KLM plant herbe Einschnitte

1. April 2003, 16:11
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Bei niederländischer Airline stehen mehrere tausend Stellen zur Disposition

Amstelveen - Die niederländische Fluggesellschaft KLM streicht mehrere tausend Stellen. Wie das Unternehmen am Dienstag in Amstelveen mitteilte, reagiert es damit auf die Buchungsrückgänge infolge des Irak-Krieges und der Lungenkrankheit SARS. Über das genaue Ausmaß der Streichungen werde erst in einigen Monaten Klarheit bestehen. Betriebsbedingte Kündigungen seien aber nicht zu vermeiden. Gleichzeitig werde ein Einstellungsstopp verhängt. "Längerfristig glaubt KLM, dass der Luftfahrtbereich seine Ergebnisse verbessern muss, um zu überleben", hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. In den vergangenen zehn Jahren sei dort die jährliche Durchschnittsrendite unter zwei Prozent gefallen.

"Weit reichende Maßnahmen"

KLM werde bald "weit reichende Maßnahmen" umsetzen, um eine Verbesserung des Ergebnisses zu erzielen. In der gesamten Gruppe sollten die Kosten langfristig um zehn Prozent gesenkt werden. Wo gespart werden soll, will das Management demnächst noch im Detail entscheiden. Erste Auswirkungen des Sparplanes würden im laufenden Geschäftsjahr erwartet, das am Dienstag begann, hieß es.

Investitionen werden überprüft

Kurzfristig sollten auch alle geplanten Investitionen überprüft werden, erklärte das Unternehmen weiter. Im Verlauf des neuen Geschäftsjahres werde allerdings die bereits erfolgte Erneuerung der Flugzeug-Flotte Kosteneinsparungen bringen. Gleichzeitig wolle KLM über neue Angebote den veränderten Kundenwünschen Rechnung tragen. Ob dies Preissenkungen wegen der massiven Konkurrenz durch Billigflieger bedeutet, ließ die Airline offen. Die Niederländer hatten sich erst Ende Jänner vom selbst gegründeten Billigflieger Buzz getrennt und diesen an Ryanair verkauft.

Verlust

Im dritten Quartal (Oktober bis Dezember) des nun abgelaufenen Geschäftsjahres hatte KLM einen Verlust von 66 Mio. Euro geschrieben. Auch im vierten Quartal (Jänner bis März) scheint ein Verlust kaum zu vermeiden. Nach Angaben von KLM wird schon durch eine nach jahrelangem Streit mit Alitalia verhängte Geldbuße das Nettoergebnis im Zeitraum von Jänner bis März mit bis zu 180 Mio. Euro belasten. Die Strafe muss KLM nach Entscheidung eines Schiedsgerichtes zahlen, weil sie im April 2000 eine Allianz mit den Italienern platzen ließ. (APA)

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