Rotes Kreuz schickt erste Hilfslieferungen nach Irak

1. April 2003, 17:57
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25 Erste-Hilfe-Stationen in Bagdad eingerichtet

Berlin - Das Rote Kreuz hat in den vergangenen Tagen erste Hilfslieferungen in den Irak geschickt. Mit Lastwagenkonvois seien von Kuwait aus zweimal je 45.000 Lebensmittelpakete in den Südirak transportiert und verteilt worden, teilte das Deutsche Rote Kreuz am Montag mit. Am Sonntag seien 10.000 Liter Trinkwasser für die Bewohner der Hafenstadt Umm Kasr bereitgestellt worden. Von Jordanien aus seien zudem Medikamente und medizinisches Verbrauchsmaterial nach Bagdad gebracht worden.

UNICEF-Lkw im Irak eingetroffen

Drei Lkw mit Trinkwassertanks des UNO-Kinderhilfswerks (UNICEF) passierten am Dienstag die kuwaitisch-irakische Grenze und erreichten ihren Zielort Um Qasr. Von dort aus wurden 100.000 Liter Trinkwasser an lokale Spitäler und Gesundheitsposten verteilt. Zwei weitere Lastwagen warten gerade an türkisch-irakischen Grenze auf Zollabfertigungen und Inspektionen, teilte UNICEF heute, Dienstag, in einer Aussendung mit. Die Organisation ging davon aus, dass beide Lkw heute noch in den Irak einreisen können.

Beide Schwerfahrzeuge sind mit 16 Tonnen medizinischen Hilfsgütern und sechs Tonnen Material zur Wasseraufbereitung beladen. Diese Hilfsgüter sind für Dohuk, Erbil und Sulaymaniya bestimmt. "Unser Ziel ist es, sicherzustellen, dass unsere humanitäre Hilfe zu den irakischen Kindern kommt - wo auch immer sie gebraucht wird", sagte UNICEF-Sprecher Geoffrey Keele in Amman. Über 200 UNICEF-Mitarbeiter seien derzeit im Kriegsgebiet und halten das Nothilfeprogramm aufrecht.

Trinkwasser und medizinisches Material

Die aktuelle Hilfe umfasst laut DRK zurzeit die Verteilung von Trinkwasser an bedürftige Menschen und Krankenhäuser in Bagdad sowie die Belieferung von Krankenhäusern mit medizinischem Material. In Bagdad wurden 25 Erste-Hilfe-Stationen zur besseren Versorgung von Verwundeten eingerichtet. Laut DRK erreichte zudem ein internationales Rotkreuz-Team von Kuwait aus die Wasseraufbereitungsanlage in Basra und setzte sie zu 50 Prozent instand. Das Flüchtlingslager des Internationalen Roten Kreuzes an der jordanisch-irakischen Grenze habe mehrere hundert Flüchtlinge aufgenommen und versorgt.

Abkommen mit Nachbarländern

Um im Fall von Flüchtlingsbewegungen effektiv helfen zu können, unterzeichneten das Rote Kreuz und das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) ein Abkommen, das die Koordination beim Aufbau und bei der Betreuung von Flüchtlingslagern in den Nachbarländern Iraks regelt. Das Rote Kreuz ist in der Lage, umgehend 18 Lager mit einer Gesamtkapazität für mehr als 300.000 Flüchtlinge zu errichten und diese zu versorgen.

Lage in Bagdad und anderen Großstädten sei "sehr kritisch"

Die Lage in Bagdad und anderen Großstädten wird vom Roten Kreuz als sehr kritisch, aber wegen der getroffenen Vorkehrungen und der noch vorhandenen Nahrungsmittel aus dem UN-Programm Öl für Lebensmittel nicht als katastrophal eingeschätzt. Für eine kurze Zeit sei die Versorgung noch notdürftig abgesichert. Aus diesen Gründen seien offensichtlich die von verschiedenen Organisationen vorhergesagten Flüchtlingsströme noch nicht eingetreten. Die Lage könne sich jedoch jederzeit dramatisch ändern.(APA)

  • Lager des Roten Kreuzes in Madrid. Von dort aus werden sie in die Kriesenregion transportiert.
    foto: epa/efe/angel diaz

    Lager des Roten Kreuzes in Madrid. Von dort aus werden sie in die Kriesenregion transportiert.

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