Zivkovic: Mafia-Boss will "schmutzigen Handel" mit UNO-Tribunal

1. April 2003, 15:10
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Medien: "Legija" bietet Informationen zu Karadzic und Mladic

Belgrad - Der serbische Ministerpräsident Zoran Zivkovic zweifelt nicht an der Bereitschaft des Mafia-Bosses und Ex-Kommandanten der Spezialpolizeieinheit "Rote Barette", Milorad Lukovic "Legija", der Anklage des UNO-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag ein "Tauschgeschäft" anzubieten. "Er hat aber diese Ware nicht, die er dem Haager Tribunal anbietet", sagte Zivkovic heute, Dienstag, gegenüber Medien in Belgrad. Er sei sich auch sicher, dass das Tribunal diesen "schmutzigen Handel" nicht eingehen werde.

Informationen über Verstecke von Karadzic und Mladic

Nach Belgrader Medienberichten soll Lukovic dem Haager Gericht Information über die Verstecke des ehemaligen bosnisch-serbischen Führer Radovan Karadzic und dessen Armeechef Ratko Mladic angeboten haben. Im Gegenzug hätte der Mafia-Boss, der als Drahtzieher für die Ermordung des serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic gilt, eine neue Identität und lebenslangen Schutz vor der serbischen Justiz verlangt.

Er habe auch schon "seine Freunde verkauft", sagte Zivkovic über "Legija". Damit nährte der Regierungschef Spekulationen, wonach Lukovic seine einstigen engen Mitarbeiter Dragan Spasojevic "Siptar" und Mile Lukovic "Kum" verraten habe. Die beiden waren vergangenen Dienstag von der serbischen Polizei südlich von Belgrad aufgespürt und in einer bewaffneten Auseinandersetzung erschossenen worden. Nach einigen Medienberichten soll Legija selbst der Polizei einen Tipp über das Versteck von "Siptar" und "Kum" gegeben haben.(APA)

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