ÖH-Wahl an Uni Wien vor Aufhebung

27. November 2009, 16:42
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    foto: apa/hochmuth

    Nur wenige Studierenden nutzten im Mai das E-Voting-System. Nun soll die Wahl wegen fehlerhaftem Online-Stimmzettel an der Uni Wien wiederholt werden.

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    Das Problemkind: Der E-Voting-Stimmzettel ohne Kurzbezeichnung und mit mangelhaftem Listennamen.

Noch kein offizieller Bescheid ausgestellt - Sitzung der Bundeswahlkommission verschoben - Grund sind fehlerhafte E-Voting-Stimmzettel

Wien - Die Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) an der Universität Wien vom vergangenen Mai müssen wahrscheinlich wiederholt werden. Die Bundeswahlkommission hat die Wahlen aufgehoben, einen offiziellen Bescheid gibt es aber noch nicht. 

Die für Freitag anberaumte Sitzung der Bundeswahlkommission für die ÖH-Wahl wurde aus Krankheitsgründen abgesagt und auf kommende Woche verschoben. Die definitive Entscheidung über die Aufhebung der ÖH-Wahlen an der Uni Wien fällt damit erst in den nächsten Tagen.

Dabei werden weitere der insgesamt 33 Einsprüche gegen die ÖH-Wahlen behandelt. Es besteht zwar noch die Chance, dass von dem Beschluss der Wahlaufhebung wieder abgegangen wird, es wird aber nicht damit gerechnet. Bei der Sitzung werden der Leiter der Wahlkommission und Studierendenvertreter von Aktionsgemeinschaft (AG), Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) und Fachschaftsliste anwesend sein. Auch an  der Universität Salzburg sind die Chancen hoch, dass auch dort der Urnengang aufgehoben wird.

Seitens der Wahlkommission war am Freitag keine offizielle Bestätigung zu bekommen. Eine Sprecherin von Wissenschaftsminister Johannes Hahn konnte gegenüber derStandard.at eine Aufhebung der Wahl ebenfalls noch nicht bestätigen, rechnet aber bei der heutigen Sitzung mit einer Entscheidung. Die beanstandeten Mängel seien aber nicht "per se" mit dem E-Voting verbunden, sondern seien "administrative Mängel" in der Verwaltung, die auch bei einer herkömmlichen Papierwahl auftreten könnten, heißt es aus dem Ministerium.

Fix ist die Aufhebung erst mit der Ausstellung eines entsprechenden Bescheids. Sobald dieser allen wahlwerbenden Gruppen der betreffenden Uni zugestellt ist, haben diese zwei Wochen Zeit für eine Berufung an die nächsthöhere Instanz, den Wissenschaftsminister. Sobald die Aufhebung rechtskräftig ist, muss die Wahl innerhalb von 60 Tagen wiederholt werden.

Listenname mangelhaft angeführt

Grund für die Wahlaufhebung soll indirekt das bei der ÖH-Wahl 2009 erstmals mögliche E-Voting sein. Am elektronischen Stimmzettel war der Listenname der Jungen Europäischen Studenteninitiative (JES) fehlerhaft, der Liste fehlte das "Europäische". Zudem fehlten auf dem Internet-Stimmzettel (siehe Ansichtssache) bei allen Fraktionen die Kurzbezeichnungen. Kurios dabei ist, dass die JES selbst auf einen Einspruch gegen die Wahl verzichtet hat.

Angefochten haben die Wahl auch die Grünen & Alternativen StudentInnen. An allen Universitäten, an denen sie kandidiert haben wurde das Ergebnis aufgrund des E-Voting-Verfahrens und möglicher Bedenken angefochten (derStandard.at berichtete). Zwei Verfassungsgerichtshofklagen aus dem Umfeld des Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) wurden aus formalen Gründen abgelehnt. Auch der VSSTÖ hat die letzte ÖH-Wahl angefochten

VSSTÖ: Gesamte ÖH-Wahl muss wiederholt werden

Da es noch keinen offizielle Bescheid gibt jubeln die Studierenden noch vorsichtig. "Sollte die kolportierte Aufhebung tatsächlich stimmen, ist das eine Bestätigung für die ÖH Uni Wien und Bankrotterklärung für E-Voting und das Wissenschaftsministerium, das dies zu verantworten hat", so Veronika Helfert von der ÖH Uni Wien.

Der Verband Sozialistischer StudentInnen sieht das E-Voting-System gescheitert. "Das E-Voting System war eine Husch-Pfusch-Aktion des Ministeriums", so Sophie Wollner, Bundesvorsitzende des VSStÖ, in einer Aussendung. Der VSSTÖ fordert die gesamte ÖH-Wahl zu wiederholen. Auch für Eva Pentz (GRAS) ist das "Prestigeprojekt E-voting entgültig gestorben", auch ein neue/r WissenschaftsministerIn werde dieses "demokratiefeindliche Instrument nicht erneut einsetzen".

