Drei-Banken-Gruppe auf der Überholspur

2. April 2003, 18:45
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Marktanteilsgewinne und gute Ertragslage

Wien - Die in der Drei-Banken-Gruppe zusammengefassten Regionalbanken Oberbank, Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) sowie Bank für Kärnten und Steiermark (BKS) haben sich auch im abgelaufenen Jahr besser entwickelt als der Branchendurchschnitt und Marktanteile gewonnen. Wie BKS-Chef Heimo Penker am Mittwoch in einer Pressekonferenz mitteilte, wuchs die kumulierte Bilanzsumme der drei Institute um 3,5 Prozent auf 19,2 Mrd. Euro, wogegen das Geschäftsvolumen der Gesamtbranche um 2,5 Prozent abnahm. Der Jahresüberschuss, der sich in der gesamten Kreditwirtschaft halbierte, verringerte sich bei den drei Regionalbanken nur um 10,5 Prozent auf 78,4 Mio. Euro.

Dividende unverändert

Die drei Institute bezahlen für 2002 eine unveränderte Dividende von 1,16 Euro je Aktie, womit sie insgesamt 20,5 Mio. Euro ausschütten. Davon gehen rund 6,5 Mio. Euro an die AVZ-Stiftung der Bank Austria Creditanstalt, die über die A&B Banken-Holding an allen drei Banken namhaft beteiligt ist. Mit diesen Einnahmen kann die Stiftung trotz Ausfalls der HypoVereinsbank-Dividende die Dotierung des Wiener Technologiefonds von jährlich sieben Mio. Euro fast zur Gänze finanzieren.

Die Kredite der drei Banken stiegen um 4,8 Prozent auf 12,5 Mrd. Euro. Während bei der Oberbank und der BKS Fremdwährungskredite mit unter 20 Prozent nur eine Nebenrolle spielten, machten sie bei der BTV noch immer 40 Prozent (je zur Hälfte in Schweizer Franken und japanischen Yen) aus. In den Jahren davor seien sie noch über 50 Prozent gelegen, registriert BTV-Chef Peter Gaugg allerdings sinkende Tendenz.

Trend zu traditionellen Sparformen

Bei den Einlagen stellen die Chefs der drei Banken einen Trend zu traditionellen Sparformen fest. So nahmen die Spareinlagen in der Gruppe um 6,2 Prozent auf 4,3 Mrd. Euro zu. "Die Kunden veranlagen nicht mehr in Aktien und Anleihen sondern schichten in Festgelder und Spareinlagen um", betonte Gaugg, bei dessen Institut dieser Trend am ausgeprägtesten war.

Die gesetzlich ermöglichte steuerfreie Rückführung von Schwarzgeldern in Italien haben BKS und BTV Abflüsse von 75 Mio. Euro (BTV) und 50 Mio. Euro (BKS) beschert.

Der Idee von Finanzminister Karl-Heinz Grasser, der Kontrollbank das Monopol auf das von ihr gemanagte Exportversicherungssystem der Republik Österreich zu entziehen, können die drei Bankenchefs nichts abgewinnen. Die Zusammenarbeit mit der Kontrollbank, an der die drei Institute mit zusammen zehn Prozent beteiligt sind, funktioniere hervorragend, stellte Oberbank-Chef Franz Gasselsberger fest. Auch habe die Kontrollbank einen maßgeblichen Beitrag zu den Exporterfolgen der österreichischen Wirtschaft geleistet, vermied er direkte Kritik am Finanzminister. (gb, DER STANDARD, Printausgabe 3.4.2003)

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