Personalvertretungswahlen

Massive Auszählungsfehler bringen Verschiebungen

27. November 2009, 13:49
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    foto: grafik/apa

Unabhängige Gewerkschafter deutlich vor Freiheitlichen - Unterschiedliche Listennamen verwirrten Auszähler

Wien - Die GÖD hat Freitag Mittag ein korrigiertes Endergebnis zur Personalvertretungswahl vorgelegt, das die Kräfteverhältnisse verschoben hat. Darin schnitten die Unabhängigen Gewerkschafter (UG) wesentlich besser ab als in dem Freitag Nacht verkündeten Ergebnis: Sie kamen auf 7,52 und nicht nur auf 2,79 Prozent. Damit liegen die von Reinhart Sellner angeführten Unabhängigen, in denen auch Grüne und Linke vertreten sind, deutlich vor den freiheitlichen AUF. 

Stimmen wurden "Sonstigen" zugerechnet

Die UG bekamen durch die Korrektur noch mehr als 8.000 Stimmen dazu. In vielen Bereichen - etwa bei den AHS- und BHS-Lehrern - wurden gestern Stimmen nicht ihnen, sondern "Sonstigen" zugerechnet. Im Vergleich mit 2004, wo diese Stimmen als UG gewertet waren, ergab sich somit zunächst ein großer Verlust für die UG. Als Grund für die falschen Zurechnungen nannte GÖD-Sprecher Hermann Feiner, dass die Unabhängigen unter "derart unterschiedlichen Listenbezeichnungen angetreten" seien, teils als ÖLI, teils als UGÖD, teilweise mit anderen Listenbezeichnungen und -UG angehängt. Freitag Vormittag habe man deshalb noch einmal bei den Wahlausschüssen nachgefragt und das Ergebnis nun richtig gestellt.

Ergebnis kann sich noch geringfügig ändern

Im neuen Endergebnis kam die FCG auf 101.317 Stimmen, was 55,95 Prozent und 190 Mandate in den Zentralausschüssen bedeutet. Die Christgewerkschafter Fritz Neugebauers wuchsen damit um 5,78 Prozentpunkte und besetzen nun 18 Mandate mehr. Die FSG mit Vorsitzendem Richard Holzer büßte mit 51.932 Stimmen 5,96 Prozentpunkte auf 28,58 Prozent bzw. 23 Mandate auf 86 ein. Drittstärkste Fraktion bleiben die UG mit 13.615 Stimmen bzw. 7,52 Prozent und zwölf Mandaten - was ein Minus von 2,00 Prozentpunkten und sechs Mandate weniger bedeutet.

Die freiheitlichen Arbeitnehmer AUF mit Vorsitzendem Werner Herbert konnten die Verluste des Jahres 2004 (fast vier Prozentpunkte) bei den heurigen Wahlen nicht ausgleichen: Sie kamen mit 10.351 Stimmen auf 5,72 Prozent und acht Mandate, was ein Plus von 2,09 Punkten und vier Mandaten bedeutet. Sonstige Listen wurden von 3.872 Bundesbediensteten gewählt, was 2,13 Prozent bzw. 23 Mandaten entspricht. Vergeben wurden insgesamt 319 Mandate, das sind um elf weniger als 2004. Die Wahlbeteiligung ist etwas gesunken, von 82,90 auf 80,99 Prozent.

Auch dieses Ergebnis könnte sich - hinsichtlich der "Sonstigen" - noch geringfügig ändern, weil es von den Staatsanwälten noch keine Rückmeldung zu einer Anfrage gab, betonte GÖD-Sprecher Hermann Feiner. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 73
1 2
bernaschek
01
28.11.2009, 23:02
dennoch...

...bleiben über 50%, die mit dem fcg/neugebauer zufrieden sind. besonders erschütternd ist das bei den lehrerInnen, die mehrheitlich genau nichts an veränderung wollen: weiter im trott bis zur pension...

franz der freie
 
21
28.11.2009, 13:58
die zähler, offensichtlich lehrer.

sind auch nur opfer des miesen schulsystems. wer weiter , als bis drei zählen können will, muss mathematik studieren.

grenzen meiner sprache , grenzen meiner
10
28.11.2009, 17:59
wann da herrgott net wühh

da haben wahrscheinlich zuviele fcg lehrer im vertrauen auf den heiligen geist mitgezählt!

