Irakischer Diplomat: USA nehmen Zivilisten absichtlich ins Visier

2. April 2003, 11:48
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Aflak, Sohn des Gründers der Baath-Partei: "Eindringlinge" zerstören mehr humanitäre Hilfe durch Bombardements, als sie ins Land bringen

Paris - Ein irakischer Diplomat hat den US-Truppen im Irak vorgeworfen, Zivilisten absichtlich ins Visier zu nehmen. Die USA wüssten, dass sie das Land nicht erobern könnten, ohne Zivilisten anzugreifen, sagte Ryad Aflak, Vertreter Bagdads bei der Erziehungs-, Wissenschafts- und Kulturorganisation der Vereinten Nationen (UNESCO), in Paris am Mittwoch dem Rundfunksender RFI. "Die Amerikaner begehen Taten, die als Kriegsverbrechen angesehen werden können", fügte Aflak hinzu. Bei den Angriffen auf Ziele im Irak waren in den vergangenen Tagen Dutzende irakische Zivilisten ums Leben gekommen. Für einige Vorfälle hatte sich die US-Armee entschuldigt.

Volk sei "gegen die Eindringlinge zusammengeschweißt"

Die US-Regierung habe geglaubt, sie werde von der irakischen Bevölkerung "mit Blumen" empfangen, sagte Aflak. Inzwischen habe sich jedoch gezeigt, dass das Volk "gegen die Eindringlinge zusammengeschweißt" sei. Er warf den Truppen der Koalition vor, weit mehr humanitäre Hilfe durch ihre Bombardements zerstört zu haben, als sie ins Land brächten. Der UNESCO-Diplomat ist ein Sohn von Michel Aflak, dem verstorbenen Gründer der im Irak und Syrien regierenden panarabischen sozialistischen Baath-Partei. (APA)

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