Amoklauf in Ungarn

Ärzte kämpfen um Leben von Studenten

27. November 2009, 06:43

Fünf Kugeln in Notoperation entfernt - Täter hatte Waffenbesitzkarte und angeblich Alkoholprobleme

Budapest - Nach dem Amoklauf eines Studenten im südungarischen Pecs kämpfen die Ärzte weiter um das Leben eines 19-jährigen Kommilitonen, der bei der Tat schwer verletzt wurde. Wie die Tageszeitung "Nepszabadsag" am Donnerstagabend in ihrer Internetausgabe berichtete, wurden in einer siebenstündigen Notoperation fünf Kugeln aus dem Körper des Studenten entfernt. Er sei an Beinen und dem Bauch getroffen worden, meldete die ungarische Nachrichtenagentur MTI weiter.

Bei dem Amoklauf in der Universität Pecs war zu Mittag ein 19-jähriger Student ums Leben gekommen, ein weiterer gleichaltriger Student sowie ein Laborangestellter und eine Putzfrau wurden lebensgefährlich verletzt. Der 36-jährige Laborangestellte und die 54-jährige Putzfrau seien nach Notoperationen nicht mehr in Lebensgefahr, während um das Leben des Studenten weiter gekämpft wird.

Das Motiv des 23-jährigen Täters, eines Pharmakologie-Studenten, war indes weiter unklar. Ein Kommilitone sagte, dass er introvertiert gewesen sei und Alkoholprobleme gehabt habe. Nach Angaben von Universitätsdekan Robert Gabriel hatte der Täter eine Waffenbesitzkarte für die Tatwaffe, eine 9mm-Pistole. Justizminister Tibor Draskovics kündigte in einer ersten Reaktion an, eine Verschärfung des Waffengesetzes prüfen zu wollen.

In einer improvisierten Pressekonferenz am Tatort sagte Draskovics, dass die Tat wohl keinen terroristischen Hintergrund gehabt habe. Der 23-jährige dürfte aus "persönlichen Gründen" gehandelt haben. Ministerpräsident Gordon Bajnai versprach, alles tun zu wollen, um solche Tragödien in Hinkunft zu vermeiden. Zugleich betonte er, dass niemand mit einer solchen Tat habe rechnen können. (APA)

Käpt’n Saubär
40
27.11.2009, 11:54

Warum laufen eigentlich immer nur Studenten Amok?

pipi pipifax
00
27.11.2009, 21:23

warum stellen in erster linie saubaeren dumme fragen?

Wyle E. Koyote
00
27.11.2009, 15:29
studenten?

bei den amis heisst das "going postal" weil eine zeitlang viele postangestellte amok gelaufen sind...

3ch0
01
27.11.2009, 13:54

Gute Frage.

vmtl. weil in dieser Lebensphase sich eine erweiterte Erkenntnis der (als mglw. negativ empfundenen) Umweltzusammenhänge mit konkret werdenden individuellen Problemem mischt und zudem der Charakter sich ebendadurch noch allzu leicht beeinflussen läßt?
Der Griff zur Waffe ist bei ausreichender Verzweiflung (und nach begrabener Hoffnung?) nebst der Möglichkeit dazu dann irgendwie nachvollziehbar..

Traurig

Erwin Wolfram
00
27.11.2009, 11:05

druck ausueben, vereinzeln, totschweigen, an den effekten sich gesundstossen: passiert bei uns auch so, das sympathische an ungarn ist, dass in den berichten nichts beschoenigt wird wie es bei uns der fall waere. bei uns wuerde man von: er wolte sich umbringen bis zu wir leben im reichsten land der welt, von der spieleprogrammierer ist schuld bis zu er war so unauffaellig jede plattituede finden, die die weitere verschaerfung scheinbar rechtfertigt (denn: die printausgabe der zeitung ist ja sooo teuer und soooo muell). ich finde das nicht richtig so oeffentlich zu luegen, denn das wissen und die handlungsauftraege waeren alle da gewesen und die freie presse ist dazu da das einzufordern, wo es der einzelne nicht kann.

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