Neuerlicher Schlag gegen Rotlichtszene im Burgenland

1. April 2003, 18:13
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Vier Personen verhaftet, die Frauen aus Osteuropa unter Gewalt und Drohungen zur Prostitution gezwungen haben

Eisenstadt - Während im Eisenstädter Landesgericht ein Prozess um den Handel mit ungarischen Prostituierten lief, meldete die Sicherheitsdirektion Burgenland am Dienstag einen neuerlichen Schlag gegen die Rotlichtszene im östlichsten Bundesland.

Vier mutmaßliche Mitglieder eines Menschenhändlerringes - ein Paar aus dem Bezirk Jennersdorf, ein Steirer und ein Amerikaner - sind in Haft.

Erhebungen

Die Kriminalabteilung Burgenland war bereits seit Monaten mit umfangreichen Erhebungen gegen eine Organisation beschäftigt, die vor allem Frauen aus Rumänien nach Österreich gelotst hat, um sie hier im ältesten Gewerbe der Welt einzusetzen. Die späteren Opfer wurden als Tänzerinnen angeworben, mussten allerdings als Prostituierte arbeiten. In Österreich profitierte eine Reihe von Nachtlokalen von diesem kriminellen Frauen-Import.

Hausdurchsuchungen in Oberwart

Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt stellte Haftbefehle gegen eine Paar (Jahrgang 1968 und 1970), einen 26-jährigen Steirer und einen 34-jährigen Amerikaner aus. In den Wohnungen der Verdächtigen und in einem Nachtlokal im Bezirk Oberwart wurden Hausdurchsuchungen durchgeführt. Die Kriminalbeamten stellten Buchhaltungsunterlagen, pornografisches Material, Mobiltelefone, verfälschte Reisepässe, Urkunden und Suchtgift-Utensilien sicher.

In einem südburgenländischen Nachtlokal fand man drei ausländische Geheimprostituierte. Die Frauen wurden festgenommen. (APA)

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