Unabhängige Gewerkschafter deutlich vor Freiheitlichen - Unterschiedliche Listennamen verwirrten Auszähler
Wien - Die GÖD hat Freitag Mittag ein korrigiertes
Endergebnis zur Personalvertretungswahl vorgelegt, das die Kräfteverhältnisse verschoben hat. Darin schnitten
die Unabhängigen Gewerkschafter (UG) wesentlich besser ab als in dem
Freitag Nacht verkündeten Ergebnis: Sie kamen auf 7,52 und nicht nur
auf 2,79 Prozent. Damit liegen die von Reinhart Sellner angeführten
Unabhängigen, in denen auch Grüne und Linke vertreten sind, deutlich
vor den freiheitlichen AUF.
Stimmen wurden "Sonstigen" zugerechnet
Die UG bekamen durch die Korrektur noch mehr als 8.000 Stimmen
dazu. In vielen Bereichen - etwa bei den AHS- und BHS-Lehrern -
wurden gestern Stimmen nicht ihnen, sondern "Sonstigen" zugerechnet.
Im Vergleich mit 2004, wo diese Stimmen als UG gewertet waren, ergab
sich somit zunächst ein großer Verlust für die UG. Als Grund für die
falschen Zurechnungen nannte GÖD-Sprecher Hermann Feiner, dass die Unabhängigen unter "derart unterschiedlichen
Listenbezeichnungen angetreten" seien, teils als ÖLI, teils als UGÖD,
teilweise mit anderen Listenbezeichnungen und -UG angehängt. Freitag
Vormittag habe man deshalb noch einmal bei den Wahlausschüssen
nachgefragt und das Ergebnis nun richtig gestellt.
Ergebnis kann sich noch geringfügig ändern
Im neuen Endergebnis kam die FCG auf 101.317 Stimmen, was 55,95
Prozent und 190 Mandate in den Zentralausschüssen bedeutet. Die
Christgewerkschafter Fritz Neugebauers wuchsen damit um 5,78
Prozentpunkte und besetzen nun 18 Mandate mehr. Die FSG mit
Vorsitzendem Richard Holzer büßte mit 51.932 Stimmen 5,96
Prozentpunkte auf 28,58 Prozent bzw. 23 Mandate auf 86 ein.
Drittstärkste Fraktion bleiben die UG mit 13.615 Stimmen bzw. 7,52
Prozent und zwölf Mandaten - was ein Minus von 2,00 Prozentpunkten
und sechs Mandate weniger bedeutet.
Die freiheitlichen Arbeitnehmer AUF mit Vorsitzendem Werner
Herbert konnten die Verluste des Jahres 2004 (fast vier
Prozentpunkte) bei den heurigen Wahlen nicht ausgleichen: Sie kamen
mit 10.351 Stimmen auf 5,72 Prozent und acht Mandate, was ein Plus
von 2,09 Punkten und vier Mandaten bedeutet. Sonstige Listen wurden
von 3.872 Bundesbediensteten gewählt, was 2,13 Prozent bzw. 23
Mandaten entspricht. Vergeben wurden insgesamt 319 Mandate, das sind
um elf weniger als 2004. Die Wahlbeteiligung ist etwas gesunken, von
82,90 auf 80,99 Prozent.
Auch dieses Ergebnis könnte sich - hinsichtlich der "Sonstigen" -
noch geringfügig ändern, weil es von den Staatsanwälten noch keine
Rückmeldung zu einer Anfrage gab, betonte GÖD-Sprecher Hermann Feiner. (APA)