"Computer-bedingte Verletzungen" nehmen zu

1. April 2003, 18:59
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Zumindest an einem der Symptome leiden in Indien rund 75 Prozent der vor dem Bildschirm arbeitenden

Bombay - Verletzungen in Zusammenhang mit Computern entwickeln sich bei Usern zu einer Epidemie. Die typischen Symptome reichen von Schmerzen im Nacken über geschwollene Handgelenke bis hin zu tauben oder kribbelnden Fingern. "Schätzungsweise leiden weltweit bereits 25 Prozent aller Computer-User an derartigen Verletzungen", so der indische Orthopäde Deepak Sharan in einem Bericht der India Times. Die Zahl der Betroffenen wird vor allem in Call-Centern, bei Bankangestellten und Studenten zunehmen.

Unter der Leitung von Sharan wurden über 900 Bildschirmarbeiter untersucht. 75 Prozent litten an zumindest einem Symptom der "Computer-bedingten Verletzungen" ("computer-related injuries). Die meisten seien sich dessen gar nicht bewusst bzw. verweigern die Kenntnisnahme. Die Zahl von Berichten, wonach Arbeitnehmer aufgrund dieser Beeinträchtigungen den Job aufgeben müssen, häufen sich laut Sharan. In einem Fall kündigte eine Wirtschaftsprüferin, die laut eigenen Angaben acht Jahre lang zwölf Stunden vor dem Computer verbrachte. Sie verlor das Gefühl in den Fingern.

Die Verletzungen der Handgelenke werden u.a. durch unprofessionelle Schreibtechniken und eine exzessive Nutzung der Computermaus verursacht. "Menschen neigen dazu, Handgelenke ruhig liegen zu lassen und die Finger quer über die Tastatur auszustrecken. Dabei werden die kleinen Muskeln stark beansprucht", so die Physiotherapeutin Shyamala Lyer. Die Handgelenke sollten beim Tippen präventiv erhöht liegen. Die beste Vorbeuge-Maßnahme sei aber, alle 15 Minuten eine Pause einzulegen oder eine Sitzänderung vorzunehmen. Auch das Lernen der richtigen Tipptechnik im Kindesalter ist anzuraten. (pte)

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