Ppupp PPupp
16
28.11.2009, 10:06
Besser für die UG wäre es

sich klar von den Kummerln zu distanzieren. Ein bisschen Grün und ein bisschen links und ein bisschen KPler, da fragen sich die Wahlberechtigten in meinem Bekanntenkreis (ich war nicht wahlberechtigt), was das soll. Unabhängige Gewerkschafter mi KPÖ-Funktionären ...

grenzen meiner sprache , grenzen meiner
00
28.11.2009, 18:03

wenn die sogenannten kummerl sich auf eine tradition berufen können, die in sogenannten kommunistischen systemen funktioniert hat, dann war es die bildungspolitik (siehe selbstbewußtsein der frauen in den neuen eu mitgliedsstaaten)

alles ist lächerlich...
04
28.11.2009, 12:45
also, mir sind kommunistische gewerkschafter

beim a.....h lieber als rechtsextreme landeshauptleute beim gesicht.

Auswandern, aber wohin?
04
28.11.2009, 10:01
Journalismus ohne Recherche

Wenn einer recherchieren würde (egal ob APA, von der die Meldung stammt oder Standard, der sie ins Netz stellt), könnte er merken, dass die Personalvertretungswahlen nicht zentral organisiert werden. Es gibt überhaupt kein offizielles Gesamtergebnis. Die GÖD stellt das Ergebnis zusammen, weil die in der GÖD vertretenen Fraktionen auch bei den PV-Wahlen kandidieren.

barbarutta
00
28.12.2009, 13:17

ja, das ist ein problem.
die göd (als mitgliederverein) dürfte gar nicht die stimmen zur personalvertretungswahl auszählen, auch antreten dürften bei den personalvertretungswahlen nur
fs, fc - nicht aber fcg, fsg!

Kriti Kaster
01
28.11.2009, 11:06
Alte Journalistenweisheit

Recherche haut einem die schönsten Gschichten zsamm.

wiesengarten
42
27.11.2009, 22:26
Ist Österreich ein Entwicklungsland?

Die Hochschülerschaftswahlen müssen eventuell wiederholt werden, weil das e-voting tital daneben ging. Die Personalvertretungswahlen des Bundes sind so schlecht vorbereitet, dass die AuszählerInnen massenhaft Stimmen falsch auszählen.
Die Staatsanwaltschaft stellt Herrn Dörfler einen Persilschein wegen festgestellter Unfähigkeit aus - für den LH reicht es immer noch. Witzig auch, dass er offen stolz darauf ist sein Konto nicht bei der Hypo-Bank zu haben.
Der Vizekanzler fährt mitten in der Hauptarbeitszeit des Parlamentes auf Urlaub.
Nimmt irgendjemand die Performance unserer PolitikerInnen noch ernst?
Ich habe nicht genug Platz weitere Skandale aufzuzählen, aber vielleicht tun das andere.

Kriti Kaster
14
28.11.2009, 09:55
Da sind keine Stimmen falsch ausgezählt worden

Die Personalvertretung wird gewählt in den Ressorts, dort wird sie von Wahlausschüssen abgewickelt, die verlautbaren ein Ergebnis. Zentrale Wahlbehörde für alle Bereiche gibt es keine.
Die Gewerkschaft ist ein Verein, der am Wahlabend die einzelnen Zentralausschussergebnisse zusammenzählt - so wie sie jeder andere auch zusammenzählen kann, wenn es ihm Spass macht. Und da gibts halt wahlwerbende Gruppen, deren Bezeichnung man es nicht auf den ersten Blick ansieht, dass sie zur UG gehören. Dann sagt die UG, dass sie auch zu ihnen gehören und man zählt sie halt dazu.
Wo ist der Skandal?

unterwegs in Österreich
04
27.11.2009, 23:32
Die Problematik ist die,

dass Personalvertretungswahlen echte Persönlichkeitswahlen sind, jeder Personalvertreter, der weiß, dass er gut ankommt, am liebsten unter der Listenbezeichnung:
Namensliste $Name
kanditieren will, die Stimmen aber nur dann der Fraktion zugezählt werden, wenn die globale Listenbezeichnung auch dabei steht.
Ähnlich ist es, wenn jemand mit Kandidaten antritt, die sich nicht als Parteisoldaten deklariere wollen, dann gibt es Listenbezeichnungen wie z.B. FCG und parteiunabhängige

