Stellt sich die Frage, ob die Luft rein ist

27. November 2009, 16:50
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    Dicke Luft wie in China ist in Europa dank strenger Abgaslimits weitgehend passé.

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    Rauchende Auspuffe auch.

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    Neue Motoren - etwa Fiats Multi-Air-Spritspartechnologie bei Benzinern - weisen in eine noch abgasärmere Zukunft. Ohne massiven Druck der Politik sähe es aber wohl anders aus, und es besteht noch kein Grund zur Entwarnung.

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    Moderne Dieselmotoren arbeiten so sauber wie noch nie. Sie sollen aber noch viel sauberer werden.

Strengere Abgasgrenzwerte lösten Fortschritte im Motorenbau der jüngeren Automobilgeschichte aus. Trotzdem sind nicht alle Probleme gelöst

Die Geschichte der Abgasgesetzgebung beginnt in den 1960er-Jahren in Kalifornien. Die autogerechte Stadt Los Angeles hatte bereits damals ihre Probleme mit dem Smog. Also wurden dort die ersten Abgasgrenzwerte für den Straßenverkehr eingeführt. Die Europäische Gemeinschaft zog 1970 nach. Zuerst wurden nur Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffe gemessen, später dann auch Stickoxide und Rußpartikel.

Die österreichischen Vorschriften haben sich immer an den Nachbarländern orientiert, bis Anfang der 1980er-Jahre eine hitzige Diskussion um die Katalysatorpflicht losbrach. Das Thema Waldsterben war gerade angesagt. Tatsächlich waren viele Wälder durch die Schwefelemissionen der Industrie stark geschädigt, was man aber durch konsequenten Einbau von Filteranlagen bereits Anfang der 90er-Jahre wieder im Griff hatte.

Wenn auch die Autoabgase und das Waldsterben keinen direkten Zusammenhang erkennen ließen, die Debatte um deren Schädlichkeit war nicht mehr zu bremsen.

Was in den USA bereits mehr als zehn Jahre lang Stand der Technik war, hielt man in Europa für viel zu kompliziert. Das Gros der Autofahrerclubs und Autozeitschriften wetterte gegen die Einführung des Katalysators, auch die Autohersteller hatten gar keine Freude mit der neuen Technik.

Dabei lag der Vorteil auf der Hand: Zehn neue Autos sollten mit Kat nicht mehr schädliche Abgase ausstoßen als ein altes (heute sind wir schon beim Faktor 100). Die Gegner operierten mit abstrusesten Argumenten, der Höhepunkt der Volksverwirrung war wohl eine Studie, welche die hohe Aidsrate in Kalifornien mit der Einführung des Katalysators vermanschte.
Österreich prescht vor

Die Gegenwehr nützte nicht viel, Österreich, die Schweiz und Schweden preschten vor und führten Abgasvorschriften nach US-Vorbild ein. Man tat sich leichter, Österreich und die Schweiz hatten keine mächtige Autoindustrie, die beiden schwedischen Hersteller Volvo und Saab hatten durch ihr US-Geschäft die Katalysatortechnik längst im Griff.

Bald darauf zog aber auch die EU nach. Im Nachhinein gesehen war der Katalysator nicht nur ein riesiger Vorteil für die Umwelt, er kurbelte auch das Geschäft der Autohersteller kräftig an. Es wurden nicht nur mehr Autos als je zuvor verkauft, auch die höheren Preise durch die neue Technik bescherten den Produzenten saftige Umsatzzuwächse. Autohersteller wollen manchmal offenbar zu ihrem Glück gezwungen werden.

Ein ganz wichtiger Punkt war auch die Einführung des bleifreien Benzins. Jahrzehntelang wusste man bereits um die Gesundheitsschädlichkeit von Bleiverbindungen im Abgas (lagert sich in den Knochen ab und schädigt die Nerven). Doch die Beimengung von Bleitetraäthyl war eine sehr billige Möglichkeit, die Kraftstoffqualität zu verbessern. Das Blei wurde schließlich aber nicht wegen seiner Gefährlichkeit für die Menschen durch harmlosere Beimengungen ersetzt, sondern deshalb, weil der Katalysator das Blei nicht vertrug und mit verbleitem Benzin kaputtging.

