Friedensaktivistin aus Bagdad: "Irakisches Volk ist sehr, sehr zornig"

2. April 2003, 09:47
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Meinungswechsel in Iraks Hauptstadt: USA habe im Kampf um die Herzen der Bevölkerung nur noch kleine Chancen

Amman/Sydney - Im Kampf um die Herzen der Irakis haben die USA aus Sicht einer australischen Friedensaktivistin im Lande nur noch wenig Chancen. "Das irakische Volk ist sehr, sehr zornig", sagte Donna Mulhearn am Mittwoch dem australischen Radiosender ABC. Sie habe in den vergangenen zehn Tagen in Bagdad einen "Meinungswechsel" festgestellt.

Heftige Bombardements als Auslöser des Stimmungswechsels

Die Irakis hätten angesichts der heftigen Bombardements eine Wut und Bitterkeit gegenüber den USA entwickelt, die so noch vor einer Woche nicht existiert habe. "Irakische Familien, die ziemlich passiv und ziemlich neutral gegenüber Amerika und ziemlich gleichgültig gegenüber Saddam Hussein waren, unterstützen nunmehr voll und ganz die irakische Regierung", sagte die 34-Jährige.

Mulhearn war vor Kriegsbeginn als so genannter menschlicher Schutzschild nach Bagdad gegangen. Anfang dieser Woche verließ sie die irakische Hauptstadt. Das Interview gab sie in der jordanischen Hauptstadt Amman. (APA)

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