Die Zuordnung dieser Listen zu den Gewerkschaftsfraktionen ist dann nicht ganz einfach und die Gewerkschaftszentrale hat da nicht so viel Einfluss, wie es so mancher Poster gerne hätte.

brezn suppn
01
27.11.2009, 20:16
ROFL

...alle überarbeitet ;o]

oblomow II
01
27.11.2009, 19:41
die ugler

... wissen offensichtlich selbst nicht, wie sie heißen... die waren nämlich beim auszählen dabei.

haftgrund
 
11
27.11.2009, 22:56

doch, sie wissens. und es ist auch für Leute, die lesen können, ein -UG bei jeder Liste angehängt.
Aber dass die FCG die UG am liebsten gar nicht wahrnehmen will, ist ja nichts neues.

oblomow II
00
28.11.2009, 09:43
no...

...woans jetzt als wahlzeugen beim auszählen dabei oder nicht ...

santillan
00
28.11.2009, 17:49

kurz gesagt nein! in der göd-zentrale hat die FCG ausgezählt und die entsprechende zuordnung gemacht und das ergebnis verlautbart! in den wahlkommissionen waren sie natürlich dabei. aber es lag an der zentrale, das ergebnis zu verlautbaren und zuzuordnen. da waren keine UGlerInnen dabei! denn wenn, hätten sie schon sichergestellt, dass die UG-Listen tatsächlich der UG zugeteilt werden. auch am freitag, bei der überarbeitung des endergebnisses, waren keine UGlerInnen dabei. sonst würden nicht immer noch 2 za-mandate für die UG fehlen und rund 2000 dazugehörige stimmen, die die UG dann insgesamt bei 8,3 % ausweisen. kann alles beim endergebnis der FSG-Göd nachgelesen werden, wers nicht glaubt! die haben nur die GRULUG vergessen, Sbg UG-APS.

mm-10-1
11
27.11.2009, 19:19
zählen! wer kann das noch?

können selbst lehrer ihre eigenen stimmen nicht mehr korrekt auszählen.ist minus 5.

franz fröhlich
00
27.11.2009, 20:15
Sie sollten den

Artikel sinnerfassend lesen..

wilma2
01
27.11.2009, 19:23
FEINER...

... ist GÖD-Spitzenfunktionär, aber (Gott sei Dank) kein Lehrer.

wilma2
13
27.11.2009, 18:47
bunt und unabhängig!

Die verschiedenen Listenbezeichnungen zeugen von der Buntheit und Unabhängigkeit der einzelnen Listen, aber alle hatten unverwechselbar das "UG" hinten angehängt. FEINER wäre es allemal, wenn man als Spitzenfunktionär der GÖD beim Auszählen zwei Buchstaben richtig lesen könnte statt Falschmeldungen hinaus zu tuten. Und 700 Salzburger APS-WählerInnen von der GRULUG fehlen immer noch in der Statistik von Neugebauer; Karsai & Co. :-(

re flexion
01
27.11.2009, 17:34
War da nicht unlängst

die Diskussion (ich denke beim BZÖ-Ergebnis der Nationalratswahlen 2006), ob eine Liste unter unterschiedlichen Namen antreten dürfen soll?

dragomirl
11
27.11.2009, 18:45
nicht bei den PV Wahlen

da trat die ÖVP-FCG u.a als "Team 1" an, die SPÖ-FSG als "Unabhängige" oder "Liste Wissenschaft" usw. usf. - ALLE Parteien geben sich bei den PV-Wahlen "Tarnnamen".

dragomirl
01
27.11.2009, 18:51
p.s.:

bei den UG'lern sind die verschiedenen Namen natürlich keine "Tarnnamen", da diese Gruppen unabhängig von einander quasi "von unten" unter vielen bunten Namen gegründet wurden und erst nach und nach in die UG eingetreten sind bzw. in deren Rahmen kandidieren. Hingegen sind bei den Roten und Schwarzen die Fantasienamen natürlich unter dem Motto "tarnen und täuschen" entstanden.

haftgrund
 
00
27.11.2009, 22:57

ist eben der feine Unterschied zwischen Basisdemokratie und WählerInnentäuschung

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