Die Bundes-ÖH zeigte sich zurückhaltend: Man habe offiziell noch keine Infos, so der stellvertretende ÖH-Vorsitzende Thomas Wallerberger (Fraktion engagierter Studierender, FEST). Die ÖH werde wie bisher weiterarbeiten und zunächst den entsprechenden Bescheid abwarten.

Nur wenig Studierende nutzten elektronische Wahlmöglichkeit

Vor allem von Studierendenseite wurden gegen das elektronischen Distanzwahlsystem sowohl datenrechtliche Bedenken geäußert und die hohen Kosten kritisiert. Als Testfeld für andere Wahlen sollten die Universitäten im Mai dienen, bei den Wirtschaftskammerwahlen sollte das E-Voting-System als nächstes angewandt werden.

Trotz einer intensiven Werbekampagne an Österreichs Universitäten - 10.000 Lesegeräte für Chipkarten wurden an Studierende verteilt - haben von den rund 230.000 Studierenden bei den vergangenen Wahlen nur 2.161 Studenten ihre Stimme elektronisch abgegeben. Insgesamt kostete der Test des neuen Wahlmodus laut Wissenschaftsministerium fast 900.000 Euro.

GRAS stimmenstärkste Fraktion

Bei der ÖH-Wahl an der Uni Wien wurden die Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) die stimmenstärkste Fraktion (32,7 Prozent), vor der AktionsGemeinschaft (26,7 Prozent) und dem  (VSStÖ) mit 21 Prozent. Von den insgesamt 70.200 Wahlberechtigten gaben 21,5 Prozent ihre Stimme ab. Die Universität Wien entsendet die meisten Mandatare (15) aller Unis in die ÖH-Bundesvertretung. Bisher wurden ÖH-Wahlen zwar bereits aufgehoben. Eine Wiederholung des Urnengangs fand aber bisher noch nicht statt, da aufgrund des Fristenlaufs immer die nächste reguläre Wahl "dazwischenkam". (red, derstandard.at, 27.11.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 249
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chilli p.
02
29.11.2009, 16:44
und ausgerechnet dem husch-pfusch-hahn geben's das zweitgrößte eu-ressort.

postskriptum
01
29.11.2009, 05:02
Faschismus beginnt klein...

und ist in der Vergangenheit schon zur Katastrophe hochgekommen.

Insbesondere die "rotgestrichelten" Poster haben im Geschichtsunterricht nicht recht ZuHÖREN wollen...

Markus l
07
28.11.2009, 16:52
Erbärmlich

wie die ÖVP Kampfposter durch ÖH-Bashing versuchen vom Versagen des Hahn abzulenken.

Léonor de Guzman
53
28.11.2009, 14:37
is schon fasching? - ja!

die unwichtigste wahl wird wiederholt! LOL

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
16
28.11.2009, 15:29

Keine Wahl ist unwichtig.

Techniker
50
28.11.2009, 15:58

Dann erklärens uns bitte den Sinn der ÖH;
außer Gelder für Sinnlosigkeiten und Eigen-Ego-Aufbesserung hinauszuwerfen sind nicht wirklich viele gute Taten bislang für die Öffentlichkeit sichtbar.

Ach ja, anscheinend auch nicht für die Studierenden selbst, immerhin sind etwas mehr als 25% nicht gerade eine Spitzenleistung als Wahlbeteiligung;
und zudem der ÖH-Mitgliedsbeitrag ist einer der wenigen in Österreich der als Pflichtbeitrag gilt!!!!!

Aber wenn die werte ÖH so toll ist, wieso sponsert sie nicht selbst etwas zur Verbesserung der Studiensituation bei???
Immerhin beträgt das Budget der ÖH in Ö. alleine aus den Beiträgen knapp € 7M.

Ich fordere daher die ÖH auf ihrem Auftrag nachzukommen FÜR die Studierenden etwas zu tun!!

per verser
010
28.11.2009, 17:16
wenn es die ÖH nicht gäbe

wären die universitäten längst övp-parteischulen und fest in der hand der austrofaschisten.

allein das rechtfertigt die existenz dieser institution.

im übrigen: wer gegen eine studentInnenvertretung nach art der ÖH ist, ist gegen demokratie. überlegen sie sich das einmal und bekennen sie farbe.

Techniker
00
29.11.2009, 11:16

Seniore lesen!!!!
Ich habe nicht gesagt auflösen, sondern für die Studierenden etwas tun!!!
Ach ja noch eine Kleinigkeit; austrofaschist ist ein widerspruch in sich, aber habens wahrscheinlich in ihren Studium noch nicht gelernt.
wie gesagt, die ÖH hat selbst auch einiges an Geld und wenns wirklich was tun wollen, dann sollens die Gelder auch hierfür freigeben und für ihre eingen-ego-befriedigung; weil wir sind ja SO VERDAMMT wichtig!!!

per verser
00
29.11.2009, 13:29

austrofaschist ist ein widerspruch in sich, soso. das erklären sie uns jetzt bitte mal, immerhin scheinen sie auch die gut begründete lehrmeinung etablierter historikerInnen und politikwissenschafterInnen in österreich und anderswo in frage zu stellen.

ich finde, daß die gelder der öh derzeit sehr gut für die studierenden eingesetzt werden, es ist halt nicht die ag am ruder, die das geld für halbverdeckte övp-werbung und "serviceleistung" verschwendet. und einen samir, der vom hahn geschmiert wurde, braucht kein studierender.

anonym92
61
28.11.2009, 13:33

Sehr gut, da werden wir die verantwortungslose Bundes-ÖH-Vertretung, die den Audmiax-Rabauken 100.000,- Euro an ÖH-Mitgliedsbeiträgen geschenkt hat, mal schön abstrafen! Gut so.

