Pentagon und US-Außenamt streiten über Führung im Nachkriegs-Irak

1. April 2003, 18:47
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Rumsfeld lehnt Powells Vorschläge für Spitzenpositionen ab

Washington - Zwischen dem Pentagon und dem US-Außenministerium ist laut Medienberichten von heute, Dienstag, ein heftiger Streit um Führungspositionen in einem geplanten "Übergangskabinett" im Nachkriegs-Irak entbrannt. Demnach hat Verteidigungsminister Donald Rumsfeld eine Vorschlagsliste des Außenministeriums mit den Namen von derzeitigen oder ehemaligen Beamten aus dem diplomatischen Dienst abgelehnt. Auf dieser Liste hätten auch mehrere US-Botschafter in arabischen Ländern gestanden. Hintergrund von Rumsfelds Verweigerung sei das Bestreben, dem Pentagon möglichst viel Einfluss bei der Gestaltung des künftigen Irak zu sichern.

Wie es weiter hieß, hat der Verteidigungsminister herausragende Posten im "Kabinett" für den früheren Chef des Geheimdienstes CIA, James Woolsey, und für andere Persönlichkeiten vorgesehen, die seit langem die Idee eines Regimewechsels in Bagdad verfolgt hätten. An der Spitze der "Übergangsregierung" solle der pensionierte General Jay M. Garner stehen.

Den Berichten zufolge streiten beide Ministerien auch über ihre jeweiligen Rollen bei der Verteilung von Hilfen im Irak, eine Aufgabe, bei der traditionell Zivilisten die Federführung haben. Wie die "New York Times" schrieb, hat Außenminister Colin Powell in einem ungewöhnlichen Brief an Rumsfeld darauf bestanden, das Hilfsprogramm unter dem Dach seiner Behörde abzuwickeln. Vor einem Monat hatte Garner, derzeit Chef der neuen Regierungsbehörde für den Wiederaufbau des Irak, überraschend die Leitung in diesem Bereich für sich beansprucht. (APA/dpa)

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