Bärenschutz im Waldviertel

1. April 2003, 16:21
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Sieben Vierbeiner sind mittlerweile im Bärenwald zuhause

Arbesbach - Ausgeschlafen und voller Tatendrang präsentieren sich seit Dienstag die sieben Bären im Vier-Pfoten-Bärenschutzzentrum Arbesbach im Waldviertel. Vinzent, Liese, Brumca, Tom & Jerry sowie "Gastbär" Fritz hatten sich Ende Oktober zwecks Winterschlaf in ihre Höhlen zurückgezogen - nun erforschen sie neugierig das rund 11.000 Quadratmeter große Areal. "Es ist uns ein besonderes Anliegen, dass die Bären ihre arttypischen Verhaltensweisen auch tatsächlich ausleben können", betonte Bärenwald-Geschäftsführer Josef Pfabigan.

Das Schutzgebiet ist in dieser Form ein in Europa einzigartiges Projekt und soll auf Grund seiner Vorbildfunktion zu einer deutlichen Verbesserung der gesetzlichen Lage in Sachen "Haltung von Bären und anderen Wildtieren" in Österreich führen. Pfabigan: "Bären, die in Gefangenschaft aufgewachsen sind, können nicht mehr in die freie Wildbahn entlassen werden. Die einzige verantwortungsvolle Lösung, um das Leid dieser Tiere in Gefangenschaft zu lindern, ist ein geschützter Lebensraum", so Pfabigan.

Tagesablauf

Die ersten Braunbären übersiedelten im September 1998 nach Arbesbach. Mittlerweile genießen sieben Vierbeiner das weitgehend artgerechte Leben im Waldviertel. Täglich um 8.00 machen die Tierpfleger ihren ersten Rundgang, um das Gehege und die Zaunanlagen sowie Baumbestand und Videoüberwachungen zu überprüfen. Der Hunger der Tiere wird gegen 9.30 Uhr gestillt: Zunächst verstecken die Tierpfleger das Futter im gesamten Gelände, anschließend werden die Gehege geöffnet. Danach machen sich die Bären auf Futtersuche. Auf dem Speiseplan stehen Äpfel, Karotten, Nüsse oder Eier. Die Ernährung der sieben Riesen ist überwiegend vegetarisch.

Der restliche Tagesablauf besteht aus schwimmen, klettern, graben oder schlafen. Während dieser Zeit werden auch Führungen veranstaltet, bei der sich interessierte Besucher selbst ein Bild vom Leben und den Lebensbedingungen der Bären im Bärenwald machen können. Alle Rundgänge und Arbeiten im Gehege werden in einem Kontrollbuch genau registriert.

Mehr als 15.000 Besucher waren im Vorjahr zu Gast bei den Bären in Arbesbach. Der Eintritt in den Bärenwald ist frei - Spenden sind aber stets willkommen. Denn die jährlichen Kosten in der Höhe von 110.000 Euro für die Betreuung und Verpflegung der Bären werden ausschließlich aus Spendengeldern finanziert. (APA)

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