Fanny Frey
53
28.11.2009, 11:56
Bravo, dann werden wohl noch weniger zur Wahl hingehen.

Spätestens durch diese basisdemokratischen Proteste haben die ÖH und ihr System der Zwangsbeiträge ihre Berechtigung völlig verloren.

mountaineer
22
28.11.2009, 09:28

Um das Geld hätte man ein paar Hörsäle weißeln können.

LT81
04
28.11.2009, 18:17
stimmt man hätte..

gleich aufs e-voting verzichten sollen.

Markus l
07
28.11.2009, 08:58
Unfähiger Bummelstudent

E-Voting in der jetzigen Form ist sehr anfällig für Manipulation sowie ungewollte Beobachtung der Stimmabgabe. Eine Wahl mit Papier und Bleistift unter den Augen einer Wahlkommission ist nach wie vor die einfachste und deswegen sicherste Methode. Dem Bummelstudenten Hahn wars egal. Er ist einfach über sämtliche Bedenken drübergefahren und hat einen einstimmigen Beschluss der ÖH-Bundesvertretung ignoriert.
Zynisch sprich Hahn dann noch von einer Stärkung der Demokratie duch E-Voting.

der bunte faschist
50
28.11.2009, 07:30

Diese Sauerei wird nur möglich gemacht durch das gottverdammte Nichtstun der Bevölkerung, die diesen Schwachsinn passiv unterstützt ... manchmal könnte ich schreien und weinen zugleich in Österreich ...

Wenige haben eine Ahnung, was das für unsere blutig erkämpfte Demokratie bedeutet: ihren klanglosen Abgesang, ihr stilles Ende.
Wenn es sie denn jemals gegeben hat^^

net-diver
 
00
29.11.2009, 17:31
Vielleicht...

... liegt es daran, daß es die Bevölkerung einfach nicht interessiert. Und warum die Wiederholung der ÖH Wahl das Ende der Demokratie in A bedeutet, entzieht sich irgendwie meinem Verständnis. Und warum hier die österr. Bevölkerung schuld sein soll ist geradezu grotesk.

anonym92
12
28.11.2009, 13:34

Es zwingt sie wohl niemand in diesem für sie wohl ziemlich furchtbarem Land zu leben, oder?

Markus l
07
28.11.2009, 10:04
Blutig erkämpft

haben unsere Demokratie allerdings die Alliierten.

Adam Markus
00
28.11.2009, 19:22

eh, aber blutig bleibt blutig

NONE
22
28.11.2009, 00:22

Letzten Endes ist es von A bis Z rausgeworfenes Geld - sowohl die Firma die diesen Schaden verursacht hatte, als auch die ÖH Wahl selbst da ja sowieso die ÖH zu 85% eine politische Parteifunktion ist.

Was bringt die Wiederholung? Verschiebung von ein paar %?

Die protestierenden Studenten bewirken in etwa 10.000x so viel wie die ÖH in den letzten 20 Jahren.

Und Hahn ist auch schon weg. Das hat man bei Gehrer ... uh nicht geschafft. ;-)

anonym92
40
28.11.2009, 13:36

Was haben die Audimax-Rabauken denn bewirkt bis jetzt - meine konkret und nicht ideologisch-revolutionär?! Ein paar Millionen Euro, die die Unis sowieso früher oder später aus dem Notfall-Fonds bekommen haben. Verdreckte und beschmierte Hörsäle und Gänge in den Uni-Gebäuden, das wars aber auch schon.

stoned monkey
00
29.11.2009, 14:17
ohne tatkräftige unterstützung der öh-menschen

wäre der audimax der einzig besetzte hörsaal.

so sind es bereits über 70 weltweit. danke ÖH!

Allmächtiger Satan
34
28.11.2009, 08:33

Glauben Sie wirklich, dass diese Firma den Inhalt des Wahlzettels ausgesucht hat? Der kam von der Uni-Wahlkommission, die aus Juristen und Vertretern der Kandidaten bestand.

E-voting hat technisch funktioniert, wenn es die Studenten nicht annehmen, kann man diskutieren, warum das der Fall war, aber nicht mit solchen Schwachsinnsargumenten, die kilometerweit an der Sache vorbeigehen.

Queen of Sheba
 
30
27.11.2009, 23:29
Ein Test ist dazu da, mögliche Fehlerquellen aufzuzeigen.

Wozu dann die Aufregung ?

Tina Tsornigg
03
28.11.2009, 11:28

Wahlen sind keine Tests.

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