Die Abgasgesetze wurden mittlerweile durch geänderte Prüfzyklen und niedrigere Grenzwerte mehrmals verschärft, am 1. Juli 1992 trat Euro 1 in Kraft, heute sind wir bei Euro 5, das seit 1. September für neukonstruierte Autos gilt, mit 1. Jänner 2011 auch für bestehende Typen. Euro 6 wird 2014/ 2015 in Kraft treten.

Die Fortschritte waren doch so groß, dass heute der Ausstoß schädlicher Abgase kein sehr heißes Thema mehr ist, zumindest beim Pkws. Kritisiert wird aber immer wieder, dass der Prüfzyklus kein Abbild der Wirklichkeit darstellt, zumal nur einmal kurz auf 120 km/h beschleunigt und niemals Vollgas gegeben wird. Dieses Problem wird aber eher in Zusammenhang mit dem Verbrauch, also dem CO2-Ausstoß, diskutiert.

Die Dieselautos dürfen in diesem Zusammenhang nicht übersehen werden, ihr Rußausstoß war immer schon ein heikles Thema. Erst jetzt, mit Euro 5, ist der Partikelgrenzwert so niedrig, dass die Autohersteller gezwungen sind, Partikelfilter einzubauen. Aber auch damit ist der Dieselmotor abgastechnisch nicht ganz aus dem Schneider. Noch immer ist der erlaubte Stickoxidgrenzwert dreimal so hoch wie für Benziner, und die Partikel werden nur bis zu einer bestimmten Größe gefiltert, die ganz kleinen Partikel lassen sich nicht fangen, sie können bis in unsere Blutbahn geraten. Kritisiert wird auch oft, dass die gemessene Partikelmasse zu wenig aussagekräftig wäre, es zählten auch Anzahl und Größe.

Eins wird gern übersehen, nämlich Motorräder und Mopeds. Zweispurige sind nach wie vor bedenklich. Die Grenzwerte wurden zwar 2006 mit der Euro-3-Einführung halbiert. Sie erscheinen aber noch immer sehr hoch. So darf ein Motorrad doppelt so viel Kohlenmonoxid und fast dreimal so viel Stickoxide wie ein Pkw ausstoßen. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/27.11.2009)

 

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13 Postings
Autobahnraser
00
30.11.2009, 18:53
Für alle die jetzt den 2 Takter hinrichten wollen

sucht mal unter Honda HCCI

badlwand
00
29.11.2009, 09:51
extrem lächerlich,

dass benzin mopeds noch zur neuzulassung erlaubt sind.

e mopeds sind mittlerweile eine wirkl. alternative, und langfristig sogar wesentlich günstiger in der erhaltung.

in china sind in vielen metropolen benzin mopeds generell verboten.

komisch, eigentlich ist der eder (ehemaliger spö umweltsprecher und gleichzeitiger ömv manager) eh nicht mehr im parlament.

oder kann es sein, dass solche querverbindungen und damit ineressensgegensätze eher die regel sind, als die ausnahme?????

und wenn dem so ist, dann muss man sich überlegen ob im parlament nicht permanent die verfasung gebrochen wird, weil dort würde stehen:

"...das recht geht vom Volke aus..." (und nicht von der ömv,...)

Parkschwein
01
30.11.2009, 07:13
sofort verbieten!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!einseinself"

Voronwe
01
29.11.2009, 23:48
Lächerlich? Wohl nur einseitig gedacht...

Tatsache ist, dass Elektromopes teurer sind als altbackene, dazu kommt die mangelnde Reichweite. Und während ein leerer Tank binnen Minuten wieder voll und bezahlt ist, dauert das wiederaufladen Stunden.

