FPÖ will Nachbesserungen

1. April 2003, 19:20
2 Postings

Pensionsreform bleibt in der Koalition umstritten

Wien - Die Pensionsreform bleibt in der Koalition umstritten. Nur einen Tag nach der gemeinsamen Präsentation des Begutachtungsentwurfs verlangte die FPÖ Änderungen. Staatssekretärin Ursula Haubner forderte besonders für Frauen Erleichterungen: Vor allem durch die Erhöhung des Durchrechnungszeitraums auf 40 Jahre werde die Pension für Frauen mit Kinderpause gekürzt, daher müssten die Kindererziehungszeiten besser bewertet werden, Experten sollen Vorschläge erarbeiten.

FPÖ-Vizeobmann Max Walch will die so genannte Hacklerregelung noch verbessern: Vorgesehen ist, das Pensionsalter auch für Männer mit 45 und Frauen mit 40 Versicherungsjahren ab 2005 auf 61,5 oder 56,5 Jahre anzuheben - Walch will das Pensionsalter aber bei 60 oder 55 Jahren belassen. Trotz die- ser Aussagen rechnet Wirtschaftsminister Martin Bar- tenstein nicht mit Widerstand der FPÖ bei der Umsetzung der Pensionsreform.

Mindestens ebenso wichtig ist Walch, dass nicht nur bei ASVG-Versicherten gekürzt wird, sondern dass alle Pensionssysteme (Beamte, Bahn, Bauern) harmonisiert werden. Hier ist sich Walch einer Meinung mit der Wirtschaftskammer, die forderte: "Die Pensionsreform kann nur dann ein großer Wurf werden, wenn die Maßnahmen in der Privatwirtschaft und im Öffentlichen Dienst parallel laufen."

Laut dem für die Beamten zuständigen Kanzler Wolfgang Schüssel soll die Schaffung eines einheitlichen Pensionsrechts im Sommer beginnen und bis spätestens Ende der Legislaturperiode abgeschlossen sein. Alle heute unter 35-Jährigen werden laut Schüssel dann unter dieses neue System fallen.(eli/DER STANDARD, Printausgabe, 2.4.2003/red)

Share if you care.