36
Die meisten der Probleme sind hausgemacht und nicht von

den westlichen Industriestaaten verursacht. Sie können nicht von EU und USA gelöst werden, sondern nur von den jeweiligen Völkern selbst vor Ort.

Das Einzige was an Ihrer Aussage stimmt ist, dass die Menschen vor den schlechten Lebensbedingungen zu hause flüchten und (wenn Sie das gemeint haben) auch immer mehr werden.

Eine verstärkte Aufnahme dieser Leute bringt in Europa nur noch weit größere Probleme, verstärkt den Migrationsdruck weiter ohne relevant die Situation in den Herkunftsländern zu verbessern.

Adam Markus
01
28.11.2009, 18:47

Die Verantwortlichkeit für das Elend auf diese Staaten zu schieben geht nur zum Teil.

Natürlich gibt es dort (wie hier) Korruption und Misswirtschaft, es sind aber unsere Ölfirmen, welche die Menschen aus zB. Nigeria oder Angola vertreiben. Es sind unsere Fangflotten die das Überleben der Fischer in Küstengebieten aber auch bei den großen Seen unmöglich machen. Es ist unser Kreditwesen, welches die Staaten in eine Schuldenspirale und totale Abhängigkeit zwingt. Es sind unsere Nahrungsmittelkonzerne die in zB. Äthiopien groß für den Export anbauen, während die lokale Bevölkerung verhungert. Es sind unsere Handyfirmen, die Rohstoffe verwenden die von Sklavenarbeitern gewonnen werden.

Nur um einige illustre Beispiele zu nennen.

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