E-Mopeds sind dort sinnvoll, wo es um kurze Strecken geht, wie zB zum Bahnhof. Tatsächlich werden Mopeds aber in erster Linie von jungen Menschen genutzt, die kein Auto haben, aber regelmäßig von A nach B kommen müssen (Schule, Lehrstelle, Arbeit) oder wollen (Kino,...), und sich gerade am Land nicht auf die Öffis verlassen können (da oft nicht vorhanden). Und da ist eine Reichweite von zB 50 km nicht gerade aussichtsreich...

I bis
00
30.11.2009, 09:59

Eine Reichweite von 50km entspricht beim Moped weit mehr als einer Stunde Fahrzeit. Ich bezweifle, dass viele so weit am Stück fahren.

E-Mopeds halte ich für einen echten Fortschritt gegenüber den sehr lauten Stinkern, die derzeit herumkurven.

immerwährender Fachkräftemangel
00
30.11.2009, 10:58
Laute Stinker..

tja, nur dass die "lauten" Stinker eigentlich nur die 2-Taktmotoren sind. Um die loszuwerden, muesste man schon 4-Taktmotoren ausweichen. Das stellt an und für sich ja kein Problem dar, nur hier muss eindeutig der Gesetzgeber aktiv werden und zwar europaweit.

aaronthebaron
00
28.11.2009, 16:27
Die Abgaswäsche hat die CO2 Problematik

nur noch verschärft.
In wenigen Jahren wird sich für lokale Abgasprobleme kaum jemand mehr interessieren.

Die CO2 Problematik wird jedoch nicht zuletzt durch den ausufernden Autoverkehr zu bereits in wenigen Jahrzehnten zu völlig unlösbaren Problemen führen.

Insofern sind solche Artikel wie der hier, ohne Querverweis auf dieses Problem, weitgehend inhaltsleer.

luke skywalker
00
5.12.2009, 18:47
Der Autoverkehr macht 10-12% der CO2 Emissionen


Gebäudeheizung liegt bei ca. 30% der gesamten CO2 Emissionen.

Wobei man bei der Gebäudeheizung ohne Komfortverlust locker das einsparen könnte, was alle PKWs emittieren.

hast1
01
27.11.2009, 23:09
damit wir nicht in tränen ausbrechen, ob des göttlichen kat:

in einem modernen katalysator befinden sich 20 Gramm platinmetalle. für dessen gewinnung werden bis zu 6.000 Kilogramm schwefelhaltiges erz verarbeitet.
2/3 der weltw. Palladiumproduktion kommt aus Norilsk in sibirien.
Der Schwefeldioxid-Ausstoß von Norilsk wird auf 2,8 Mio. Tonnen geschätzt - das entspricht etwa dem gesamten SO2-Ausstoß in Deutschland. Dazu kommen Schwermetallemissionen und eine unvorstellbare Boden- und Wasserverschmutzung. Die Norilsk-Emissionen schädigen die Wälder in einem Umkreis von 7.520 Quadratkilometern, die Schwermetalle aus der sibirischen Stadt sind noch in Kanada und Skandinavien nachweisbar.

u.s.w. ...

mehr dazu hier:

http://www.innovations-report.de/html/beri... 40639.html

maxbz
04
27.11.2009, 19:16
"Eins wird gern übersehen, nämlich Motorräder und Mopeds."

Leider!
Wenn man mit dem Rad einen Alpenpass fährt, dann kann man es auch sehr gut riechen: selbst dicke Geländewagen stinken nicht so wie ein kleines Moped.

haudi
01
28.11.2009, 21:00
zweitakt riecht man, das stimmt

mehr wie die Euro2 Norm ist damit nicht schaffbar.
(sprich: 90% der mopeds sind zweitakter)

bei viertaktmotorrädern muss ich ihnen aber gründlich widersprechen, hier riechen sie nichts.

das ist fix
00
27.11.2009, 19:59


kann ich nur zustimmen, ein Moped ist ungefähr zehn große geländewagen...

Parkschwein
11
27.11.2009, 18:32

motorräder sind kein problem, diesel schon. man vergleiche einfach die anzahl der gefahrenen diesel-km mit denen der motorrad-km, da sieht man dass das voll wurscht ist.

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