Längerfristig gute Absatzchancen für Deutschland im Irak erwartet

2. April 2003, 11:30
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BGA: Nicht in erster Wiederaufbauphase - Gute Aussichten etwa zwei Jahre nach Kriegsende

Berlin - Die deutsche Wirtschaft hat nach Einschätzung von Außenhandelspräsident Anton Börner langfristig gute Absatzchancen im Irak nach einem Ende des Krieges.

Zwar würden deutsche Unternehmen in der ersten Phase nach dem Krieg am Wiederaufbau wohl kaum beteiligt werden, sagte der Chef des Bundesverbands des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) am Mittwoch im Deutschlandradio. Etwa zwei Jahre nach Kriegsende dürften die Aussichten für deutsche Firmen jedoch gut sein. Wenn sich die irakische Wirtschaft und Gesellschaft wieder der Weltgemeinschaft anschließe, seien auch deutsche Produkte wie Konsumgüter, Handwerkerleistungen, Elektrotechnik oder Maschinen gefragt. "Das Land kann alles gebrauchen", sagte Börner.

Direkt nach Kriegsende wird für die deutsche Wirtschaft im Irak nach Ansicht Börners wenig abfallen. "Die Amerikaner werden den Löwenanteil an sich ziehen, die Engländer werden ihren Teil fordern - auch die Spanier. Da bleibt für uns nichts übrig", sagte er. Der BGA-Chef bekräftigte, dass für die deutsche Wirtschaft wegen der politischen Unstimmigkeiten in den Geschäftsbeziehungen mit den USA Einbußen von bis zu zehn Prozent zu befürchten seien. Bei einem kurzen Krieg seien die Unstimmigkeiten wohl schnell zu beseitigen, ein längerer Konflikt könne aber das Aggressionspotenzial in der amerikanischen Bevölkerung steigern und damit auch die Ablehnung deutscher Produkte.(APA/Reuters)

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