Aus Bankschließfach

Ebadis Friedensnobelpreis beschlagnahmt

27. November 2009, 12:17

Offizieller Protest des norwegischen Außenministers: "Schockiert" - Teheran bestreitet "gezielte" Beschlagnahme

Oslo/Teheran/Wien - Die iranischen Behörden haben den Friedensnobelpreis - die Medaille und das Diplom - der Anwältin und Menschenrechtskämpferin Shirin Ebadi beschlagnahmt, die 2003 diese Auszeichnung erhielt. Das bestätigte Norwegens Außenminister Jonas Gahr Störe am Donnerstag in Oslo. Der Außenminister des Landes, in dem die Friedensnobelpreise vergeben werden, zeigte sich "schockiert". Störe bestellte den diplomatischen Vertreter Teherans ins Außenministerium und protestierte im Namen seiner Regierung. Diesem drückte Störe auch seine Besorgnis über das Wohlergeben Ebadis und ihrer Angehörigen aus.

Die iranische Regierung hat bestritten, die Friedensnobelpreis-Medaille der Menschenrechtsanwältin Ebadi "gezielt" beschlagnahmt zu haben. Bei Ebadi habe eine gerichtliche angeordnete Beschlagnahmungsaktion stattgefunden, wie bei Steuerangelegenheiten üblich, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran am Freitag laut der Nachrichtenagentur Mehr. Er lies offen, was die Behörden genau sichergestellt haben.

Ebadi hatte den Friedensnobelpreis für ihre Bemühungen um Demokratie und Menschenrechte im Iran zuerkannt bekommen. Die Anwältin, sich besonders auf Fälle der nach iranischem Gesetz benachteiligten Frauen und auch für Kinder einsetzte, die mit dem Gesetz in Konflikt kamen, war mehrfach in Haft und musste auch als Friedensnobelpreisträgerin immer wieder mit Schikanen der Behörden bis hin zur Zwangsschließung ihres Büros kämpfen.

Wie die norwegische Regierung am Donnerstag mitteilte, wurde im Iran ein Bankschließfach Ebadis völlig ausgeräumt, in dem sie unter anderem ihre Medaille und die Urkunde für den Nobelpreis aufbewahrt hatte. Der norwegische Außenminister sagte in Oslo: "Es geschieht zum ersten Mal, dass ein Staat den Friedensnobelpreis beschlagnahmt. Wir sind schockiert und haben nicht das geringste Verständnis dafür." Neben der Medaille und dem Diplom hatte Ebadi 2003 in Oslo auch die Dotierung des Nobelpreises von zehn Millionen Kronen (knapp eine Mio. Euro) in Empfang genommen.

Im Iran waren in den vergangenen Monaten - in der Zeit nach den umstrittenen Präsidentenwahlen, in denen der Hardliner Mahmoud Ahmadeinejad im Amt bestätigt wurde - mehrere Mitstreiter Ebadis sowie ihr Ehemann festgenommen und schikaniert worden. Dies zeige, dass der Meinungsfreiheit im Iran hart zugesetzt werde, erklärte das Ministerium in Oslo.

2004 hatte die Nobelpreisträgerin anlässlich eines Österreich-Aufenthalts den denkwürdigen Tag geschildert, an dem ihr der Friedensnobelpreis zuerkannt wurde. "Die Bevölkerung hat mich sehr herzlich empfangen. Alle Straßen und der Flughafen waren voller Menschen. Doch die Regierung versuchte, den Preis zu ignorieren." Zwei Tage nach der Preisverleihung brachte der staatliche Rundfunk die Nachricht, die anderswo wie eine mediale Bombe eingeschlagen hätte, mitten in der Nacht ein einziges Mal: um 23:30 Uhr, mitten im Nachrichtenblock nach einer Umweltmeldung. "Die regierungsnahen Medien haben mich sehr viel und sehr oft beschimpft. Die wenigen unabhängigen freuten sich - leider wurden sie zwei Monate später verboten", sagte Ebadi damals in einem Interview. (APA)

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11 Postings
wider den rechten Kanaillen
53
28.11.2009, 05:57
Vielleicht hat sie den Friedensnobelpreis auf dem Müllhaufen geworfen,

weil es ihr peinlich war, dass Obama den gleichen bekam.
Wäre verständlich.

insertnamehere
 
02
29.11.2009, 19:44
Nein, hat sie offenbar NICHT.

