Prinz Ernst August könnte in Vorarlberg mit Geldbuße davonkommen

1. April 2003, 14:34
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Strafverfahren wegen vorsätzlicher Körperverletzung - Vorschlag des Gerichts Bludenz muss persönlich in London zugestellt werden

Mit einer Geldbuße könnte Prinz Ernst August von Hannover das am Bezirksgericht Bludenz anhängige Strafverfahren wegen vorsätzlicher Körperverletzung abwenden. Wie der Pressesprecher des Landesgerichts Feldkirch, Heinz Bildstein, heute, Dienstag, bestätigte, habe das Bezirksgericht Bludenz seine Entscheidung für die Möglichkeit einer außergerichtlichen Einigung mit der Unbescholtenheit des Adeligen begründet.

Der Ehemann von Prinzessin Caroline von Monaco soll Ende Februar in einem Partyzelt beim Hotel Flexen in Zürs den 31-jährigen Vorarlberger Tontechniker Marco Rusch beschimpft und mit Wucht in den Allerwertesten getreten haben. Der behandelnde Arzt von Rusch hatte damals wegen der Verletzung Anzeige erstattet und so den heiklen Fall ins Rollen gebracht.

Wie jeder andere Bürger auch"

Auf Grund seiner Unbescholtenheit soll Prinz Ernst August jetzt "wie jeder andere Bürger auch" in den Genuss einer so genannten Diversion kommen. Das bedeutet, wenn er die vom Gericht geforderte Summe bezahlt, wird das Strafverfahren wegen vorsätzlicher Körperverletzung nach Zustimmung des Bezirksgerichtes Bludenz eingestellt. "Damit gäbe es kein Verfahren und auch keine Strafregistereintragung", betonte Bildstein.

Persönliche Zustellung

Die Höhe der Geldbuße konnte Bildstein noch nicht nennen, denn der Vorschlag des Bezirksgerichtes Bludenz muss dem Prinzen von Hannover in London erst persönlich zugestellt werden. Bildstein: "Wir wollen vermeiden, dass Prinz Ernst August von Hannover die Höhe der Geldbuße aus den Medien erfährt." Diese Zustellung könnte allerdings einige Wochen dauern, denn im Rechtshilfeweg muss der Vorschlag dem Adeligen über das zuständige Gericht in London persönlich übergeben werden.

Die Geldbuße wurde auf jeden Fall nach den Einkommensverhältnissen und dem Vorfall festgelegt. Ob das Opfer, Marco Rusch, plant, wegen Schmerzensgeldzahlungen zivilrechtlich gegen den Prinzen vorzugehen, ist derzeit noch nicht bekannt. (APA)

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    Ernst August Prinz von Hannover

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