Gateway muss Bilanzfälschungen eingestehen

2. April 2003, 11:02
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Umsätze der Jahre 2000 und 2001 fast 500 Millionen Dollar zu hoch

Die Bilanzskandale in den USA reißen nicht ab. Der PC-Hersteller Gateway hat für die Jahre 2000 und 2001 Umsätze in der Höhe von fast 500 Mio. Dollar falsch verbucht, berichtet das Wall Street Journal (WSJ) am Mittwoch unter Berufung auf den Leiter der SEC-Untersuchung Jeffrey Pace. Gateway hat infolgedessen nun bei der US-Börsenaufsicht SEC einen zweiwöchigen Aufschub für die Vorlage der Bilanz 2002 beantragt, die ursprünglich am 31. März hätte veröffentlicht werden sollen.

Einnahmen werden gesenkt

Die Einnahmen für 2000 werden um 340 Mio. Dollar, für das Jahr 2001 um 130 Mio. Dollar gesenkt. Der Kern der Bilanzfälschung war die unsaubere Verbuchung von AOL-Gebühren. Gateway hatte als Zugabe zu seinen Computern einen zwölfmonatigen kostenlosen Internetzugang über AOL angeboten. Gebühren, die bei einer herkömmlichen Nutzung des Dienstes angefallen wären, verbuchte Gateway als Umsatz, obwohl keinerlei Zahlungen erfolgten. Umgekehrt wurden die Gebühren, die Gateway an AOL zahlte, als Umsatzkosten verzeichnet. Laut Unternehmensangaben waren die falschen Umsätze im Verhältnis zu den gesamten Einnahmen gering und belaufen sich auf 3,5 bzw. 2,5 Prozent für das jeweilige Geschäftsjahr.

1.900 Entlassungen

Die SEC hatte bereits im Jahre 2001 ihre Ermittlungen gegen Gateway aufgenommen. Im Januar dieses Jahres kündigte die Börsenaufsicht an, möglicherweise auch ein Zivilverfahren gegen Gateway einzubringen. Erst vor kurzem, Mitte März, hatte Gateway die Streichung von 1.900 Stellen angekündigt. Das entspricht 17 Prozent der gesamten Belegschaft. Die Entlassungen sind Teil eines 400 Mio. Dollar-Einsparungsprogramms, das den US-Computerhersteller wieder auf Vordermann bringen soll.(pte)

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