In DIESER Realität wurde ihr der von einer reaktionären Pfaffenregierung weggenommen, der absolut überhaupt NICHTS peinlich ist.

Warentester
12
28.11.2009, 03:45

Den hängt sich jetzt der Ahmadinedschad bei seiner nächsten Rede vor der UNO-Vollversammlung um.

zimbo
 
73
27.11.2009, 12:42
Schockierend ist die Verleihung des Preises an praktizierende Kriegsverbrecher.

farsad kambiz
43
27.11.2009, 13:53
sie schwachsinn. unterlassen sie gefälligst solchen

schwachsinn der mit dem thema nix zu tun hat.

zimbo
 
42
27.11.2009, 14:38
Wenns die Meinung anderer nicht aushalten können, dann verlassens das Forum.

Girgl Galgenstein
00
28.11.2009, 16:46
Was haben Sie denn für ein Problem?

stört es Sie, dass andere Menschen mit Ihrer Meinung nicht konform gehen und dies kund tun? Sollten abschätzige Kommentare zu Ihren - zugegebenermaßen nicht sonderlich geistreichen Postings - jetzt verboten werden?

Fritz Wunderlich
11
27.11.2009, 10:21

moolahs eben

d_parker
14
27.11.2009, 10:11
Nein, also das KANN ich nicht glauben. Die Meldung beruht sicher nur auf einer Falschübersetzung. Bzw. falls es doch so sein sollte, haben die Mullahs sicher nur verifizieren wollen, ob Fr. Ebadi den Friedensnobelpreis wirklich erhalten hat...

... (der westlichen, von Vertretern und Agenten des zionistischen Gebildes kontrollierten Presse kann man ja nichts glauben). Und die Auszeichnung wird jetzt sicher an prominenter Stelle in einem Museum unter "Errungenschaften der Islam. Revolution" ausgestellt. *IRONY OFF*

Fr. Ebadi ist eine kluge und mutige Frau, hoffentlich besteht sie gegen die Schergen des Mullah-Regimes. Seltsam, dass auch sie der iran. Zivilreligion "Atomkraft" anhängt, die ja von der Führung der IRI zum goldenen Kalb promotet wurde...

http://en.wikipedia.org/wiki/Shirin_Ebadi

Zwei Und Vierzig
11
27.11.2009, 22:25

Eine große Mehrheit der Iranischen Bevölkerung lehnt den aktuellen Iranischen Präsidenten und die aktuelle Iranische Politische Führung ab.

Aber eine große Mehrheit der Iranischen Bevölkerung begrüßt und unterstützt das Iranische Atomprogramm.

Die Iraner sehen eben das Atomprogramm losgelöst von der Iranischen Regierung - und das hat der Westen noch nicht verstanden

Falk Heße
32
27.11.2009, 13:51
"Seltsam, dass auch sie der iran. Zivilreligion "Atomkraft" anhängt"

Mit Ihrem Artikel bin ich sonst d'accord aber dieses Statement ist nicht wirklich seltsam.

Ich selbst bin zwar nicht der Meinung, dass Atomkraft, die Energiefragen des 21. Jh. lösen kann aber im Iran ist man halt größtenteils anderer Meinung. Oder würden Sie eine Maßnahme, die Sie für sinnvoll halten, plötzlich denunzieren, bloß weil die politische Gegenseite auch dafür ist? Na, sehen Sie!

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